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Grüne Berufe Teil 4: Klimaschutz im Alltag

Ressourcen schonen durch nachhaltige Verwertung

Die Verwertung von Abfällen schont Ressourcen und hilft beim Klimaschutz.

Einen Beitrag leisten könne man über das Kaufverhalten. Eine massive Umweltsünde seien zum Beispiel holländische Gewächshäuser, in denen im Winter unter anderem Tomaten angebaut würden: „Man kauft das guten Gewissens, weil der Transportweg kurz ist, aber durch das Beheizen der Gewächshäuser wird unglaublich viel Kohlendioxid ausgestoßen.“ Auch in Gewächshäusern gezüchtete Blumen seien ein echter Klimakiller. Zu den Negativbeispielen zählen hier ebenfalls die Niederlande. „Es ist sogar besser, Rosen aus Afrika zu kaufen als die aus Holland“, sagt Lisa.

Private Haushalte seien außerdem an einem großen Teil des Plastikmülls in der Umwelt schuld, erklärt Markus: „Das landet, zumindest in Deutschland und Europa, meistens nicht in den Flüssen, sondern auf dem Acker über Kompostierungsanlagen.“ Wie das Plastik in den Kompost gelangt? „Der Müll wird nicht sauber getrennt, der Kunststoff landet in der Biotonne.“ Abfälle aus Privathaushalten seien oft nicht mehr recycelbar, weil die verschiedenen Materialien vermischt würden. Für seine Forschungen verwende er deshalb nur Reststoffe aus Betrieben, etwa aus der Landwirtschaft oder Bäckereien: „Mit Biomasse Chemie zu machen ist nicht ganz so einfach, da sind uns zur Zeit sortenreine Abfälle am Liebsten.“

Um mit nachhaltigen Rohstoffen effektiv wirtschaften zu können, sei außerdem ein Umdenken auf dem betriebswirtschaftlichen Sektor nötig, erklärt Markus. Früher habe bei Ingenieuren der Grundsatz gegolten je größer, desto billiger: „Aber wir können Biomasse nicht in dem Umfang mit einem nachhaltigen Transport zu BASF bringen.“ Die Lösung des Problems: dezentrale Wertschöpfung, bei der die Rohstoffe in kleinen Mengen vor Ort weiterverarbeitet würden. Im Stuttgarter Raum gebe es schon jetzt viele kleine Anlagen, etwa für Biogas, in denen aus Reststoffen der Landwirtschaft und der Industrie Energie gewonnen werde. „Der kleine Maßstab funktioniert“, betont Markus. Auch seien bereits Konzepte vorhanden, um fossile Stoffe wie Erdöl zu ersetzen, die nur begrenzt vorhanden seien. Geforscht werde zum Beispiel nach Alternativen für Phosphor, ein Stoff, der unter anderem für Dünger und Waschmittel gebraucht wird. „Phosphor wird uns vielleicht noch vor dem Erdöl ausgehen“, sagt Markus. Derzeit werde an einem Verfahren gearbeitet, um Phosphate in Abfällen wieder zu verwerten.

Nachhaltigkeit als Kaufargument reicht nicht aus

Grundsätzlich seien schon viele Technologien zur nachhaltigen Deckung des Bedarfs entwickelt. Das Problem umweltverträglicher Produktion liege jedoch im wirtschaftlichen Bereich: „Wenn es um den Preis geht, spielt Nachhaltigkeit keine Rolle mehr, was teurer ist, wird erstmal nicht gekauft.“ Erfolgreich sein könne man deshalb nur, wenn die umweltfreundlichen Produkte auch bessere Eigenschaften hätten: „In unseren biologischen Kunststoffflaschen bleibt Sprudel zum Beispiel länger spritzig als in konventionellen Plastikflaschen.“ Damit könne man den höheren Preis rechtfertigen.

In die Zukunft blickt Markus mit Optimismus: „Ich glaube, dass Nachhaltigkeit funktioniert, sonst würde ich diesen Job nicht machen.“ Allerdings sei unter Umständen ein Umdenken in der Gesellschaft nötig: „Und Veränderungen sind immer schwer.“ Auch Lisa hat Hoffnung. Die Fridays for Future –Bewegung zeige, dass die Notwendigkeit von Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Bevölkerung immer mehr wahrgenommen werde: „Vielleicht gibt das den Anstoß, dass politisch etwas getan wird.“ Wenn die Warnungen aus der Wissenschaft von der Politik nicht länger ignoriert würden, könne man das Ausmaß des Klimawandels vielleicht noch in Grenzen halten.

Die Bioökonomie Universität Hohenheim bietet zwölf Bachelorstudiengänge in den drei Fächergruppen Agrar- und Ernährungswissenschaften, Naturwissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

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