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Social Media im Job – Netzwerke richtig nutzen und Fallstricke vermeiden

Xing zählt zu den größten Bewerberplattformen.

Sich ein Profil auf Bewerberplattformen wie Xing anzulegen lohnt sich auch für Berufseinsteiger.

Ohne Kontakte keine Karriere – dieser Grundsatz ist zeitlos. Jedoch wandern berufliche Netzwerke mit zunehmender Digitalisierung immer mehr in die Social Media Kanäle. Wie man sich auf Bewerberplattformen wie Xing und LinkedIn richtig verhält, ob Party-Bilder auf Facebook ein Karrierekiller sind und welche Möglichkeiten man als User hat, Spuren des eigenen Privatlebens aus dem Netz zu tilgen, weiß Mircea Popa, CEO bei JobNinja.

  • Auf Bewerberplattformen wie Xing und LinkedIn werden vorwiegend Bewerber mit Berufserfahrung gesucht.
  • Studierende und Berufseinsteiger können mit einem Profil auf Sozialen Netzwerken mit Karriere-Bezug berufliche Kontakte knüpfen und pflegen und damit frühzeitig wertvolle Verbindungen für den Aufstieg im Job schaffen.
  • Personaler schauen auch auf Facebook und andere private Social Media Profile – hier ist Vorsicht geboten.
  • Wer sich bewirbt, kann im Internet selbst nach Daten über die eigene Person recherchieren und hat das Recht unerwünschte Informationen löschen zu lassen.

Wenn die Generation Y auf Jobsuche geht, dann geht sie ins Netz. Viele Studierende haben schon ein Profil auf Xing oder LinkedIn, lange bevor sie die Hochschule beendet haben. Aber steigert das wirklich die Chance auf einen guten Job? „Zunächst nicht unbedingt“, sagt Popa. Auf Bewerberportalen werde meistens nach Mitarbeitern mit Berufserfahrung gesucht. Im Bereich Geschäftsführung und Führungspositionen würden etwa drei Viertel aller Stellen über berufsbezogene soziale Netzwerke besetzt. Berufseinsteiger würden aber nur selten angesprochen.

Lohnt es sich dann überhaupt, als Young Professional auf den Plattformen präsent zu sein? „Ja“, lautet die klare Antwort von Popa. Verabschieden müsse man sich nur von der Vorstellung, dass in der digitalen Welt immer alles schnell gehe. „Ein berufliches Netzwerk aufzubauen dauert viele Jahre. Deshalb sollte man schon frühzeitig damit anfangen“, rät der Experte. Langfristig zahle sich die Aktivität auf Job-Portalen in der Regel aus.

Wer die sozialen Netzwerke effektiv für die Karriere nutzen will, muss dort jedoch professionell auftreten. Dies beginne bereits mit dem Foto, sagt Popa: „Manche laden irgendein Bild hoch. Das muss aber schon ein offizielles Bewerbungsfoto sein.“ Nach optischen Veränderungen wie etwa einem neuen Haarschnitt sei eine Aktualisierung des Bildes angebracht.

Ein weiterer häufiger Fehler sei ein Wechsel im Text zwischen Deutsch und Englisch. Viele User seien der Ansicht, auf LinkedIn seien Angaben in englischer Sprache erforderlich, oft werde dies aber nicht konsequent durchgehalten: „Dann steht ein Teil auf Englisch, der andere auf Deutsch dort, das sieht sehr unprofessionell aus.“

Weitere Grundregel: zu den jeweiligen Jobs so viele Informationen wie möglich einstellen. Nur die Firma, die Abteilung und die Positionsbeschreibung anzugeben, sei nicht ausreichend. Gefragt seien auch die konkreten Aufgaben und Tätigkeiten. Dies gelte auch für das Studium. Potenzielle Arbeitgeber auf der Plattform über den Titel der Bachelor- oder Masterarbeit zu informieren sei durchaus sinnvoll.

Zwei Profile sind Pflicht

Mircea Popa, CEO JobNinja
Mircea Popa, CEO JobNinja

Häufig gefragt werde er von jungen Bewerbern außerdem, ob ein Profil auf Xing oder auf LinkedIn besser sei, berichtet Popa: „Ich antworte dann immer, dass man auf beiden Plattformen vertreten sein muss.“ Von Firmen werden nämlich in der Regel nur eines der zwei Netzwerke genutzt: „Damit ich von allen Unternehmen gefunden werden kann, brauche ich bei beiden Anbietern einen Account.“

Wichtig sei auch, die Profile regelmäßig zu pflegen und zu aktualisieren. Empfehlenswert sei, neu geknüpfte Kontakte möglichst zeitnah zum eigenen Netzwerk hinzuzufügen: „Wenn man sich auf einem Workshop oder einer Konferenz kennenlernt, am besten gleich eine Anfrage rausschicken.“ Über Glückwünsche zum Geburtstag oder zu Jubiläen könne man die Verbindung dann dauerhaft aufrechterhalten und sich so immer wieder ins Gedächtnis bringen. Über die Erinnerungsfunktion der Portale werde dies sogar forciert. Plane man den Besuch einer Veranstaltung, könne man außerdem im Vorfeld in Erfahrung bringen, welche Kontakte ebenfalls vor Ort seien, und sich gezielt verabreden.

Eher unüblich sei es in Deutschland, auf den Plattformen als Bewerber die Unternehmen direkt anzusprechen. Im englischsprachigen Raum und Asien sei dies längst Standard. Wer sich international bewerbe, brauche daher keine Scheu zu haben: „Aber bei uns läuft es noch so ab, dass man als Bewerber gefunden wird.“ Gängig sei indes auch hierzulande, bei Mitarbeitern von Unternehmen, die dem eigenen Netzwerk angehören, einmal anzufragen, wenn man sich für einen Job in der Firma interessiere.

Personaler in der Privatsphäre

Personaler schauen auch auf Facebook.
Personaler schauen auch auf Facebook.

Allerding ist Social Media für Bewerber nicht nur ein Segen, sondern mitunter auch Fluch – denn so mancher Recruiter stolpert auch einmal über die ein oder andere Peinlichkeit, die im Netz gelandet ist. „Leider bleibt nicht alles privat, was privat ist“, sagt Popa. Ob Facebook-Kommentare, Berichte oder Fotos – nicht alles, was das Internet über einen Bewerber offenbare, sei der Karriere dienlich.

Er erinnere sich zum Beispiel an eine junge Frau, die vor vielen Jahren einmal in ihrem Heimatdorf zur Bierkönigin gekürt worden sei: „Darüber gab es viele Berichte in der Presse, und das wurde ihr später bei der Jobsuche zum Verhängnis.“

Popas Tipp: Einmal im Monat sich selbst per Google suchen, und Unliebsames aus dem Netz entfernen lassen. Die neue Datenschutzvereinbarung verpflichte Anbieter von Online-Diensten wie Suchmaschinen und Portalbetreiber dazu, Informationen zur privaten Persönlichkeit auf Anfrage innerhalb eines Monats zu löschen. „Darauf hat man ein Recht, und davon sollte man auch Gebrauch machen“, empfiehlt der Experte.

 

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