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Vor- und Nachteile von Universitäten, Ausbildung & Dualem Studium

Entscheidung nach der Schule

Nach der Schule gilt es, sich zu entscheiden: Welchen Weg schlage ich ein?

Vor deinem Start in den Beruf stehen zwei Grundsatzentscheidungen an. Erstens: Welche Fachrichtung interessiert dich? Und zweitens: Wie und wo möchtest du dir die Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen, die du später im Arbeitsleben brauchst?

Eine Ausbildung beginnen oder studieren? Sich an der Uni einschreiben, die FH besuchen, sich an einer Berufsakademie anmelden oder bei einem Dualen Studium akademische und betriebliche Ausbildung miteinander verbinden? Alles nicht so einfach…

Bevor man sich im Dschungel der Möglichkeiten verliert, lohnt es sich deshalb, die verschiedenen Ausbildungswege erst einmal in ihren Grundzügen unter die Lupe zu nehmen. Hier findest du die Vor- und Nachteile im Überblick.

Universitätsstudium

An der Universität erhältst du eine wissenschaftliche Ausbildung mit akademischem Abschluss. Das Spektrum reicht vom Bachelor über den Master und Doktortitel bis hin zum Professor.

Vorteile eines Universitätsstudiums

  • Vertieftes Wissen und Zugang zur Forschung in einem bestimmten Fachgebiet
  • Viele Freiheiten und Gestaltungsspielräume: Vor allem im Masterstudium, teilweise aber auch im Bachelorstudium, kannst du inhaltliche Schwerpunkte selbst bestimmen.
  • Gute Aufstiegsmöglichkeiten und Chancen auf Führungspositionen
  • Seltene Arbeitslosigkeit: Studien zufolge liegt die Arbeitslosigkeit bei Akademikern bei unter drei Prozent.
  • Hoher Status: Ein Uniabschluss öffnet dir in der Berufswelt viele Türen.
  • Möglichkeit, als Forscher oder Wissenschaftler zu arbeiten: Universitäten bilden Wissenschaftler aus. Das bedeutet: Bei entsprechend guten Leistungen kannst du später an der Universität oder einem wissenschaftlichen Institut in der Forschung tätig werden.
  • Erwerb des Doktortitels: Wenn du nach dem Bachelor deinen Master mit überdurchschnittlichen Noten absolvierst, kannst du promovieren. Mit einem Doktortitel legst du nicht nur den Grundstein für eine wissenschaftliche Karriere, die bis zu einer Anstellung als Universitätsprofessor reichen kann. Du schaffst damit auch beste Voraussetzungen für eine hohe Position in der Wirtschaft.

Nachteile eines Universitätsstudiums

  • Hohe Kosten: Insgesamt müssen für ein Studium je nach Höhe des Lebensunterhalts und eventuellen Studiengebühren in der Regel zwischen 20.000 und 50.000 Euro aufgebracht werden. Oft sind deshalb Studienkredite nötig.
  • Disziplin und Fähigkeit zu selbstständigem Lernen erforderlich
  • Häufig kein klares Berufsbild nach dem Abschluss
  • Wenig Praxisbezug: Betriebliche Praktika sind an der Uni meistens nicht Bestandteil der Ausbildung und müssen parallel zum Studium selbst organisiert werden.
  • Später Berufseinstieg: Die meisten Bachelorabsolventen sind mindestens 25 Jahre, Masterabsolventen oft zwischen 27 und 30 Jahre alt, wenn sie ins Berufsleben starten.
Viele Schulabgänger sehnen sich nach praktischer Arbeit, da bietet sich eine Ausbildung an.
Praktische Arbeit in der Ausbildung

Ausbildung

Bei der Ausbildung erlernst du deinen Beruf in einem Unternehmen oder einer Institution und besuchst die Berufsschule. Abschluss ist meistens ein Facharbeiterbrief.

