Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren

Bologna-Staaten beraten über Europäischen Hochschulraum

Das europäische Hochschulnetzwerk der Zukunft

Studenten sollen mit Hilfe eines europäischen Hochschulnetzwerkes über den eigenen Tellerrand blicken.

20 Jahre Bologna: Mit welchen Aussichten blicken die Vertragsunterzeichner in die Zukunft und welche Maßnahmen tragen zur Stärkung von Europas Hochschulen bei? Die 48 Bologna-Staaten haben am 24. und 25. Mai 2018 in Paris die Gestaltung des Europäischen Hochschulraums der Zukunft besprochen. Deutschland will dabei eine aktive Vorreiterrolle einnehmen.

Auf der Agenda der Minister-Konferenz standen die Wahrung der akademischen Freiheit, die Umsetzung der Bologna-Ziele in allen Mitgliedsstaaten, das einheitliche Niveau der Studiengänge und der Ausbau der Digitalisierung von Hochschulen. Auf Initiative des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron wollen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union nun auf dieser Grundlage ein Europäisches Hochschulnetzwerk aufbauen, welches auf gleichen Normen und Werten beruhen soll. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sieht den gemeinsamen europäischen Kurs jedoch aktuell in Gefahr und prangerte in ihrer Rede den wachsenden Druck auf die Wissenschaftsfreiheit in vielen Ländern an: „Die Freiheit der Forschung und Lehre wird beschnitten, ein faktengeleiteter Diskurs untergraben; Hochschulangehörige werden entlassen bis hin zum Versuch, politisch unliebsame Einrichtungen zu schließen.“

Wissenschaftsfreiheit, die Selbstständigkeit der Hochschulen und die direkte Beteiligung von Studenten, Lehrenden und Forschenden am Institutionsleben sind laut Karliczek die entscheidenden und nicht verhandelbaren Grundwerte Deutschlands im Bildungssektor. Dieses Selbstverständnis ist auch Bestandteil der Diskussion über die zukünftige Ausrichtung europäischer Zusammenarbeit.

Für ein erfolgreiches, wirtschaftliches und demokratisches Europa sei es das gemeinsame Ziel, die Hochschulsysteme stärker miteinander zu vernetzen und weiterzuentwickeln, betonte Karliczek in ihrer Rede: „Wir schaffen einen europäischen Hochschulraum, der freiheitlich denkende, an Fortschritt und am Gemeinwohl interessierte Studierende, Lehrende und Forschende vereint.“

Deutschland soll in dieser wichtigen Phase eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Bundesregierung will daher die Europäischen Hochschulnetze finanziell fördern und hoffen auf die Unterstützung der anderen Mitgliedsstaaten ein bildungs- und werteoffenes Europa der Zukunft zu schaffen. Der Bologna-Prozess begann mit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in ganz Europa und hat die Hochschullandschaft seither weitreichend geprägt. Das zweigeteilte Studiensystem verfolgt die Einhaltung und Sicherung gemeinsamer Qualitätsstandards auf einer europäisch-gemeinschaftlichen Grundlage. Durch die Vernetzung internationaler Hochschulen sind die Mobilität und der kulturelle Austausch junger Europäer gewinnbringend vorangeschritten. In einem gemeinsamen Europäischen Hochschulraum soll diese Entwicklung nun weiter vorangetrieben werden. mp