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Studium im Ausland in deutschen Nachbarstaaten - Deine Möglichkeiten

Flaggen verschiedener Länder

Wer in Deutschland den NC verpasst, hat gute Chancen in den Nachbarstaaten. Wo soll es hingehen zum Studieren?

Volle Hörsäle, Wohnungsknappheit und natürlich der NC – gute Gründe für deutsche Studienanfänger ihr Studium im Ausland zu absolvieren. Aber welche Möglichkeiten gibt es und welche Zugangsvoraussetzungen gelten? Werden die Abschlüsse international anerkannt? Wir haben uns in ein paar Nachbarstaaten umgeschaut.

Gefördert wird der Austausch auch von der Bundesregierung. Das neue Programm  Erasmus+ soll dabei bis 2020 mehr als vier Millionen Schülern, Studenten, Azubis und jungen Freiwilligen in Europa zu Stipendien und Zuschüssen für den Aufenthalt  im Ausland verhelfen. Auch länderübergreifende Hochschulkooperationen und Projekte werden in dem Zuge unterstützt.

ÖSTERREICH

Die Alpenrepublik ist bei deutschen Studierenden sehr beliebt, weil die Hochschulsysteme und Studienangebote ähnlich sind. Viele Deutsche studieren Medizin, aber auch Angebote für Recht, Wirtschaft, Soziales sowie Kultur- und Sprachwissenschaften bekommen viel deutschen Zulauf. An der Johannes Kepler Universität in Linz waren im Wintersemester 2013/14 über 600 Deutsche eingeschrieben. Die meisten von ihnen studieren an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, zum Beispiel Kunststofftechnik oder Molekulare Biowissenschaften. Aber auch Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sind beliebt.

Zugangsvoraussetzungen
Um in Österreich studieren zu können, musst du die Allgemeine Hochschulreife haben. Die Bewerbung reichst du meistens direkt bei der Studiengangleitung der jeweiligen Uni ein. Einen NC gibt es in Österreich (noch) nicht, aber manche Studiengänge haben spezielle Aufnahmetests. In Medizin begrenzt eine Quotenregelung die Studi- enplatzvergabe an Ausländer.

Studienfinanzierung
An  Universitäten fallen keine Studiengebühren an, an manchen Fachhochschulen schon. Die Lebenshaltungskosten sind ähnlich hoch wie in Deutschland. Unterstützend kann auch für ein Studium in Österreich (wie in allen EU-Staaten und der Schweiz) BAföG beantragt werden. Zusätzlich gibt es Förderungen durch Stipendien oder Studienkredite.

Anerkannte StudienabschlüsseZwischen Deutschland und Österreich besteht ein Abkommen, das die Studienabschlüsse gegenseitig anerkennt. Ausnahmen gibt es gelegentlich bei nicht akkreditierten Privathochschulen. Vor allem bei geschützten Berufen wie Arzt, Anwalt, Dolmetscher oder Architekt solltest du dich vorher direkt an der Hochschule informieren, ob der Abschluss in Deutschland anerkannt wird.

Unsere Linktipps
www.oead.ac.at
www.studieren-in-oesterreich.de

Seit Jahren sehr beliebt unter deutschen Studienanfängern sind die Niederlande. Vor allem Amsterdam hat es vielen angetan.
Schöne Stadt Amsterdam

NIEDERLANDE

NC-frei studieren – das ist in den Niederlanden möglich und macht das Land für deutsche Studenten unter anderem so beliebt. Das Verhältnis zwischen Studierenden und  Dozenten ist  viel lockerer als in Deutschland. Man duzt sich und geht auch schon mal gemeinsam ein Bier trinken.

Zentrales BewerberportalStudielink ist die Onlineplattform, über die du dich für ein Studium in den Niederlanden bewirbst. Aber Achtung: Nicht alle Universitäten und Hochschulen nehmen daran teil. Am besten informierst du dich auf der Homepage der jeweiligen Hochschule, ob du dich dort  zusätzlich bewerben musst.

