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Dolmetscher-Ausbildung an der Würzburger Dolmetscherschule

Sprachen studieren an der Würzburger Dolmetscherschule WDS

An der WDS hat Nadine eine Ausbildung zur staatlich geprüften Übersetzerin und Dolmetscherin für Spanisch und Englisch absolviert.

Wer Sprachen kann, versteht mehr

Als Schülerin hat Nadine Emmerich ihr Faible für Sprachen entdeckt – und ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Seit ihrem Abschluss an der Würzburger Dolmetscherschule (WDS) arbeitet die 27-Jährige freiberuflich als Übersetzerin und Dolmetscherin. Ihre Lieblingsaufträge: Hochzeiten. Arbeiten kann sie aber auch bei Gericht, und einmal führte sie ihr Beruf sogar in die spanische Psychiatrie. Übersetzungen dagegen erledigt Nadine von zuhause aus – ein großer Pluspunkt für Frauen mit Kinderwunsch, findet sie.

In weißer Bluse und dunklem Blazer erscheint Nadine vor dem Standesamt. Sie ist zu einer Trauung eingeladen. Das Jawort geben sich an diesem Tag ein Deutscher und eine Kolumbianerin. „Die beiden haben sich bei einem Arbeitseinsatz des Mannes in Kolumbien kennengelernt, er spricht sehr gut spanisch. Unser Standesbeamter aber nicht“, sagt Nadine und lacht. Damit die Eheschließung rechtskräftig wird, muss daher ein allgemein beeidigter Dolmetscher anwesend sein. Ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Übersetzerin und Dolmetscherin für Spanisch und Englisch an der WDS mit anschließender allgemeiner Vereidigung verschafft Nadine die Kompetenz, diese ehrenvolle Aufgabe zu übernehmen.

„Hochzeiten mag ich, das ist so feierlich“, schwärmt Nadine. Außerdem kann sie dabei ihr Talent für Sprachen einsetzen. Um ihr Interesse für Sprachen zu vertiefen, entschied sie sich für eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin an der WDS. Für die Einrichtung in Würzburg habe gesprochen, dass die Dozenten dort Muttersprachler seien: „Das war mir wichtig, nur wer selbst aus dem Land kommt, kann die Sprache und Kultur richtig vermitteln.“ Von Vorteil sei auch die Nähe der Schule zu ihrem Heimatort gewesen. Allerdings habe es in ihrer Klasse und vor allem auch später im Studium auch Kommilitonen gegeben, die einen weiten Umzug hinter sich gehabt hätten. Eine Studentin sei sogar aus Hamburg gekommen. „Die WDS hilft dann bei der Wohnungssuche. Das ist in Würzburg nämlich nicht ganz einfach“, verrät Nadine.

Facetten einer Fremdsprache

Der Unterricht an der WDS sei ganz anders als an der Schule, berichtet sie. Die einzelnen Sprachen seien in mehrere Fächer aufgeteilt. Außerdem finde im Studium der Fachunterricht – in Nadines Fall Wirtschaft – in der jeweiligen Fremdsprache statt. Um qualitativ hochwertige Übersetzungen liefern zu können, sei auch vertieftes Fachwissen nötig, erklärt Nadine.

Nadine bei einem Einsatz als Dolmetscherin auf einer Trauung.
Dolmetscher Standesamt Hochzeit

Ausbildung und das Studium seien durchaus anspruchsvoll, betont Nadine: „Wer gute Noten will, muss sich anstrengen.“ Der Einsatz lohnt sich jedoch. Sofort nach ihrem Abschluss hat sich Nadine als freiberufliche Dolmetscherin etabliert. Dabei kann sie aufgrund ihrer Vereidigung nicht nur auf Hochzeiten arbeiten, sondern zum Beispiel auch bei Gerichtsprozessen. „Viele finden das sehr interessant“, sagt Nadine. Ihr liege dieser Bereich jedoch weniger. Einmal habe sie bei einer Verhandlung in einem Strafprozess über ein Gewaltverbrechen auch Bildmaterial zu der Tat gesehen: „Das ist für mich eher nichts.“ Als Freiberuflerin habe sie aber auch die Möglichkeit, Aufträge abzulehnen.

Kein Problem habe sie indes mit einem Einsatz in der Psychiatrie gehabt. Dies sei in ihrem Beruf zwar eine Seltenheit, einmal habe sie jedoch für eine Psychologin gedolmetscht, die einen Deutschen behandelt habe, der während seines Urlaubs in Spanien in eine behandlungsbedürftige psychische Krise geraten sei. Vor Ort sei dann auch die Heimreise des Patienten organisiert worden.

Hauptsächlich übersetzt Nadine aber Blog-Artikel und Schriftstücke wie Zertifikate über Berufsabschlüsse oder andere Urkunden. Das passiert zuhause in ihrem Büro – bei freier Zeiteinteilung. Aus ihrer Sicht sei diese Flexibilität mit ein Grund dafür, dass es in ihrem Beruf so viele Frauen gebe: „Die Arbeit lässt sich wirklich gut mit einer Familie verbinden.“