Vorteile einer Ausbildung

  • Schnelle finanzielle Unabhängigkeit: Du erhältst ein Ausbildungsgehalt und verdienst schon im ersten Ausbildungsjahr je nach Beruf und Region in etwa zwischen 400 und 900 Euro im Monat.
  • Praxisbezug: Du arbeitest von Anfang an im Betrieb mit und übernimmst schnell eigene Aufgaben.
  • Klare Strukturen: Im Betrieb ist ein Ausbildungsleiter oder Vorgesetzter für dich zuständig, an den du dich wenden kannst und der dir Vorgaben erteilt. An der Berufsschule hast du einen festen Stundenplan nach Fächern.
  • Schneller Berufseinstieg: Ausbildungen dauern meistens zwei oder drei Jahre. Danach kannst du mit einem vollen Gehalt rechnen.
  • Gute Chancen, übernommen zu werden: Viele Unternehmen vergeben freie Stellen für Berufseinsteiger an ihre eigenen Azubis.
  • Kein Abi nötig: Grundsätzlich brauchst du für eine Ausbildung kein Abitur. Zwar vergeben einige Unternehmen ihre Ausbildungsplätze bevorzugt an Abiturienten – etwa aus dem Bankenbereich. Allerdings kannst du dich mit einem guten Realschulabschluss oft auch auf diese Stellen bewerben.
  • Gefragte Zusatzqualifikation zum Studium: Sehr begehrt auf dem Arbeitsmarkt sind Uniabsolventen, die auch eine Ausbildung vorweisen können.
  • Sinnvolle Möglichkeit zur Überbrückung von Wartezeiten: Einige Studiengänge haben einen Numerus Clausus (NC). Du brauchst einen bestimmten Notendurchschnitt, um dich einschreiben zu können. Reichen deine Noten nicht aus, kannst du dich auf eine Warteliste setzen lassen. Wer in der Wartezeit eine Ausbildung absolviert, wird beim Nachrückverfahren oft bevorzugt.

Nachteile einer Ausbildung

  • In der Regel später weniger Gehalt: Studien zufolge liegt der Gehaltsunterschied zwischen Akademikern und Mitarbeitern mit Berufsausbildung in Deutschland durchschnittlich bei fast 75 Prozent. Allerdings variiert der Wert stark nach Beruf und Region.
  • Häufig schlechtere Aufstiegschancen: Vor allem in großen Unternehmen werden Führungspositionen meistens mit Akademikern besetzt.
  • Weniger Freiheiten als an der Uni: Aufgaben und Lerninhalte sind stärker vorgegeben.
Bei jedem Ausbildungsweg solltest du sorgfältig die Vor- und Nachteile abwägen.
Abwägen von Vor- und Nachteilen

Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften

An der Hochschule für angewandte Wissenschaften, der ehemaligen Fachhochschule (FH), werden wissenschaftliche Ausbildung und praktische Anwendung in Betrieben verbunden.

Vorteile eines Studiums an der Hochschule für angewandte Wissenschaften

  • Mehr Praxisbezug als an der Uni: Praktika sind an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Teil der akademischen Ausbildung.
  • Möglichkeiten, Kontakte zu Betrieben zu knüpfen: Praktika und auch das Erstellen der Abschlussarbeit erfolgen an der Hochschule für angewandte Wissenschaften oft in Zusammenarbeit mit Unternehmen.
  • Stärker strukturierter Lehrbetrieb: Der Unterricht ist verschulter als an der Uni, oft mit festen Stundenplänen nach Fächern.
  • Kein allgemeines Abitur nötig – das Fachabitur reicht aus.

Nachteile eines Studiums an der Hochschule für angewandte Wissenschaften

  • Weniger anerkannt als Uni-Abschlüsse: Trotz des hohen Praxisbezugs bevorzugen viele Unternehmen für hohe Positionen Uniabsolventen.
  • Ebenfalls hohe Kosten: Für ihren Lebensunterhalt müssen die Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaften selbst aufkommen und teilweise auch Studiengebühren bezahlen.
  • Weniger Freiräume und Gestaltungsspielräume als an der Uni: Vorgegebene Praktika und Stundenpläne schaffen zwar mehr Klarheit, bieten aber weniger Wahlmöglichkeiten.

Duales Studium

Das Duale Studium verbindet eine betriebliche Ausbildung mit einem akademischen Abschluss. Ihr an der Hochschule erworbenes Wissen wenden die Studenten direkt im Unternehmen an.

