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Dual studieren bei der Polizei - Teil 2

Polizist werden

Igor bei einem Einsatz der Autobahnpolizei.

Auch an der Obduktion von Leichen habe er im Studium teilgenommen. Wie man das verkraftet? „Da gibt es kein Patentrezept, jeder muss seine eigene Methode finden“, sagt Igor. In Rollenspielen werde man aber im Studium auf die Dinge vorbereitet, die Polizisten im Beruf immer wieder erleben: „Es gibt Tage, an denen hilft man einer alten Dame, die gestürzt ist, und ein andermal rückt man zu einem Autounfall aus, bei dem ein Kind gestorben ist.“ Hilfreich sei in solchen Fällen, sich auf die Arbeit zu fokussieren und darauf zu achten, sich nicht von seinen Emotionen überrollen zu lassen. Außerdem finde man bei Kollegen immer ein offenes Ohr und könne sich auch an die Personalabteilung wenden, die viele Tipps zur Bewältigung schwieriger Situationen habe.

Allerdings sei die reale Polizeiarbeit nicht mit einem Fernsehkrimi vergleichbar: „Bei uns explodieren nicht jeden Tag Autos.“ Basis der Einsätze sei ein umfangreiches Regelwerk, das den angehenden Gesetzeshütern an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW vermittelt werde. Im Fach Eingriffsrecht etwa lerne man die Polizeigesetze mit ihren Befugnissen und Grenzen kennen – zum Beispiel, unter welchen Voraussetzungen ein Polizist einen Verdächtigen gegen dessen Willen mitnehmen dürfe. „Das Unterrichtsfach lag mir aber nicht so, weil es eher theoretisch ist“, räumt Igor ein. Sein Lieblingsfach sei Einsatzlehre gewesen. Hier gehe es um konkrete Aufgaben und das Auftreten als Polizist. Zum Beispiel werde geregelt, welche Abläufe und Tätigkeiten nach einem Unfall durchzuführen seien.

Alltag bei der Polizei

In den praktischen Abschnitten des Studiums wenden die Studierenden ihre Kenntnisse auf der Polizeiwache an. Die Arbeit findet im Schichtdienst statt. „Mir fällt die Frühschicht schwer, wenn man um 5 Uhr morgens anfängt und um 13 Uhr aufhört“, gibt Igor zu. Mit dem Nachtdienst habe er dagegen keine Probleme. Bei einigen Kollegen sei dies jedoch genau umgekehrt: „Aber mit der Zeit gewöhnt man sich an die wechselnden Arbeitszeiten und es macht einem nichts mehr aus.“

Und was sagt der Partner dazu? „Meine Freundin ist auch bei der Polizei, die hat dafür Verständnis“, sagt Igor und lacht. Diese Konstellation sei gar nicht so selten: „Natürlich gibt es bei uns auch Paare mit unterschiedlichen Berufen, aber wenn beide bei der Polizei sind, macht es vieles einfacher.“ Insgesamt sei er mit seiner Tätigkeit durch und durch zufrieden: „Polizist zu sein ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe“, sagt Igor. Ob er den Beruf noch einmal wählen würde? „Natürlich!“

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