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Der Ratgeber rund um die Studienfinanzierung

Bafög Ratgeber

Ein Studium kann ins Geld gehen.

BAFög - so finanzierst du dir dein Studium

Endlich! Auf ins Abenteuer STUDIUM. Vielleicht ziehst du sogar in eine neue Stadt, du brauchst eine eigene Wohnung, neue Möbel? Ach genau, das täglich Brot auf dem Tisch muss plötzlich auch noch selbst finanziert werden. Wie leisten sich die Studierenden das alles überhaupt, fragst du dich? Das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, regelt die Finanzierung junger Erwachsener im Studium. Wenn das eigene Budget oder das der Familie nicht reicht, gibt es finanzielle Unterstützung vom Staat. Hier erfährst du alles, was du über das BAföG wissen musst:

 

Was ist BAföG?

Seit über 45 Jahren regelt die staatliche Unterstützung BAföG die Ausbildung von Schülern und Studierenden in Deutschland und steht so für mehr Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit.

Förderung: Es wird ein Vollzeitstudium gefördert. Geld für das Zweitstudium gibt es nur dann, wenn es auf das Erste aufbaut, zum Beispiel, wenn du an ein Bachelorstudium ein Masterstudium anschließt.

Darlehen: BAföG ist halb geschenkt - die eine Hälfte des BAföG ist ein zinsloses Darlehen, die andere Hälfte eine rückzahlungsfreie Förderung. Insgesamt hast du nach dem Studium fünf Jahre lang Zeit für die Rückzahlung des Darlehens.

Bezugsdauer: Solange das Studium nach der Regelzeit dauert, hast du Anspruch auf BAföG. Bei folgenden Gründen besteht die Möglichkeit auf Verlängerung der Förderungsdauer: Krankheit, Chaos an der Hochschule, Hochschulgremien, Misslingen der Prüfung, Behinderung, Schwangerschaft und Kindererziehung.

Unser Tipp: Das Darlehen schnell zurück zu zahlen lohnt sich. Wer alles auf einmal begleicht, bekommt sogar bis zu 28,5% Rabatt – also, erst mal etwas Geld sparen, um Geld zu sparen!

Wer bekommt BAföG?

Staatsangehörigkeit: Um BAföG zu bekommen, musst du die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Andernfalls ist das Auslandamt der jeweiligen Ausbildungsstätte für dich zuständig.

Altersgrenze: Grundsätzlich darfst du bei Studienbeginn höchstens 29 Jahre alt sein. Aber es gibt Ausnahmeregelungen, die Sonderanträge ermöglichen.

Eigenes Vermögen: Omas Erbe muss als erstes dran glauben. Bevor du vom Staat Unterstützung erhältst, musst du erst dein eigenes Vermögen verbrauchen. Aber natürlich nicht alles. Die Grenze des Eigenvermögens, das man trotz BAföG behalten darf, liegt für unverheiratete, kinderlose Studierende bei 7.500 Euro.

Einkommen der Eltern: Ob du BAföG bekommst, hängt vom Einkommen deiner Eltern ab. Denn wenn sie genug Geld haben, sind deine Eltern dazu verpflichtet, dir ein Studium zu finanzieren. Eine einheitliche, für alle geltende Einkommensgrenze gibt es aber nicht, sondern die jeweiligen Lebensverhältnisse deiner Eltern werden berücksichtigt. Die individuellen Berechnungen dazu sind sehr kompliziert. Dennoch ein allgemeiner Anhaltspunkt: Sind deine Eltern verheiratet, arbeiten als Angestellte, haben keine weiteren Kinder und verdienen zusammen weniger als 3.800 Euro netto im Monat, hast du Anspruch auf BAföG.

Fächerwechsel: Ein Fachrichtungswechsel ist möglichst früh, nach dem zweiten, spätestens drittem Semester zu überlegen. Nur bei einem triftigen, nachvollziehbaren Grund erhältst du trotz Fachwechsel weiter BAföG.

Unser Tipp: Wenn du BAföG-berechtigt bist, nimm es an! Mindestens die Hälfte der finanziellen Förderung bekommst du geschenkt.

Wie hoch ist mein BAföG-Satz?

BAföG-Höchstsatz: Der aktuelle BAföG-Höchstsatz für Studenten, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, liegt bei 735 Euro im Monat. Für Studenten über 25 Jahre, die sich selbst versichern müssen, kommt ein Zuschuss für die Kranken- und Pflegeversicherung hinzu. Mit diesem Einkommen kannst du auf jeden Fall rechnen – denn wenn dein BAföG-Satz niedriger ist, müssen dir deine Eltern den Differenzbetrag in Form von Unterhalt bezahlen.

