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Mindestlohn für Azubis ab 2020 geplant

Mindestlohn für Azubis

Auch für Azubis soll es künftig einen Mindestlohn geben. Bild: Michal Jarmoluk / Pixabay

Seit 2015 gibt es in Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn – doch für Auszubildende ist fürs Gehalt bislang keine Untergrenze festgelegt. Das soll sich nun ändern. Ab 2020 sollen Betriebe ihren Lehrlingen mindestens 515 Euro im Monat bezahlen. Bis 2023 soll die Mindestausbildungsvergütung schrittweise auf 620 Euro angehoben werden.

Wer in Deutschland arbeitet, hat einen garantierten Stundenlohn von mindestens 9,19 Euro – so will es das Gesetz. Sogar Praktikanten haben Anspruch auf den Mindestlohn, es sei denn, sie absolvieren ein Pflichtpraktikum oder Orientierungspraktikum für die Schule oder fürs Studium. Ab 2020 sollen nun auch Lehrlinge eine gesetzlich geregelte Mindestausbildungsvergütung bekommen.

Am Stundensatz des Mindestlohns werden sich die Ausbildungsgehälter aber nicht orientieren. Vorgesehen ist, dass Betriebe ihren Auszubildenden mindestens 515 Euro im Monat bezahlen sollen. Zieht man die Zeit ab, in der Azubis in der Berufsschule sind, ergibt das einen Stundenlohn von knapp 5 Euro. Geplant ist eine Staffelung mit einer Anhebung des Mindestgehalts auf 585 Euro ab 2021 und 620 ab 2023 – was einem Stundenlohn von knapp 6 Euro entspricht.

Tatsächlich verdienen Auszubildende laut einer Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung aus dem Jahr 2018 aber erheblich mehr. Derzeit liegt das durchschnittliche Bruttogehalt bei über 900 Euro. Auch in gering vergüteten Berufen wie Friseur, Florist oder Schornsteinfeger liegt das Durchschnittsgehalt für Azubis zwischen 518 und 617 Euro im Monat. Die Mindestausbildungsvergütung zielt daher nicht darauf ab, Ausbildungsgehälter grundsätzlich anzuheben, sondern soll Extremfälle besonders niedriger Bezahlung verhindern, die in der Praxis aber eine Ausnahme darstellen.

Aktuell sind die Ausbildungsgehälter übrigens deutlich gestiegen – von 2017 auf 2018 um durchschnittlich 3,6 Prozent und von 2016 auf 2017 um immerhin 2,7 Prozent. Wie hoch die Löhne für Azubis in den verschiedenen Branchen sind, erfährst du in unserem Artikel Gering vergütete und gut bezahlte Ausbildungen – Berufe im Ranking.


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