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Elite-Studium mit Praxisbezug für Start-ups und Digitalisierung am CDTM

Praxisnahes Studium am CDTM

Quirin Körner (dritter v. links) präsentiert sein Konzept.

Von wegen abgehoben – Zusatzstudium am CDTM setzt auf angewandte Forschung und Unternehmertum

Am Center for Digital Technology Management (CDTM), einem Institut der Technischen Universität München (TUM) und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), entwickeln Studenten mit herausragenden Leistungen Produkte, forschen nach neuen Trends und gründen Start-ups. Der Andrang für den Zusatzstudiengang ist groß – doch nur 25 Plätze pro Jahr stehen zur Verfügung. Quirin Körner hat es ans CDTM geschafft und nun zusammen mit Kommilitonen ein Unternehmen gegründet.

Hochbegabte, die im Elfenbeinturm als Nerds unter sich mit Ihresgleichen kommunizieren – das war einmal. „Bei meiner Bewerbung am CDTM hat mir vor allem eines geholfen: Ich habe viel praktisch gemacht“, sagt Quirin, der seinen Bachelor und Master an der TUM in Elektrotechnik absolviert und kürzlich das Studium am CDTM abgeschlossen hat. Im Studium habe er zwar gute Leistungen gehabt, an der Spitze liege er aber nicht.

Für den Elitestudiengang am CDTM habe er sich vor allem durch seine Erfahrungen in den Bereichen Unternehmertum und Digitalisierung qualifiziert, berichtet der junge Gründer. Nach dem Schulabschluss habe er zusammen mit Freunden Konzepte für eine Internetplattform zur Vermittlung von Abi-Reisen entwickelt. Zwar sei das Projekt nicht realisiert worden: „Aber ich habe viel dabei gelernt.“

Vom CDTM habe er bei einer Informationsveranstaltung an seiner Uni erfahren, erzählt Quirin: „Ich war sofort begeistert. Gründertum in Verbindung mit Digitalisierung, das wollte ich machen.“ Ein besonderes Interesse an der Thematik sei auch nötig, betont er: „Man muss sich intensiv mit der Sache auseinandersetzen wollen, sonst macht es keinen Spaß.“

Die Bewerbung am CDTM erfolgt schriftlich mit einem Motivationsschreiben, in dem die Kandidaten erklären, weshalb sie an dem Studium teilnehmen wollen, einer weiteren Seite zum Potenzial des Bewerbers und den üblichen Unterlagen wie Lebenslauf und Zeugnissen.

Von rund 300 bis 400 Bewerbern lädt das Institut in der Regel rund 50 zum Gespräch ein. Quirin hat dazu gehört. Im Interview habe er sich mit den Leitern und Studenten der CDTM unterhalten und verschiedene Aufgaben gelöst, berichtet er. Der Ablauf sei mit einem Assessmentcenter vergleichbar. Eine der Fragen sei zum Beispiel gewesen, wie viel Geld die Stadt München im Jahr für Grünanlagen ausgebe. Dabei sei es aber nicht auf das Ergebnis angekommen: „Mit meiner Zahl lag ich daneben.“ Ausschlaggebend sei vielmehr die Herangehensweise: „Ich habe mich Zug um Zug voran gearbeitet und gefragt, wie viele Grünflächen gibt es, und was ist dort im Sommer und Winter zu tun.“

Strukturiertes Vorgehen wird auch im Studium verlangt. Die Teilnehmer absolvieren ein siebenwöchiges Trendseminar, das in Vollzeit in den Semesterferien stattfindet und zum Beispiel Themen wie die Mobilität der Zukunft behandelt. In einem weiteren Modul, das parallel zum regulären Studium besucht wird, entwickeln die Studenten ein Produkt, angefangen von der Kundenbefragung bis hin zum Prototyp. Zeitaufwand: rund 20 Wochenstunden. Im dritten Modul führen die Teilnehmer ein Beratungsprojekt durch. „Wir haben uns mit Kühlgeräten in Supermärkten beschäftigt und Konzepte entwickelt, wie sich die Produkte in Zukunft verändern könnten“, erzählt Quirin.

Von Studenten zum Gründer

Außerdem schickt das CDTM seine Studenten für vier bis sechs Monate ins Ausland. Quirin war am Georgia Tech in Atlanta. Dort hat er an einem Forschungsprojekt zum Einsatz eines digitalen Sprachassistenten im Stil von Alexa an Krankenhäusern teilgenommen. Entstanden ist dabei die Idee zur Gründung eines eigenen Unternehmens: dem Start-up Cliniserve. Sein Produkt ist eine Kommunikations-Lösung fürs Krankenhaus, über die Patienten dem Pflegepersonal mitteilen können, was sie brauchen.

Bisher werde das Pflegepersonal meistens über den Notfallknopf gerufen, erklärt Quirin. Die Schwester oder der Pfleger müssten zunächst zum Patienten ins Zimmer kommen und erfragen, was benötigt werde, um dann zum Beispiel ein Glas Wasser zu bringen. Durch das Smartphone von Cliniserve entfalle dieser zusätzliche Gang ins Krankenzimmer. Zudem könnten Aufgaben besser priorisiert werden und der Notfallknopf komme nur noch bei echten Notfällen zum Einsatz. Weitere Funktion der App: Aus der Patientenanfrage wird automatisch eine Dokumentation erstellt, so dass weniger Verwaltungstätigkeiten anfallen. „Damit sparen sich die Schwestern und Pfleger viel Zeit und können sich wieder mehr der eigentlichen Pflege widmen“, sagt Quirin.

Die App sei bereits in einem Krankenhaus getestet worden. In Kürze werde das Produkt probeweise an zwei Stationen Station im Klinikum Großhadern eingesetzt. Inzwischen denkt Quirin aber schon weiter: „Das Smartphone ist sicher eher etwas für jüngere Leute. Damit auch ältere Patienten von unserer Idee profitieren, überlegen wir, später mit einem Sprachassistenten zu arbeiten.“

Sein Ziel sei, sich mit dem Unternehmen eine langfristige Existenz aufzubauen. „Das nur hochzuziehen und dann möglichst schnell wieder zu verkaufen ist nicht unsere Absicht“, betont Quirin. Eine wichtige Etappe auf seinem Weg hat er bereits erreicht: Die Finanzierung seines Start-ups ist für ein Jahr gesichert. Beworben hat sich das Unternehmen auch für den Start-up Pitch der Stuzubi in München. Organisiert wird der Pitch von den Veranstaltern der Karrieremesse in Zusammenarbeit mit dem CDTM. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld von 1.000 Euro. Wer es geschafft hat, wird nach der Messe unter stuzubi.de bekannt gegeben.

Infos zum CDTM: cdtm.de