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Ausbildung in der Justiz: Justizfachangestellte/r

Ausbildung zum Justizfachangestellten

Ausbilder Christian Siebert (zweiter v.l.) mit seinen Azubis.

Auch wer nicht studieren will, kann im Rechtswesen arbeiten. An den hessischen Gerichten gebe es derzeit viele freie Stellen, sagt Christian Siebert. Er ist Ausbilder für Justizfachangestellte am Amtsgericht Frankfurt am Main. Seine Azubis lernen, wie der Arbeitsalltag am Gericht funktioniert.

  • Justizfachangestellte haben meistens Abitur oder Fachabitur.
  • Die Ausbildung zum Justizfachangestellten beinhaltet den Umgang mit Gesetzestexten.
  • Bei der Bewerbung für die Ausbildung zum Justizfachangestellten muss ein Einstellungstest mit Prüfungen in Deutsch, Mathematik und Allgemeinbildung absolviert werden.
  • Justizfachangestellte arbeiten im Büro eng mit den Richtern zusammen und haben auch Kontakt zu Bürgern.

Justizfachangestellte kümmern sich um das Organisatorische, das in den Geschäftsstellen der Justiz anfällt. Sie verteilen die Post an die zuständigen Richter und Rechtspfleger, laden die Prozessbeteiligten zu Gerichtsverhandlungen ein oder prüfen, ob Zahlungen fristgerecht eingegangen sind. Allerdings gehe die Tätigkeit weit über einen Sekretariatsjob hinaus, betont Siebert: „Wir erteilen zum Beispiel in Entscheidungen die Rechtskraft.“ Das bedeutet: Der Justizfachangestellte sorgt formal dafür, dass ein Gerichtsurteil rechtskräftig wird und man nicht mehr erneut dagegen klagen kann. Erst dann kann das richterliche Urteil umgesetzt werden. Auch der Umgang mit Gesetzestexten gehöre zur Ausbildung, erklärt Siebert. Die Materie sei sehr komplex: „Man bekommt zwar alles erklärt, aber es wird schon erwartet, dass man den Inhalt der Paragrafen versteht.“

Ausbildung für Abiturienten

Ein Großteil der Bewerber habe heutzutage Abitur oder Fachabitur. Unter den Auszubildenden gebe es außerdem viele Studienabbrecher. „Wir haben zwar auch gute Leute mit Realschulabschluss, aber mit Hochschulreife tut man sich schon leichter“, sagt Siebert. Die Ausbildung findet jeweils an zwei Tagen in der Woche an der Berufsschule und an drei Tagen im Ausbildungszentrum bei Gericht statt. An der Schule werden vor allem juristische Fächer unterrichtet, etwa Vertragsrecht, Arbeitsrecht oder Grundgesetz, aber auch Deutsch und Sport oder der Umgang mit Textverarbeitungsprogrammen wie Word und Excel.

Wichtig seien für den Beruf in erster Linie sprachliche und kommunikative Fähigkeiten, erklärt Siebert. Zum Einstellungstest, den die Bewerber bestehen müssten, gehöre deshalb neben einem Test zur Allgemeinbildung und einem Multiple-Choice-Test auch ein Diktat. Nicht ganz so anspruchsvoll seien in der Ausbildung die mathematischen Anforderungen. Zur Berechnung von Nachlassquoten bei Erbschaften oder des ehelichen Zugewinns für die Aufteilung des Vermögens zwischen den Ehepartnern nach einer Scheidung werde lediglich Bruchrechnen oder die Anwendung des Dreisatzes verlangt. „Eine dritte Ableitung braucht man bei uns nicht“, sagt Siebert und lacht.

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