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Gründerszene: Wie du ganz nebenbei dein eigenes Unternehmen aufbaust

Kreiere ein Start-up nach deinen Vorstellungen

Selbstständigkeit ist eine Möglichkeit, etwas genau nach deinen Vorstellungen zu kreieren.

Du möchtest dich selbst verwirklichen und Berufserfahrung sammeln. Dann mach dich nebenberuflich selbstständig! Du möchtest dich neben deinem Studium oder deiner Ausbildung selbst verwirklichen, wertvolle Berufserfahrungen sammeln und etwas Geld verdienen? Anstatt im Café nebenan zu kellnern oder am Wochenende im Supermarkt auszuhelfen, mach dich doch einfach nebenberuflich selbstständig! Aber auch wenn du schon im Berufsleben angekommen bist, macht dieser Schritt großen Sinn. Du wirst wesentlich unabhängiger, wenn du noch ein zweites Standbein hast.

Davon abgesehen ist die Selbstständigkeit die einzige Möglichkeit, etwas genau nach deinen Vorstellungen zu kreieren. In deinem Business stecken 100 Prozent von dir selbst - genau das vermissen die meisten Menschen im Berufsleben. Als Angestellter wirst du oftmals ausgebremst und kannst dich nicht frei entfalten. Allerdings bekommst du einen Lohn und musst meistens nur eine bestimmte Aufgabe im gesamten Unternehmen übernehmen. Die Verantwortung dafür, dass alle ihren Job machen, das Unternehmen funktioniert und die Gehälter jeden Monat pünktlich ausgezahlt werden, übernehmen andere für dich.

Liegt es da nicht nahe, das Beste aus beiden Welten zu nutzen? Die Lösung ist die nebenberufliche Selbstständigkeit. Auf der einen Seite behältst du deinen Job und der Kühlschrank bleibt voll. Du nimmst das Gefühl der Sicherheit mit in die Unsicherheit, die mit einer Unternehmensgründung einher geht. Wenn du eine Idee oder ein Geschäftsmodell entwickelst und daraus ein Unternehmen aufbaust, steht noch nichts fest. Alles ist unsicher und es gibt weder Annahmen noch Erfahrungen für deine Idee. Du bist der Erste und kannst Neuland entdecken. Dieses Gefühl, etwas Nützliches zu tun und an etwas Neuem zu arbeiten, das genau deinen Vorstellungen entspricht, wird dir das Gefühl innerer Zufriedenheit geben. Zudem musst du dich keinen Existenzängsten und Sorgen aussetzen, da dein Einkommen durch den Job weiter fließt.

Was kann im schlimmsten Fall passieren? Du sammelst wertvolle Erfahrungen und kannst risikolos testen, ob das Unternehmertum etwas für dich ist. In den meisten Stellenprofilen steht mittlerweile, dass unternehmerisches Denken und Handeln gewünscht wird. Wenn du dich nebenberuflich selbstständig machst, erwirbst du dir genau diese Kompetenz. Ebenfalls gut zu wissen: Die nebenberufliche Selbstständigkeit ist meistens finanziell lukrativer als eine Gehaltserhöhung. Bei einer solchen gehen nämlich eine Menge Abgaben für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge weg.

Zwar teilst du dir diese mit deinem Arbeitgeber, aber dennoch wirst du enttäuscht sein, wenn du siehst, was von deinem Bruttogehalt am Ende übrig bleibt. Über die Lohnsteuererklärung am Jahresende kannst du dir zwar ein paar Ausgaben zurückholen, beispielsweise den einfachen Weg zur Arbeit sowie die Reinigungskosten für Arbeitskleidung. Dennoch sind die zulässigen steuerlichen Minderungseffekte stark begrenzt.

Anders ist dies, wenn du nebenberuflich selbstständig bist. Nicht nur die Lohnnebenkosten entfallen, auch die steuerlichen Abgaben für Betriebsausgaben kannst du besser für dich nutzen. So kannst du Bewirtungskosten, Software, Arbeitsmaterialien und vieles mehr steuerlich absetzen. Dabei solltest du folgendes im Hinterkopf haben: Je höher deine Ausgaben sind, desto niedriger ist dein Gewinn. Das ist gut, weil du dann weniger Steuern zahlen musst. Bewahre also sämtliche Belege, die im Zusammenhang mit deinem Nebengewerbe stehen, gut auf.

