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Quo vadis, Studium? HRK fordert wissenschaftliche Ausrichtung

HRK-Präsident Horst Hippler (Bild: HRK/Zillmann)

HRK-Präsident Horst Hippler betonte im Vorfeld der Bologna-Ministerkonferenz, die akademische Freiheit sei nicht verhandelbar.

HRK gegen Maxime unmittelbarer Verwertbarkeit des Studiums am Arbeitsmarkt / DIHK fordert mehr Orientierung an betrieblichen Erfordernissen

Kurz vor der Bologna-Ministerkonferenz im Mai 2018 hat sich Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), erneut für eine wissenschaftliche Ausrichtung der Institution Hochschule in die Bresche geschlagen. Die Studierenden müssten lernen, kritisch zu denken und neue Lösungen für die zahlreichen gesellschaftlichen Herausforderungen zu finden, ließ er im Vorfeld des Treffens in Paris in einer Pressemeldung veröffentlichen. Forschung und Lehre müssten stärker verzahnt werden: „Eine Ausrichtung auf die unmittelbare Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt ist der falsche Weg.“

Nötig sei vielmehr ein Bildungsverständnis, das Persönlichkeitsbildung und die Befähigung zu gesellschaftlichem Engagement mit einbeziehe, sagte Hippler. Die künftige soziale und kulturelle Identität Europas werde in hohem Maße auch von Hochschulabsolventen geprägt. Deshalb sei es wichtig, im Studium nicht nur fachliche Qualitäten zu fördern.

Wirtschaftsvertreter fordern indes eine stärkere Orientierung der Hochschulen an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes. Im Frühjahr 2018 kritisierte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in seinen Hochschulpolitischen Leitlinien: „Im Gegensatz zur Beruflichen Bildung spiegeln Studienangebote nicht unmittelbar betriebliche Erfordernisse, sondern primär die Perspektive ihrer Anbieter wieder.“ In der beruflichen Ausbildung sei die Zahl der Bewerber jedoch rückläufig. Der Fachkräftemangel steige dadurch an. Infolge des anhaltenden Trends zu höheren Bildungsabschlüssen wachse die Verantwortung der Hochschulen, einen nachhaltigen Beitrag zur Fachkräftesicherung der Wirtschaft zu leisten, heißt es in dem Papier. Die Hochschulen seien aufgefordert, ihre Studierenden bestmöglich auf den Übergang ins Arbeitsleben und die Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten.

Hippler hatte den Forderungen des DIHK bereits im April eine klare Absage erteilt. Die Kernaussage der Hochschulpolitischen Leitlinien entspringe einer „grundlegenden Fehleinschätzung“, so die Reaktion der HRK. Hochschulen müssten ihre Absolventen in die Lage versetzen, mit diffusen und komplexen Problemlagen umzugehen. Die Vorbereitung auf die konkreten Abläufe in der Arbeitswelt müsse in den Betrieben geleistet werden.