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Studenten und Schüler entdecken multilateralen Austausch der UN

Theresa Fuchs auf der MUN

Theresa übernahm auf der MUN die Rolle einer bolivianischen Delegierten im UN-Sicherheitsrat.

Auf internationalem Parkett

Die Organisation der United Nations (UN) kennt fast jeder. Doch was viele nicht wissen: Das Planspiel Model United Nations (MUN), bei dem Schüler und Studenten den multilateralen Austausch der UN nachstellen, ist älter als die Vereinten Nationen selbst. Die Studentin Theresa Fuchs hat an der bekanntesten Variante des Projekts – der National Model United Nations (NMUN) in New York – teilgenommen.

„Unsere Resolution schafft Zugang zu Menschenrechten und sauberem Trinkwasser“, sagt Theresa stolz. Fünf Tage debattierte die 23-Jährige, die in Regensburg Politikwissenschaften, Volkswirtschaft und Öffentliches Recht studiert, gemeinsam mit rund 5.000 Schülern und Studenten aus mehr als 70 Ländern im April in New York über Themen, die die Welt bewegen.

Bei der NMUN, die in New York erstmals 1920 stattfand, vertreten die Teilnehmer einen Staat als Delegierte. Der Uni Regensburg, die die Teilnahme an dem Projekt für ihre Studenten organisiert hat, wurde das Land Bolivien zugeteilt. „Bolivien ist kulturell sehr vielfältig mit mehr als 37 indigenen Völkern“, berichtet Theresa. Ein Semester lang bereitete die Universität die Studenten auf die Konferenz vor und vermittelte ihnen Kenntnisse über die Funktionsweise der UN und den Staat, den sie vertreten sollten. Dabei gewesen seien nicht nur angehende Politikwissenschaftler, sondern auch Studierende anderer Fachrichtungen wie Jura oder Wirtschaftsingenieurwesen, erklärt Theresa: „Die MUNs stehen allen offen. Das ist spannend, weil es viele verschiedene Sichtweisen bringt.“

An der NMUN in New York nahmen Regensburger Studenten aller Fachrichtungen teil.
Studenten der Uni Regensburg bei der NMUN

Anwenden konnte Theresa ihr Wissen im Sicherheitsrat der NMUN: „Wir waren 30 Mitglieder als Vertreter von 15 Staaten.“ Doch es habe auch Komitees mit bis zu 400 Teilnehmern gegeben. Die meisten Themen seien im Vorfeld vorbereitet worden. Eine Rolle gespielt habe dabei auch Lobbyarbeit: „Wir mussten versuchen, andere Teilnehmer davon zu überzeugen, für unsere Vorhaben zu stimmen und Kompromisse schließen.“

Getagt haben die Komitees in ihren New Yorker Hotels teilweise von 8 Uhr morgens bis 23 Uhr nachts. „Es war beeindruckend, wie Menschen mit ganz verschiedenen kulturellen Hintergründen für die gleiche Sache brennen können“, schwärmt Theresa.

Doch auch Einblicke in die reale Arbeit der UN standen auf dem Programm. Vor der Konferenz führten Vertreter der Deutschen Presseagentur (dpa) die Studenten durch das UNGebäude. Die Abschlusszeremonie fand im Saal der UN-Generalversammlung statt. „Das war ein unglaubliches Erlebnis“, erinnert sich Theresa. Bei der NMUN hat sie wichtige Erfahrungen gewonnen und viel gelernt: „Früher war die UN für mich ein großes Fragezeichen, aber jetzt habe ich ein Gefühl dafür, was das für eine Organisation ist und was sie leisten kann.“ Trotzdem sei sie nicht mit allem einverstanden. Für reformbedürftig hält sie etwa das Vetorecht der fünf Weltmächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich. Grundsätzlich ist sie vom Konzept der UN aber überzeugt. „Ich bin froh, dass es so etwas wie die UN gibt, um den Weltfrieden zu sichern und den Dialog unter den Ländern aufrecht zu erhalten“, sagt Theresa. Der Blick hinter die Kulissen bei der NMUN hat sie in dieser Haltung bestärkt.