Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren

Karrieren im Wandel

Bewerbung_blau

Worauf kommt es beim Vorstellungsgespräch an? Können Bewerber in Zeiten des Fachkräftemangels mehr fordern als früher? Wie verbreitet ist Home-Office? Landen nur Bewerber mit Makeln bei der Zeitarbeit? Antworten auf diese Fragen wissen die Experten des Stuzubi Karriere-Forums.

Bei der Expertenrunde der Karrieremesse Stuzubi Jobs & Master können sich Messebesucher Tipps von Fachleuten für ihre individuelle Situation zu holen. Mit dabei: Martha Meyer vom Karriereportal Xing, Merve Krabbenhöft von der Personalvermittlung Academic Work, Nils Schmidt vom Berufsverband für Fach- und Führungskräfte Die Führungskräfte e.V. (DFK), Stephanie Luftensteiner vom Arbeitgeber-Bewertungsportal Kununu und Stefan Bobzin von der Feuerwehr Hamburg. Welche neuen Trends am Arbeitsmarkt sie derzeit beobachten, verraten einige der Experten im Stuzubi-Magazin.

Martha Meyer Xing

Martha Meyer (Xing)

Mein Tipp für Bewerber: sich nicht zu viel vorbereiten. Wir wollen den Menschen hinter der Bewerbung kennenlernen. Wer im Vorstellungsgespräch mit Floskeln aus dem Internet antwortet, erschwert das. Einmal hatte ich eine Bewerberin, die auf die Frage, was sie gerade liest, einen Management-Schinken aus dem Handelsblatt nannte. Ich habe sie dann gefragt, was sie privat liest. Daraus ergab sich ein gutes Gespräch. Es war übrigens Harry Potter.

Neu ist, dass Kandidaten oft im Vorstellungsgespräch das ganze Team kennenlernen. Früher fanden die Termine nur mit dem Personaler und der Führungskraft statt. Eine zunehmende Rolle spielen auch Verfahren zur Eignungsdiagnostik. Typische Fragen dazu wären, welche Wendepunkte die berufliche Biographie geprägt haben, oder was ein gutes Team ausmacht. Darauf mit Phrasen aus dem Lehrbuch zu antworten, ist nicht zielführend. Wer sich aufs Vorstellungsgespräch vorbereiten möchte, sollte sich lieber bewusstmachen, was er will und was er kann.

Merve Krabbenhöft Academic Work

Merve Krabbenhöft (Academic Work)

Die Anforderungen von Unternehmen, aber auch von Bewerbern, verändern sich. Einige Firmen verlangen von Mitarbeitern zum Beispiel ein hohes Maß an Reisebereitschaft. Viele Mitarbeiter wollen aber nicht vier bis fünf Tage unter der Woche als Standard von Zuhause weg sein, sondern wünschen sich völlig im Gegenteil, mehr vom Home-Office aus zu arbeiten. Hier sind die Unternehmen oft noch nicht so weit. Anders als früher ist auch die Bindung zum Arbeitgeber. Innerhalb von sechs Jahren zweimal die Firma zu wechseln ist inzwischen normal. Personaler der alten Generation erschrecken bei so etwas. Ich vermittle ihnen dann häufig, dass Lebensläufe heutzutage nicht mehr so geradlinig aussehen.

Auch die Themen Personalvermittlung, Personaldienstleistung und Zeitarbeit spielen eine andere Rolle als früher. Bei manchen Firmen kommt man nur über Zeitarbeitsverträge rein, weil die Unternehmen gar nicht direkt einstellen. Viele Bewerber wissen das. Außerdem hat der Einstieg über eine Personalvermittlung natürlich den Vorteil, dass man sich nicht aktiv bewerben muss. Beispielsweise können sich die Bewerber hier das Anschreiben sparen. Auch das wird immer mehr geschätzt.

Nils Schmidt DFK

Nils Schmidt (DFK)

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt hält weiter an. Fachkräfte werden händeringend gesucht. Die formellen Hürden im Bewerbungsverfahren wurden abgesenkt. Der Großteil der Konzerne und mittelständischen Unternehmen setzt Arbeit 4.0 konsequent um. Dabei wird nicht nur auf Veränderungsprozesse der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter reagiert. Private und familiäre Aspekte werden stärker berücksichtigt, als noch vor einigen Jahren.

Eigentlich goldene Zeiten um ins Berufsleben einzusteigen oder Job zu wechseln. Dennoch sollten sich Jobsuchende nicht vom Fachkräftemangel und den Erleichterungen im Bewerbungsverfahren täuschen lassen und leichtfertig Chancen verspielen. Ein aussagekräftiger Lebenslauf ist unabdingbar. Sämtliche Unternehmen bevorzugen Kandidaten mit guter Ausbildung und örtlicher Flexibilität.

Stephanie Luftensteiner Kununu

Stephanie Luftensteiner (Kununu)

Die Digitalisierung verändert sowohl Bewerbungsprozesse als auch den Arbeitsplatz. Die Bewerbungsmappe ist ein Auslaufmodell, bei vielen Unternehmen können Bewerbungen ausschließlich über Online-Portale eingereicht werden. Social Media-Plattformen wie XING bieten ihren Usern einen professionellen Auftritt. Viele Personaler suchen hier gezielt nach Mitarbeitern und bieten Stellen an

Digitalisierung schafft außerdem Transparenz. So gibt es auf kununu neben der Bewertung des Arbeitgebers auch Bewertungen von Bewerbungsprozessen. Auf unserer Plattform finden sich mehr als 2.815.944 authentische Erfahrungsberichte. Eine Analyse der Suchanfragen auf kununu bestätigt: Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Möglichkeiten werden am meisten nachgefragt, gefolgt von der Möglichkeit, seinen Hund mit zur Arbeit zu bringen. Firmenautos, Handys oder Boni als Benefits verlieren dagegen an Bedeutung