Ebenso positiv: Beim Nebenerwerb musst du keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, da diese nur auf deinen Arbeitsmittelpunkt, also deinen Hauptjob, anfallen. Denn nur der Arbeitsmittelpunkt soll mit Sozialversicherungsbeiträgen belastet werden. So lange die nebenberufliche Selbstständigkeit nicht wirtschaftlich oder zeitlich den Haupterwerb übersteigt, kann das auch so bleiben. Wenn du beispielsweise Student bist, hast du keinen wirtschaftlichen Mittelpunkt. Solange du nicht mehr als 20 Stunden in deine Selbstständigkeit investierst, ist für die meisten Krankenversicherung alles in Ordnung. Wenn du also die nächste Gehaltsverhandlung durchboxen willst, dich für den Beruf weiterbildest, zum sechsten Mal mit deinem Chef essen gehst oder als Student eine Aushilfsstelle annehmen willst, denke daran, dass es eine Alternative gibt, bei der nicht die Hälfte deiner Einnahmen durch Sozialabgaben aufgefressen wird. Stecke die gewonnene Zeit besser in den Aufbau deines eigenen Unternehmens.

Als Gründer musst du je nach Lebenslage gewisse Dinge beachten.
Start-up gründen, das musst du beachten

Am Anfang steht die Idee

Vielleicht hast du noch gar keine Idee, mit was du dich überhaupt nebenberuflich selbstständig machen solltest. Überlege, was dir wirklich Spaß macht und was dir leicht fällt. Du wirst dich langfristig nur dann motivieren können, neben deinem Hauptjob die nötige Zeit aufzubringen, wenn du mit Feuereifer dabei bist. Aber natürlich ist es auch wichtig, ob deine Geschäftsidee überhaupt funktioniert und ob es eine Zielgruppe dafür gibt. Am einfachsten ist es, in einer Nische Fuß zu fassen.

Warum sind viele Nerds, die gegründet haben, so erfolgreich? Ich habe dazu meine eigene Theorie. Bei ihnen steht nicht im Mittelpunkt, ein paar Kröten zu verdienen, sondern vielmehr, ein tolles Produkt zu schaffen und eine Idee zu verwirklichen. Deswegen treffen sie andere Entscheidungen als Menschen, die einfach nur ihr Portemonnaie füllen wollen. Dies klappt meistens nicht. Stelle dir die Frage, was du für andere tun kannst. Denn letztendlich geht es genau darum.

Wenn dein Geschäft läuft, kannst du zuerst auf Teilzeit reduzieren und nach Wunsch irgendwann den Schritt in die komplette Selbstständigkeit wagen. Hier hat der Gesetzgeber ein wundervolles Gesetz für dich geschaffen. Es nennt sich Teilzeit- und Befristungsgesetz. Wenn der Betrieb eine bestimmte Größe hat (unter anderem ab 15 Vollbeschäftigten), kann er einen Teilzeitantrag nur mit triftigen Gründen ablehnen. Sogar Fach- und Führungskräfte haben einen Anspruch auf Teilzeit. Das Gesetz wurde eigentlich geschaffen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erhöhen. Ich finde, es passt auch super zum Unternehmensaufbau, da mit den ersten Umsätzen und der daraus resultierenden Stabilität die Arbeitszeit reduziert werden kann, ohne den Job zu verlieren. Du kannst es nicht erwarten, loszulegen?

Was du als Student beachten solltest

Wenn du jünger bist als 25, bist du kostenlos in der Familienversicherung versichert. Aber auch bis zum 30. Lebensjahr oder höchstens bis zum 14. Fachsemester kannst du für 80,42 Euro im Monat (Stand 2016) eine ermäßigte studentische Versicherung in Anspruch nehmen. Im Gegenzug darfst du allerdings nicht mehr als 20 Stunden in deine nebenberufliche Selbstständigkeit investieren. Überschreitest du diese Grenzen, bekommst du den Status der Selbstständigkeit. Dieser hat den großen Nachteil, dass du dich voll versichern musst. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach dem zu versteuernden Einkommen. Das ist vereinfacht gesagt der Teil, der nach Abzug aller Kosten übrig bleibt. Dadurch können sich deine Beiträge schnell auf 300 bis 600 Euro pro Monat erhöhen.