Dort solltest du dich auch nach Zugangsbeschränkungen wie dem Numerus Fixus (NF) erkundigen. Dabei werden unter deutschen Bewerbern notenunabhängig Plätze verlost. Besonders medizinische und  wirtschaftliche Studiengänge sind an manchen Hochschulen nicht zulassungsfrei. Außerdem haben Unis und  Hochschulen unterschiedliche Anforderungen an Sprachkenntnisse und Schwerpunkte im Abi.

Moderne LehrmethodeAnders als deutsche Hochschulen, die Seminare und Vorlesungen abhalten, bevorzugen die Niederlande den „problemgesteuerten Unterricht“. Die Studierenden arbeiten an konkreten Fragestellungen, dadurch ist das Studium sehr praxisorientiert. Dafür musst du allerdings Studiengebühren von ca. 1.900 Euro pro Jahr zahlen.

Unsere Linktipps:
www.nuffic.nl/en
www.studielink.nl
www.studieren-in-holland.de

BELGIEN

Internationales Flair pur versprüht das kleine Königreich im Westen der Bundesrepublik.  Viele ausländische Studierende schätzen das umfangreiche, meist zulassungsfreie Bildungsangebot, das hohe Niveau und die kleinen Seminargrößen in Belgien. Die Bachelor- und Masterabschlüsse werden in der Regel EU-weit anerkannt. Nachteil: Pro Studienjahr fallen ca. 600 Euro Studiengebühren an.

Bildungsangebot nach RegionenEin Universitätsstudium ist nur im wallonischen und flämischen Teil möglich, im deutschsprachigen Teil werden sogenannte kurze Studiengänge angeboten. Das Abitur ist als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt, bei der Fachhochschulreife sollte bei der jeweiligen Hochschule nachgefragt werden.

Kein NC, dafür Sprachkenntnisse
Für Hochschulen im wallonischen und flämischen Teil musst du einen Sprachtest absolvieren, bevor du dich immatrikulieren kannst. Viele Unis bieten spezielle Vorbereitungskurse an. NC-beschränkt ist nur Medizin, aber auch für andere Studiengänge wie z. B. Ingenieurswissenschaften gibt es spezielle Zulassungsprüfungen.

Unsere Linktipps
http://diplomatie.belgium.be/de/dienste/nach_belgien_kommen/in_belgien_studieren/
www.studiereninbelgien.de

Während des Studiums lernst du nicht nur die Sprache, sondern auch Land und Leute besser kennen.
Tolle Kontakte im Ausland

SCHWEIZ

Sehr gute personelle und räumliche Ausstattung  der  Schweizer Universitäten und  kleine Studierendenzahlen versprechen ein  hohes Bildungsniveau. Die  breit  gefächerten Bachelor- und Masterstudiengänge sind in der Regel europaweit anerkannt. Das gilt nicht unbedingt für das deutsche Abitur, wenn du dich dort um einen Studienplatz bewirbst.  Die Universitäten und  Hochschulen entscheiden selbst,  ob  sie den Schulabschluss anerkennen oder einen Eignungstest verlangen.

Mehrsprachigkeit
Außerdem musst du je nach Kanton besondere Sprachkenntnisse vorweisen. Deutsch ist nur in Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich Amtssprache. In den anderen Kantonen wird Französisch oder Italienisch gesprochen. Allerdings gibt es auch englischsprachige Studiengänge. Zertifikate wie TOEFL oder IELTS sind international anerkannt. Generell sind die Zugangsvoraussetzungen je nach Standort und Studiengang unterschiedlich. In der Medizin sind die Aussichten für ausländische Studierende eher trüb, da die Kapazitäten mit  schweizerischen Studierenden ausgeschöpft sind.

Studiengebühren
Das Studentenleben in der Schweiz ist nicht günstig. Jedes Kanton erhebt Studiengebühren, die sich in der Höhe gewaltig voneinander unterscheiden (1.000 bis 8.000 Schweizer Franken). Zudem sind die Lebenshaltungskosten höher als in Deutschland. Wenn ausländische Studierende ein Visum beantragen, müssen sie u. a. ausreichend Kapital für das Studium vorweisen.

