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Studienfinanzierung mit einem Stipendium

Deutschlandstipendium, Bild: BMBF

2017 haben fast 26.000 Studierende ein Deutschlandstipendium bekommen.

Das Sprichwort „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ gilt auch fürs Studium – viele Studierende leiden unter chronischer Geldknappheit. Doch was in anderen Ländern wie etwa den USA weit verbreitet ist, wird in Deutschland noch viel zu wenig genutzt: die Studienfinanzierung über ein Stipendium. Dabei gibt es jede Menge Angebote.

Studieren ist harte Arbeit, bringt aber erst einmal kein Geld. Trotzdem sollte die Zeit fürs Lernen nicht für einen Nebenjob geopfert werden müssen. Denn es gibt Möglichkeiten finanzieller Unterstützung – man muss sie nur kennen. Eine davon ist das Stipendium. Anders als das BAföG wird diese Förderung in der Regel unabhängig vom Einkommen der Eltern gezahlt und muss auch nicht rückerstattet werden. Was für Stipendien es gibt und wie man sie bekommt verrät unser Stipendien-Ratgeber.

Stipendium fürs Studium

Das bekannteste Stipendium hierzulande ist das Deutschlandstipendium. Zu den Voraussetzungen für die Bewerbung zählen gute Noten, aber auch besondere Lebenssituationen wie familiäre Probleme werden berücksichtigt. Auch ehrenamtliches Engagement verbessert die Chancen. Die älteste Stiftung für Stipendien ist die Studienstiftung des Deutschen Volkes. Sie ist politisch unabhängig und vergibt ihr Stipendium an besonders begabte Bewerber.

Auch die Stiftungen der großen Parteien vergeben Stipendien:

Wer sich hier bewirbt, muss nicht unbedingt Parteimitlied sein – eine gewisse Parteinähe ist aber durchaus vorteilhaft. Gesellschaftliches Engagement bringt bei der Bewerbung Pluspunkte.

Die Kirchen fördern Studierende mit konfessionellen Stiftungen:

Auch hier spielt ehrenamtliches Engagement und die Zugehörigkeit zur Kirche bei der Vergabe eine Rolle.

Lohnenswert ist es außerdem, sich auch über weniger bekannte Stipendien zu informieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat dafür eine Datenbank ins Netz gestellt. Unter www.stipendenlotse.de kann man Stipendien nach Region, Hochschule oder Studienfach, nach Auslandsstipendien und nach vielen weiteren Suchkriterien recherchieren.

Stipendien für die Ausbildung

Ein Stipendium, das Auszubildenden dabei hilft, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, gibt es derzeit in Deutschland nicht. Wer während der Ausbildung nicht mehr bei den Eltern wohnt, hat zwar Anspruch auf Ausbildungsbeihilfe – diese Förderung ist aber im Gegensatz zum Stipendium einkommensabhängig. Trotzdem können auch Azubis Stipendien für bestimmte Projekte bekommen – zum Beispiel für einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung. Für ein Auslandspraktikum in Europa gibt es zum Beispiel das Förderprogramm Erasmus + der Europäischen Union. Firmen, die ihre Auszubildenden in ferne Länder schicken möchten, können bei dem Programm Ausbildung Weltweit Fördergelder beantragen. Mehr Infos dazu unter Azubis ins Ausland.

Stipendien fürs Ausland

Manche Auslandsstipendien beinhalten Studiengebühren.
Auslandsstipendium

Auch ein Auslandsstudium lässt sich mit einem Stipendium finanzieren. Wer ein oder mehrere Auslandssemester an einer Hochschule im europäischen Ausland verbringen möchte, kann sich für das Förderprogramm Erasmus + der EU bewerben. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt Studierende bei Auslandsaufenthalten auf der ganzen Welt.

Ein Auslandsstipendium steuert nicht nur Geld für den Lebensunterhalt bei. Oft können auch die Studiengebühren mit den Fördermitteln bezahlt werden, die an ausländischen Hochschulen mitunter richtig teuer sind. In einigen Stipendien ist sogar ein Zuschuss zu den Reisekosten enthalten.

Die Angebote sind sehr vielfältig, erfordern aber oft ganz spezielle Voraussetzungen. Auch hier lohnt sich eine ausführliche Recherche, zum Beispiel in der Datenbank des DAAD.