Vorteile eines Dualen Studiums

  • Verknüpfung von Theorie und Praxis: Phasen von einigen Wochen oder Monaten der theoretische Ausbildung an der Uni, FH oder Berufsakademie (BA) wechseln sich mit Ausbildungszeiten im Unternehmen ab.
  • Teilweise zwei Ausbildungsabschlüsse möglich: In einigen Dualen Studiengängen kannst du einen akademischen Abschluss und den Facharbeiterbrief einer Betriebsausbildung erwerben.
  • Laufendes Gehalt, auch in den Unterrichtszeiten: Die Gehälter beim Dualen Studium liegen zwischen 700 und 2.000 Euro.
  • Strukturiertes Arbeiten: Größtenteils orientiert sich das Duale Studium an vorgegebenen Aufgaben, der theoretische Unterricht ist tendenziell eher verschult mit festen Stundenplänen.
  • Übernahme nahezu sicher: Das Duale Studium ist häufig auf eine Festanstellung im Betrieb nach dem Abschluss ausgelegt.
  • Hervorragende Karrieremöglichkeiten: Nach deinem Abschluss hast du in deinem Unternehmen beste Chancen auf eine Führungsposition.
  • Die Allgemeine Hochschulreife wird beim Dualen Studium in der Regel nicht verlangt. Fachabitur ist meistens ausreichend.
  • Zunehmend werden für Duale Studiengänge auch weiterführende Masterabschlüsse nach dem Bachelor angeboten.
Vorteil bei privaten Akademien: Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis.
Vorteile privater Akademien

Nachteile eines Dualen Studiums

  • Hohe Einsatzbereitschaft nötig: Neben einem Dualen Studium bleibt dir nur noch wenig Freizeit.
  • Festlegung auf einen bestimmten Betrieb: Ein Wechsel in ein anderes Unternehmen ist oft erst nach einigen Jahren Berufserfahrung sinnvoll.
  • Weniger Gestaltungsmöglichkeiten: Das Studium orientiert sich an den Aufgaben im Betrieb und lässt deshalb nicht so viele Spielräume für persönliche Interessen zu.
  • Das Duale Studium ist weniger wissenschaftlich ausgerichtet als das Studium an regulären Universitäten, ein Doktortitel wird in der Regel nicht erworben.

Private Akademie

Private Akademien oder Berufsakademien sind privat betriebene Hochschulen, die in Form von theoretischem Unterricht und praktischen Phasen im Unternehmen ausbilden.

Vorteile einer privaten Akademie

  • Hoher Praxisbezug: Die gelernte Theorie wird häufig direkt anhand von praktischen Aufgaben im Rahmen von konkreten Projekten für Unternehmen umgesetzt.
  • Viele Gelegenheiten, Kontakte zu Betrieben zu knüpfen durch zahlreiche Praktika und Kooperationen mit Unternehmen.
  • Teilweise kann berufsbegleitend studiert werden.
  • Aktualität der Lehrpläne: Der Unterrichtsstoff orientiert sich stark an der Praxis und ist stets auf dem neuesten Stand.
  • Häufig unterrichten an privaten Akademien und Berufsakademien renommierte Experten aus der Praxis als Dozenten.
  • Oft sind Mittlere Reife oder Fachabitur ausreichend.

Nachteile einer privaten Akademie

  • Abschlüsse an der BA sind teilweise nicht staatlich anerkannt.
  • Oft hohe Studiengebühren. Je nach Einrichtung liegen die Kosten für das Studium häufig im fünfstelligen Bereich – zuzüglich des Lebensunterhalts.
  • Unterschiedliches Renommee der Anbieter. Das Spektrum ist breit – und der Teuerste ist nicht immer auch der Beste.

Generell gilt: Bevor du dich auf einen Ausbildungsplatz bewirbst oder an einer Hochschule oder Akademie einschreibst, solltest du so viel wie möglich über die jeweilige Einrichtung oder den Betrieb in Erfahrung bringen. Umfangreiche Informationen bieten dir unsere Homepage und unsere Karrieremesse Stuzubi, die einmal im Jahr auch in deiner Nähe stattfindet.

Mehr Details zu den Unterschieden zwischen Universitäten und Fachhochschulen ( Hochschule für angewandte Wissenschaften) findest du auch in einem speziellen Artikel : Unterschiede Universitäten und Fachhochschulen.

Ausführlichere Infos zum Dualen Studium haben wir für dich im Artikel Das Duale Studium: Vor- und Nachteile aufgelistet.