Unsere Linktipps
www.crus.ch/information-programme/studieren-in-der-schweiz.html
www.college-contact.com/wissen/studienfuehrer/schweiz.htm

LIECHTENSTEIN

Liechtenstein ist ein ganz besonderer Fall, denn hier konzentriert sich das Studienangebot des ganzen Landes auf insgesamt vier Hochschulen. Die Auswahl an Bachelor- und Masterprogrammen ist daher klein, aber fein.

Zugang und Sprachkenntnisse
Voraussetzungen für die Aufnahme eines Studiums im Fürstentum sind die Allgemeine Hochschulreife und ein Motivationsschreiben. In einigen Fällen ist zusätzlich ein persönliches Bewerbungsgespräch erforderlich. Die Unterrichtssprache ist in der Regel deutsch. Englischkenntnisse werden zwar häufig verlangt, jedoch hast du meist auch die Möglichkeit, diese während des Studiums zu erlernen.

Zu beachtenAufpassen solltest du darauf, dass du für dein Studium in Liechtenstein eine Kurzaufenthaltsbewilligung brauchst, die du frühzeitig beantragen solltest. Des Weiteren ist die Anerkennung der Abschlüsse ein Thema, über das sich jeder Student im Vorfeld informieren muss. Bachelor- und Masterstudiengänge sind prinzipiell nach europäischen Abkommen in ganz Europa anerkannt, informieren sollte man sich jedoch an den jeweiligen Hochschulen bei den Fächern, die zum Beispiel mit dem Staatsexamen abschließen.

Unsere Linktipps
www.uni.li
www.studieren-in-liechtenstein.de

Der erste Schritt in ein fremdes Land ist manchmal schwer. Doch aus Studien-kollegen werden oft Freunde fürs Leben.
Freunde fürs Leben durch das Auslandssemester

ITALIEN

Um in Bella Italia studieren zu können, musst du dich an deiner Wunsch-Uni bewerben. Davon gibt es in Italien knapp 90 Stück. Die Bewerbungstermine werden individuell von jeder Hochschule und teilweise sogar von den einzelnen Fakultäten festgelegt. Die Auswahlkriterien sind genauso unterschiedlich, deshalb informiere dich am besten direkt bei der Universität. In der Regel findest du auf der Homepage einen eigenen Bereich für internationale Studenten mit den richtigen Ansprechpartnern.

Laurea und Laurea Magistrale
Auch in Italien wird auf das internationale Bachelor-Master-System umgestellt, dennoch haben die Abschlüsse hier teils noch andere Begrifflichkeiten. Der Bachelor wird manchmal noch landestypisch „Laurea“ genannt, der Master „Laurea Magistrale“, inhaltlich gibt es jedoch keinen Unterschied. Eine Besonderheit in Italien ist die Möglichkeit, sich bei Studienbeginn gleich für den weiterführenden Master zu verpflichten und so die erneute Bewerbung zu umgehen. Studieren in Italien ist außerdem gebührenpflichtig. Etwa 700 bis 1.000 Euro musst du pro Jahr dafür einrechnen, wobei die Kosten bei privaten Hochschulen höher sein können.

Italienisches Abizeugnis
Wichtig ist, dass du deine Bewerbungsunterlagen in die italienische Sprache übersetzen und amtlich beglaubigen lassen musst. Eine Besonderheit ist außerdem die „dichiarazione di valore“, eine Erklärung, die vom italienischen Konsulat ausgestellt wird und dir bescheinigt, dass dein deutsches Abitur dem  italienischen Abschluss gleichzusetzen ist.

Unsere Linktipps
www.studieren-in-italien.de
http://www.rom.diplo.de/Vertretung/rom/de/07/Studium__Italien/Studium__Italien.html

UNGARN

Ungarn ist vor allem bei angehenden Medizinstudenten beliebt, da  viele Unis das Studium komplett in deutscher Sprache anbieten. Neben dem deutschsprachigen Humanmedizinstudium kannst du an einigen Unis auch Pharmazie oder Zahnmedizin in deutscher Sprache absolvieren. Meist gibt es zwar keinen Numerus Clausus für diese Studiengänge, jedoch werden im Vergleich zu Deutschland hohe Studiengebühren erhoben. Die Kosten können pro Jahr 5.000 bis 10.000 Euro betragen. Auch deutschsprachige Masterstudiengänge sind zum Beispiel in Budapest möglich.