Wer kann sich für ein Stipendium bewerben?

Die Voraussetzungen für ein Stipendium sind je nach Art der Förderung ganz verschieden. Ein Gerücht ist jedoch, dass nur Überflieger mit Einser-Abi Chancen auf die finanzielle Unterstützung haben. Auch ehrenamtliches Engagement, besondere außerschulische Fähigkeiten und der Ausgleich bestimmter Benachteiligungen oder schwieriger persönlicher Verhältnisse können bei der Vergabe des Stipendiums eine Rolle spielen – etwa eine chronische Erkrankung oder alleinerziehend zu sein. Es gibt Stipendien, die nur an Kinder von Eltern bestimmter Berufsgruppen vergeben werden, etwa an Söhne und Töchter aus Arztfamilien, oder Förderprogramme, die sich an Studierende aus bestimmten Städten richten. Die Vergabekriterien sind äußerst vielfältig.

Meistens wird mit einem Stipendium ein Studium gefördert. Dabei kann es sich um ein Bacherlorstudium, ein Masterstudium, ein Auslandsstudium oder auch um eine Promotion handeln. In diesen Fällen ist natürlich die Hochschulreife oder Fachhochschulreife nötig. Gute Noten sind immer von Vorteil, aber nicht zwingend das ausschlaggebende Kriterium. Häufig gibt es auch bestimmte Altersgrenzen. Wer ein Studium plant, sollte sich ausführlich über die verschiedenen Stipendien informieren – die Aussichten, mit Erfolg ein Stipendium zu beantragen, sind besser als gemeinhin angenommen.

Welche Förderangebote beinhalten Stipendien?

Stipendien bieten mehr als nur Geld - auch Veranstaltungen und Kontakte sind Teil der Förderung.
Stipendien bieten mehr als nur Geld.

Ein Stipendium unterstützt die Stipendiaten nicht nur mit Geld. Einige Programme beinhalten auch eine persönliche Betreuung der Studierenden. Die Stipendiaten werden zum Beispiel zu Tagungen eingeladen und können so interessante Kontakte für den späteren Berufseinstieg oder eine wissenschaftliche Laufbahn knüpfen. Auch Veranstaltungen wie Sommercamps werden im Rahmen mancher Stipendien angeboten. Alumni-Netzwerke vermitteln Verbindungen zu Unternehmen und schaffen damit ein Sprungbrett für einen erfolgreichen Karrierestart. Ein Stipendium lohnt sich deshalb nicht nur in materieller Hinsicht, sondern hat oft auch einen ideellen Wert.

Wie viel Geld bekommt man mit einem Stipendium?

Die Höhe der Zahlungen variiert je nach Stipendium. Beim Deutschlandstipendium beträgt die Förderung 300 Euro im Monat. Ausgezahlt wird das Geld mindestens zwei Semester lang. Grundsätzlich kann das Deutschlandstipendium sogar für die gesamte Studiendauer bezogen werden, wenn die Regelstudienzeit nicht überschritten wird. Es gibt aber auch Stipendien, die deutlich höher ausfallen. Die BMW Group München unterstützt ihre Stipendiaten im SpeedUp-Stipendium zum Beispiel mit 720 Euro im Monat. Andere Programme wie etwa das Mannheimer Sportstipendium bieten nur hundert Euro monatlich. Manche Dissertationen und Auslandsprojekte werden sogar mit vierstelligen Beträgen pro Monat gefördert.

Wie hoch ist die Chance auf ein Stipendium?

Nach Angaben von ZEIT Campus bekommen etwa vier Prozent aller Studierenden ein Stipendium. Das Deutschlandstipendium wurde 2017 insgesamt rund 26.000 Mal vergeben. Viele kleinere Stiftungen bleiben allerdings sogar auf ihren Fördermitteln sitzen, weil sie keine Bewerber finden, die ihre geforderten Kriterien erfüllen. Wer sich nach einem passenden Stipendium umschaut und einen Antrag stellt, hat gute Aussichten, das Geld tatsächlich zu bekommen. Einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zufolge ist 2009 rund ein Drittel aller Stipendienanträge bewilligt worden.

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