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Schülerpraktikum bei Gericht

Ausbildung in der Justiz

Das Ausbildungszentrum in Frankfurt am Main

Gefragt sei außerdem Teamfähigkeit. Bei Bewerbungen achte er deshalb auch auf ehrenamtliche Tätigkeiten: „Wenn jemand im Verein ist oder eine Mannschaftssportart ausübt, bringt das bei uns Vorteile.“ Im Arbeitsalltag sei der laufende Austausch mit Kollegen nötig. Schon in der Ausbildung würden deshalb viele Aufgaben in Gruppen durchgeführt. Ein aktuelles Ausbildungsprojekt von Siebert aus dem Bereich Familiengerichtsbarkeit: ein Azubi-Team erstellt eine Pinnwand zum Fall eines Alleinsorgerechts und dem Umgangsrecht mit den Kindern nach einer Scheidung. Ein zweites Team entwirft ein Plakat zur gemeinsamen Ausübung der elterlichen Fürsorge, und eine dritte Gruppe stellt die persönliche Vermögenslage der gesetzlichen Vertreter des Kindes (in diesem Fall der juristische Fachbegriff für die Eltern) in einer Power-Point-Präsentation dar.

Der Einsatz von konventionellen und digitalen Medien sei in der Ausbildung Standard, berichtet Siebert: „Oft arbeiten wir außerdem mit Rollenspielen.“ So würden die Auszubildenden auf den Kontakt zu den Bürgern vorbereitet. Die Justizfachangestellten erteilen nämlich in Familienangelegenheiten, bei Erbschaften oder bei Zwangsvollstreckungen sowie im Zivil- und Strafrecht persönlich und telefonisch Auskünfte – teilweise auch auf Englisch. Bürgergespräche seien in der Ausbildung sogar Teil der Abschlussprüfung, sagt Siebert.

Dabei seien die Mitarbeiter am Gericht jedoch auch immer wieder mit Menschen in Krisensituationen konfrontiert, etwa wenn jemand einen Familienangehörigen oder sein Vermögen verloren habe: „Dafür braucht man viel Empathie.“ Angeboten würden in der Ausbildung deshalb auch Schulungen in Kommunikation und im Konfliktmanagement.

Weiterbildung ist wichtig

Die Bereitschaft, sich weiterzubilden, sei bei Justizfachangestellten das gesamte Berufsleben lang wichtig: „Die Gesetze ändern sich ja immer wieder.“ Wer sein Wissen erweitern und vertiefen wolle, habe in dem Beruf außerdem interessante Aufstiegsmöglichkeiten, etwa mit einer Zusatzausbildung zum Justizfachwirt oder Gerichtsvollzieher. Mit dieser Qualifikation könne man als Beamter im mittleren Dienst arbeiten.

Schülern, die sich für eine Ausbildung zum Justizfachangestellten interessieren, rät Siebert zu einem Praktikum: „Einfach mal reinschnuppern, dann merkt man schon, ob einem das liegt.“ Die Justiz in Hessen bietet mehrwöchige Praktika in den Ferien und Jahrespraktika an. Weitere Infos zu Berufen in der Justiz gibt es auf den Internetseiten der Justizbehörden der verschiedenen Bundesländer.

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