Auf Kooperationen achtenBesonders  empfehlenswert ist es, sich über Kooperationen zwischen deutschen und ungarischen Hochschulen zu informieren. Dabei wird die Studienzeit auf beide Länder aufgeteilt. Angeboten wird zum Beispiel ein Kombinationsstudium für Humanmedizin, bei dem du die letzten zwei Jahre der Ausbildung in Deutschland studierst und nach dem ungarischen Staatsexamen mit dem anerkannten akademischen Titel „Dr. med.“ abschließt.

Unsere Linktipps
www.ungarnaktuell.de/Studium.htm
www.ungarnstudium.hu

Tagsüber in die Uni und abends die Stadt genießen. In Prag kein Problem, denn in der multikulturellen Stadt ist viel geboten.
Multikulturelle Stadt Prag

TSCHECHISCHE REPUBLIK

Auch  in  der  Tschechischen Republik gibt  es Kooperationen zwischen deutschen und tschechischen Universitäten. In einigen Programmen erhältst du  neben dem integrierten Auslandsaufenthalt auch einen doppelten Abschluss, den deutschen Bachelor und den tschechischen bakalá. In Tschechien ist auch ein englisch-sprachiges Medizinstudium möglich. Generell dauert dieses sechs Jahre und schließt mit dem Master ab.

Zugangsvoraussetzungen
Das deutsche Abitur ist an tschechischen Hochschulen anerkannt, die Fachhochschulreife wird meist von der jeweiligen Universität auf Kompatibilität mit dem gewünschten Studiengang geprüft. Die Studiengänge sind jedoch meist mit einem NC beschränkt. Zusätzlich müssen alle Interessenten, die in tschechischer Sprache studieren wollen, eine Aufnahmeprüfung bestehen oder ein Vorbereitungsjahr leisten.

Kosten für deutsche Studenten
Das Studieren an staatlichen Universitäten ist in Tschechien für EU-Bürger kostenlos. Aber Achtung: Dies gilt nur, wenn in der Landessprache studiert wird. Für englischsprachige Studien werden Gebühren erhoben, die je nach Hochschule und Studienfach zwischen 3.000 und 10.500 Euro pro Jahr liegen. Private Hochschulen legen ihre Studiengebühren individuell fest.

Unsere Linktipps
www.studieren-in-tschechien.de
www.college-contact.com/wissen/studienfuehrer/tschechischerepublik.htm

POLEN

Wenn du in Polen studieren möchtest, müssen deine Unterlagen wie Abiturzeugnis oder Praktikumsbescheinigung vor der Bewerbung auf einen Studienplatz von einem anerkannten Übersetzer in die polnische Sprache gebracht und beglaubigt werden. Danach bekommt sie die Educational Unit der Stadt, in der du studieren willst, wo die Zeugnisse unter anderem auf Gleichwertigkeit mit dem polnischen Abitur geprüft werden.

NC-frei studieren
Wenn du ein Studium in unserem östlichen Nachbarland aufnehmen willst, brauchst du die Allgemeine Hochschulreife. Einen Numerus Clausus gibt es in Polen generell nicht. Dafür sortieren viele Universitäten über Aufnahmeprüfungen aus. Die Anerkennung des polnischen Abschlusses in Deutschland solltest du am besten vorab auf der Homepage der jeweiligen Hochschule überprüfen.

Polnisch lernen lohnt sich
Das Angebot an englischsprachigen Studienfächern ist zwar noch begrenzt, ist jedoch in den letzten Jahren bereits stark angestiegen. Für staatliche Hochschulen gilt dabei: Ein Studium in polnischer Sprache kostet nichts, ein fremdsprachiges Fach ist kostenpflichtig, wobei die Studiengebühren zwischen 4.000 und 9.500 Euro pro Jahr variieren können. Ausnahmen sind private Hochschulen, die die Höhe der Gebühren selbst bestimmen können.

Unsere Linktipps
https://www.daad.pl/de/studieren-forschen-in-polen/
www.studyinpoland.pl/en