Was du als Beamter beachten solltest

Beamte im Nebenerwerb müssen die Vorgaben aus dem Beamtengesetz und den Landesvorschriften einhalten. So darfst du beispielsweise nichts ausüben, was mit der Behörde im Widerspruch steht oder deren Ansehen in Frage stellt. Dies wäre beispielsweise als Polizist eine Nebentätigkeit als Türsteher im Nachtclub. Du darfst maximal 1/5 deiner Wochenarbeitszeit investieren und dein Verdienst darf höchstens 40 Prozent von deinem Endgrundgehaltes betragen. Weitere Regelungen kannst du dem Beamtengesetz entnehmen.

Was du als Angestellter beachten solltest

Auch wenn es keine Genehmigungspflicht gibt, solltest du deinen Arbeitgeber über die Aufnahme deiner nebenberuflichen Selbstständigkeit informieren. Anders als bei Beamten darf dir dein Arbeitgeber nicht vorschreiben, was du maximal verdienen darfst. Wichtig ist jedoch, dass du zwei Dinge beachtest: Deine Nebentätigkeit darf nicht in Konkurrenz zu deinem Arbeitgeber stehen. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn du in einer Werbeagentur arbeitest und nebenbei Gestaltungsaufträge auf eigenen Rechnung annimmst. Ebenso darf dadurch deine Leistung in deinem Hauptjob nicht beeinflusst werden. Wenn du öfters müde und unkonzentriert in der Arbeit erscheinst, kann dir dein Arbeitgeber die Nebentätigkeit verbieten. Immerhin wirst du dafür bezahlt, dass du ihm deine volle Arbeitsleistung zur Verfügung stellst.

Leider ist es dennoch so, dass du bestimmte Grenzen im Kopf haben solltest. Warum? Weil es für die Krankenkasse relevant ist, wie viel du nebenbei verdienst und wie viel Zeit du in dein Nebengewerbe investierst. Als Richtwert gilt, dass du maximal 20 Stunden pro Woche dafür tätig sein darfst und dein Gewinn nicht dein Gehalt übersteigen sollte. Ansonsten wird nämlich dein Nebengewerbe als Arbeitsmittelpunkt angesehen und mit Krankenversicherungsbeiträgen belastet. Wenn du als Selbstständiger klassifizierst wirst, kannst du selber entscheiden, ob du dich gesetzlich oder privat versichern möchtest.

Wie es in der Praxis weitergeht

Zunächst solltest du dich über die Wahl der geeigneten Rechtsform informieren. Viele starten als Einzelunternehmer. Dabei solltest du dir darüber im Klaren sein, dass du im Ernstfall mit deinem ganzen Privatvermögen persönlich haftest. Es gibt viele andere Rechtsformen, beispielsweise die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) oder die UG (Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt), die dein Risiko eingrenzen.

Zählt deine Tätigkeit im Nebengewerbe zu den freien Berufen oder musst du ein Gewerbe anmelden? Wenn du Freiberufler bist, teilst du dem Finanzamt einfach den Start deiner nebenberuflichen Selbstständigkeit mit. Alle anderen müssen zum Gewerbeamt und ein Gewerbe anmelden. Um den steuerlichen Erfassungsbogen, den dir das Finanzamt zuschickt, kommst du in keinem Fall herum. Und auch mit dem leidigen Thema Buchhaltung, Steuern und Versicherungen solltest du dich intensiv auseinandersetzen. Wertvolles Know-how zum nebenberuflichen Start bekommst du diesbezüglich auf meinem Blog www.einfachstartup.de oder in unserem Buch „Das Feierabend-Startup: Risikolos gründen neben dem Job“.

Fazit

Hoffentlich konnte ich dir etwas die Angst vor dem Schritt in die Selbstständigkeit nehmen und dich stattdessen darauf neugierig machen. Ich freue mich über jeden, der den Schritt in die nebenberufliche Selbstständigkeit wagt. Denn durch jede neue Idee, die verwirklicht wird, entsteht für die gesamte Gesellschaft ein Gewinn.

Was würden wir bloß ohne Gründer machen?

Viel Erfolg wünscht
Erik

Erik Renk
Der Autor Erik Renk

Erik ist seit 10 Jahren leidenschaftlicher Unternehmer und Autor des Buches
„Das Feierabend-Startup: Risikolos gründen neben dem Job“.

Auf seinem Blog einfachstartup.de gibt er nützliche Tipps an nebenberufliche Gründer weiter.