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Mathematik denken, Informatik machen

Mathe und Musik

Viele Mathematiker musizieren in ihrer Freizeit – Alexandra spielt Cello.

Mathe studieren als Mädchen Teil 2: Die Mathematikstudentin Alexandra berichtet über Anwendungsbereiche und Berufsaussichten.

Eine große Rolle spiele deshalb auch das Nebenfach: „Dadurch kann man einen Bezug zur Praxis herstellen.“ Alexandra hat im Nebenfach Informatik studiert. Auch ihre Werkstudententätigkeit im IT-Bereich habe dazu beigetragen, einen Anwendungsbereich zu finden, der ihr Spaß mache. Nach dem Studium ging sie für ein Auslandspraktikum im Bereich Data Science zu einem IT-Unternehmen in die australischen Stadt Melbourne.

Informatik sei für sie die Brücke zwischen der Mathematik und der digitalen Welt. Denn digital ist das Mathe-Studium meist nicht: „Der Professor schreibt ganz klassisch an die Tafel.“ Mathematik sei kein innovatives Fach. Das Erstaunliche sei vielmehr, dass eine mathematisch bewiesene Aussage für immer gelte. Bestes Beispiel: der Satz des Pythagoras: „Die Mathematik kommt nur nie zu einem Ende.“ Ihr Studium habe ihr auch gezeigt, dass man nicht alles verstehen könne: „Das ist normal.“

Noch nicht normal ist es, sich als Mädchen für ein Mathematikstudium zu entscheiden: „Viele sind von Mathematikstudentinnen überrascht und manchmal sogar eingeschüchtert.“ Heutzutage sei es aber nicht mehr ganz so ungewöhnlich, als Mädchen Mathematik zu studieren. In ihrem Jahrgang liege der Frauenanteil bei rund 30 Prozent.

Dennoch würden Mädchen eher dazu neigen, sich ein MINT-Studium nicht zuzutrauen. Wie man an ein mathematisches Problem herangehe, sei jedoch geschlechterunabhängig: „Das liegt nicht am Geschlecht, sondern an individuellen Unterschieden zwischen den Menschen.“ Das Klischee des männlichen Nerds als dem typischen Mathematikstudenten werde vor allem von Mathematikern in der Öffentlichkeit geprägt, von Lehrern und Professoren oder auch Darstellungen in Film und Fernsehen.

Die Mathematik an sich unterscheide nicht zwischen Geschlechtern, betont Alexandra: „Sie kennt ja noch nicht einmal eine Sprache und ist weltweit verständlich.“ Gerade das fasziniert sie an ihrem Fach. „Mathematik ist sehr demokratisch und universell, zeitlos und unglaublich konstant“, schwärmt sie.

Wichtig sei es aber auch, bei dem ganzen Knobeln und Grübeln einen Ausgleich zu finden, wie Sport oder „einfach mal nichts machen.“ Alexandra lenkt sich mit Cellospielen ab: „Musik hat etwas sehr Strukturiertes, da gibt es viele Parallelen zur Mathematik.“ Daher gebe es auch viele Mathematikstudenten, die musizieren.

Beruflich plant Alexandra als Daten-Analystin in der IT-Branche zu arbeiten. Das könne sich jedoch auch wieder ändern, räumt sie ein. Ihr Mathematik-Studium habe sie breit ausgebildet: „Mathematik ist ein Kosmos, aus dem sich andere Bereiche bedienen können. Anwendung gibt es überall, da die Mathematik die Grundlage darstellt.“

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