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Studenten und Azubis sollen mehr BAföG bekommen

BAföG-Reform 2019

In 2019 plant die Bundesregierung eine BAföG-Reform.

Wer studiert oder eine Ausbildung macht, kann voraussichtlich ab Herbst mehr Geld vom Staat bekommen. Das Bundesbildungsministerium arbeitet derzeit an einem Gesetz zur Neuregelung des BAföG. Nicht nur eine Anhebung der monatlichen Beträge ist geplant – steigen soll auch die Zahl der Studierenden und Auszubildenden, die diese staatliche Förderung beantragen können

  • Der BAföG-Höchstsatz soll von derzeit 735 auf 850 Euro im Monat erhöht werden. 

  • Der im BAföG enthaltene Mietzuschuss für Studenten und Azubis, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, soll statt 250 Euro ab kommendem Herbst 325 Euro betragen. 

  • Die Verdienstgrenzen für Eltern von Studierenden und Azubis sollen 2019 um sieben und 2020 noch einmal um zwei auf insgesamt neun Prozent angehoben werden, so dass künftig mehr junge Menschen BAföG-berechtigt sein werden. 

  • Studierende und Auszubildende können nach der Änderung finanzielle Rücklagen in Höhe von 8.200 Euro bilden, ohne ihren BAföG-Anspruch zu verlieren. Bislang liegt der Freibetrag für Vermögen bei 7.500 Euro. 

  • Die Rate zur Rückzahlung des BAföG-Darlehens soll von 105 Euro monatlich auf 130 Euro steigen. BAföG besteht zur Hälfte aus einem zinsfreien Kredit, den Rest gibt es als Förderung vom Staat geschenkt. 

  • BAföG Schulden sollen in Zukunft nach 20 Jahren erlassen werden, wenn sich der Bezieher um eine Rückzahlung bemüht hat, aber finanziell nicht dazu in der Lage war.

Ein Studium dürfe nicht am Geld scheitern, betont die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek in einem Video zur BAföG-Reform auf der Internetseite des Ministeriums. Insgesamt will die Bundesregierung für BAföG bis 2021 eine Milliarde Euro mehr ausgeben als bisher. Die Gesetzesänderung soll im Frühjahr 2019 verabschiedet werden und im darauffolgenden Herbst in Kraft treten.

Organisationen wie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) geht der Vorstoß der Bundesregierung jedoch nicht weit genug. Die Anhebung des BAföG-Höchstsatzes sei zwar ein wichtiger erster Schritt, reiche zur Deckung des realen Bedarfs von Studenten aber noch nicht aus, mahnte der GEW-Vize Andreas Keller in einer Pressemeldung. Auch die Erhöhung der Wohnpauschale auf 325 Euro entspreche in vielen Städten nicht den für Studenten üblichen Mietpreisen.

Die FES hat sogar einen eigenen Elf-Punkte-Plan zur Erneuerung des BAföG ausgearbeitet, an dem auch das Deutsche Studentenwerk beteiligt war. Darin enthalten sind unter anderem die komplette Übernahme von Beiträgen für die Kranken- und Pflegeversicherung, die Anpassung der Einkommensgrenzen der Eltern an die Lohnsteigerungen der vergangenen Jahre und Lockerungen beim Höchstalter der Studierenden und der Auflage, das Studium innerhalb der Regelstudienzeit beenden zu müssen. Seit Jahren würden nicht mehr alle BAföG-Mittel abgerufen, dennoch müssten zwei Drittel aller Studenten zur Finanzierung ihres Studiums arbeiten, heißt es in dem Papier. Um das BAföG an die Studienrealität anzupassen, sei eine echte Trendwende nötig.

Mehr zum Thema findest du in unserem großen BAföG-Ratgeber.