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Wie ergattert man ein Praktikum bei der EU?

Praktikum bei der EU

Praktikum bei der EU eröffnet dir viele Möglichkeiten

Carmel Dunne von der Europäischen Kommission im Gespräch mit Stuzubi


Etwa 20.000 bis 30.000 Bewerber versuchen jedes Jahr, ein Praktikum bei der Europäischen Kommission zu ergattern – und nur 1.300 von ihnen kommen zum Zug. Carmel Dunne von der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission verrät im Stuzubi-Interview, welche Kandidaten die besten Chancen haben.

Ein Praktikum bei einer der Institutionen der Europäischen Union gilt als Renommee und bringt für spätere Bewerbungen große Vorteile. Inwieweit wird diese Chance von Absolventen aus Deutschland genutzt?

Die meisten Bewerber, die bei uns ein Praktikum machen möchten, kommen aus Italien, Spanien und Frankreich. In Deutschland lag die Zahl der Kandidaten zwischen 2014 und 2017 bei rund 1.200 Bewerbern im Jahr. Bezogen auf alle Bewerber liegt die Chance, genommen zu werden, bei etwa vier Prozent. In den Jahren 2012 bis 2015 lag die Erfolgsquote der deutschen Kandidaten mit 6,5 Prozent über dem Durchschnitt. In den vergangenen vier Jahren wurden jeweils zwischen 73 und 115 Bewerber aus Deutschland als Praktikanten bei der Europäischen Kommission eingestellt.

Gibt es Praktika, die besonders beliebt sind?

Wir bieten Praktika in der Verwaltung und im Bereich Übersetzungen an. Die meisten bewerben sich für die Verwaltung.

Grundsätzlich steht die EU Absolventen aller Fachrichtungen offen. Aber wie sieht es in der Praxis aus, was für Hochschulabschlüsse bringen die meisten Bewerber mit? Und gibt es Fächer, die die Erfolgschancen erhöhen?

Viele unserer Bewerber haben Politikwissenschaft, Internationale Beziehungen oder Development studiert. Insgesamt 19 Prozent der Kandidaten bringen einen Abschluss aus diesen Fachrichtungen mit. Von unseren Praktikanten haben 21 Prozent einen Abschluss aus diesen Bereichen. Häufig vertreten sind auch Juristen, unter den Bewerbern liegt ihr Anteil bei 15 Prozent, bei den Praktikanten bei 20 Prozent. Gut sind die Aussichten auch für Wirtschaftswissenschaftler, sie machen nur sieben Prozent der Bewerbungen aus, stellen aber acht Prozent der Praktikanten. Am höchsten sind die Erfolgsaussichten bei Absolventen der Fachrichtung European Studies, die ebenfalls mit acht Prozent bei den Praktikanten vertreten sind, aber nur mit vier Prozent bei den Bewerbern. Am geringsten sind die Chancen für Absolventen aus dem Bereich Sprachen, hier liegt der Bewerberanteil bei zwölf Prozent, aber nur sechs Prozent von ihnen bekommen ein Praktikum bei uns.

Ist für ein Praktikum ein abgeschlossener Master zwingend nötig?

Nein, aber die meisten unserer Bewerber – zwischen 80 und 90 Prozent – haben einen Master. Die Anzahl der Bewerber mit Bachelor lag in den vergangenen drei Jahren zwischen 8 und 12 Prozent.

Was sollte ein Bewerber sonst noch mitbringen?

Am wichtigsten ist uns der Bildungsstand des Bewerbers. Die zweitgrößte Rolle spielen die Sprachkenntnisse. Neben seiner Muttersprache sollte der Kandidat sehr gut in einer der Arbeitssprachen der Europäischen Kommission sein, also in Englisch, Französisch oder Deutsch. Hier muss das Niveau nachgewiesen mindestens bei C1 oder C 2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens – der offiziellen Einstufung von Sprachkenntnissen innerhalb der EU – liegen. Von Vorteil ist auch, noch eine weitere der insgesamt 24 Sprachen der EU-Mitgliedsstaaten zu können. Pluspunkte bringen außerdem relevante Berufs- und Praxiserfahrungen, besonders aus ehrenamtlichen Tätigkeiten. Gern gesehen sind auch Auslandserfahrungen. Ebenfalls von großer Bedeutung sind die Motivation des Bewerbers und die Argumente, mit denen er versucht, uns von seiner Eignung für ein Praktikum bei uns zu überzeugen. IT-Kenntnisse, Veröffentlichungen und außergewöhnliche Studienschwerpunkte werden bei der Bewertung einer Bewerbung auch beachtet, stehen aber eher hinten auf der Prioritätenliste.

Werden Bewerber, die politisch aktiv sind, bevorzugt?

Nein, politisches Engagement spielt keine besondere Rolle beim Auswahlverfahren.

In der Regel bewirbt man sich bei der Europäischen Kommission über das European Personnel Selection Office (EPSO), das Europäische Amt für Personalauswahl. Ist es sinnvoll, zusätzlich direkten Kontakt zu der Stelle aufzunehmen, bei der man sein Praktikum absolvieren möchte?

Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Es gibt Institutionen, die ausdrücklich nicht von den Bewerbern kontaktiert werden wollen. Andere bevorzugen Kandidaten, die Interesse zeigen, indem sie sich direkt bei ihnen melden. Wer es bei uns in die Vorauswahl geschafft hat, bekommt eine Liste der Stellen, die nichts gegen eine Kontaktaufnahme haben.

Wie viele Praktikanten arbeiten später einmal bei der EU?

Darüber führen wir leider keine Statistik.

Daten und Fakten im Überblick

Praktikumsdauer und -termine: fünf Monate, jeweils März bis Juli und Oktober bis Februar
Bewerbungsfrist:
bis Ende Januar 2018 für ein Praktikum von Oktober 2018 bis Februar 2019
Einsatzorte:
Standort der jeweiligen Institution, vorwiegend Brüssel
Vergütung:
1.176 Euro im Monat zuzüglich Reisespesen
Weitere Infos:
Praktika bei der EU

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