Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren

Strategien und Konzepte zur Aktivierung von Eltern

Willkommenskultur schaffen, auf Augenhöhe kommunizieren

Für Berufseinstiegsbegleiter/-innen (BerEb) ist es notwendig – aufbauend auf der Elternarbeit der Schule – individuelle Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und -pflege zu finden: Erst dann können Eltern für die Mitarbeit gewonnen werden. Dabei steht für beide Seiten im Vordergrund, eine positive Grundhaltung zu erzeugen. Bei einer Tasse Tee mit Keksen im Kulturzentrum lassen sich z. B. eher Türen öffnen und Zukunftspläne schmieden als beim Gespräch mit Eltern in der nüchternen Atmosphäre der Schule.

Ziel ist eine Kommunikation auf Augenhöhe:
Nur wenn Eltern als gleichwertige Partner akzeptiert werden, kann eine vertrauensvolle Kooperation gelingen. Die Akteure der Berufseinstiegsbegleitung sollten deshalb ihre Einschätzung des Gegenübers reflektieren. Wichtig ist, die individuellen Vorbehalte und soziokulturellen Lebenswelten der Eltern zu kennen, ernstzunehmen und zu berücksichtigen – aber auch, ihre Ziele in Einklang mit den Plänen der Bildungsakteure zu bringen.

Empfohlene Interaktionsformen:

  • Offenheit
  • Positiv handelnd überzeugen
  • Positives, aber ehrliches Feedback geben
  • Wertschätzung vermitteln
  • Unterstützung anbieten
  • Empathie entwickeln z. B. spezifische familiäre Rahmenbedingungen (Vater ist Schichtarbeiter, Mutter ist Alleinerziehende o. ä.) beachten
  • Persönlicher (Erst)Kontakt an bevorzugtem Ort und gewünschtem Termin (Eltern bestimmen Zeit- und Treffpunkt selbst)
  • Rollendefinition und Klärung
  • Eigene Erwartungen transparent und ergebnisoffen formulieren

BerEb können hier Brücken bauen, indem sie z. B. am grundsätzlichen Interesse der Eltern an einer guten und qualifizierten Ausbildung ihrer Kinder sowie an deren Stärken anknüpfen und gemeinsam mit den Eltern mögliche Wege ihrer Förderung besprechen.

Synergieeffekte nutzen – Netzwerke knüpfen

Vernetzen sich die Akteure, so lernen sie unterschiedliche Sichtweisen sowie Probleme und Erfolge kennen. Dies ermöglicht den Blick über den Tellerrand der eigenen Profession und des Aufgabengebiets und gibt Anregungen für die Arbeit mit Eltern am Übergang Schule-Beruf. Die Vernetzung schafft nicht nur Synergien, sondern fördert auch die Weiterentwicklung innovativer Ansätze in der Elternarbeit. Nur so entstehen ganzheitliche Handlungskonzepte, die zu einer nachhaltigen Kooperation führen.

Altbewährtes in neuen Kontexten denken

Feste Denk- und Handlungsmuster sollten auch einmal verlassen werden. Stattdessen bedarf es individueller Formen der Arbeit, bei denen „um die Ecke gedacht“ werden soll und darf. Wichtig dabei ist, dass alle beteiligten Akteure die unter Umständen unkonventionellen Maßnahmen gemeinsam tragen – und eventuell sogar verankern.

Grenzen erkennen und akzeptieren

Wenn Eltern die Zusammenarbeit verweigern, sollten BerEb die Grenzen ihrer Arbeit erkennen und akzeptieren. Es empfiehlt sich, das ablehnende Verhalten der Eltern nicht als persönliches Scheitern zu betrachten. Denn: Eine Zusammenarbeit lässt sich nicht erzwingen.