Wann Eltern zahlen müssen: Anspruch auf den BAföG Höchstsatz hast du, wenn deine Eltern verheiratet sind und zusammen nicht mehr als 1.715 Euro netto im Monat verdienen, oder wenn sie getrennt leben und jeder höchstens 1.145 Euro monatlich netto verdient – vorausgesetzt, sie haben keine weiteren unterhaltsberechtigten Kinder. Ist das Einkommen deiner Eltern höher, müssen sie dir Unterhalt bezahlen, der dir vom BAföG abgezogen wird.

Wohnpauschale: Teil des BAföG ist die sogenannte Wohnpauschale. Unabhängig von der Höhe der Miete liegt diese bei 250 Euro. Wer noch zuhause wohnt, erhält 52 Euro Bezuschussung.

Nebenjob: Ja, die Arbeitserfahrung während des Studiums wird befürwortet. So darfst du, auch wenn du BAföG erhältst, in deinem Nebenjob 5.400 Euro pro Jahr dazu verdienen. Wenn du mehr verdienst, wird die BAföG-Leistung um diesen Betrag gekürzt.

Unser Tipp: Einen ungefähren Richtwert über deinen BAföG-Anspruch kannst du vorab über den BAföG-RECHNER herausfinden.

Der Aufwand beim Ausfüllen der Anträge zahlt sich am Ende aus
Der Bafög-Ratgeber

BAföG beantragen – wie geht das?

Stapelweise Formulare ausfüllen, sich mit der eigenen Steuererklärung herumschlagen, Kontoauszüge verwalten und Abgabefristen einhalten – willkommen in der Welt der Bürokratie. Liebe angehende Studierende, verzweifelt nicht am scheinbar endlosen Papierwust – am Ende zahlt es sich aus!

Der frühe Vogel fängt den Wurm: Sowie du erfährst, in welcher Stadt du studieren wirst, schicke den BAföG-Antrag ab – spätestens im ersten Monat deines Studiums. BAföG gibt es nicht rückwirkend UND es sei dir gesagt, die Mühlen im Amt mahlen, wenn auch stetig, ziemlich langsam.

Wo reichst du die Unterlagen ein: Für Studierende ist das BAföG-Amt zuständig, das im Gebäude des Studentenwerks der jeweiligen Hochschule zu finden ist. Hier reichst du deinen BAföG-Antrag ein. Die Adressen und Telefonnummern aller Ämter findest du unter www.bafög.de.

Welche Unterlagen brauchst du:

Der Erstantrag besteht aus Formblättern und Nachweisen. Die BAföG-Formulare liegen entweder in Papierform im Studentenwerk oder elektronisch auf deren Webseite vor.

Formblatt 1: Hauptantrag

  • personenbezogene Angaben
  • Angaben zu deinem Einkommen
  • Angaben zu deinem Vermögen / Schulden und Lasten zum Zeitpunkt der Antragsstellung

Nachweise:

  • Immatrikulationsbescheinigung (Aufdruck „nach § 9 BAföG“): original einreichen
  • Personalausweis/ Pass/ aktueller Aufenthaltstitel
  • Mietvertrag/ Meldebescheinigung (wenn du nicht mehr bei den Eltern wohnst)
  • Sofern du nicht familienversichert bist: Kranken- und Pflegeversicherungsnachweis mit Rechtsgrundlage und Beitragshöhe
  • eigenes Einkommen im Bewilligungszeitraum (Lohnabrechnung, Nebenjob, Werksvertrag, Stipendiumsbescheid, Waisenrentenbescheid, Riester-Renten-Bescheinigung)
  • Vermögen / Schulden zum Tag der Antragsstellung: (z.B. Kontoauszüge von allen Banken und Bausparern, eigenes Auto/ Wohnung, Lebensversicherung, u.v.m.) Beachte: Falls du Vermögenswerte innerhalb 6 Monate vor Antragsstellung an andere Personen übertragen hast, musst du weitere Nachweise liefern.

Anlage 1 zum Formblatt 1: schulischer und beruflicher Werdegang: lückenlos!

Anlage 2 zum Formblatt 1: Kinderbetreuungszuschlag (sofern du Kinder unter zehn Jahren hast)

Formblatt 3:

Hier geht es um die Einkommensnachweise deiner Familie. Bei Geschwistern ist das aktuelle Einkommen maßgeblich, bei deinen Eltern oder dem Ehegatten bzw. Lebenspartner will die BAföG-Behörde das Einkommen aus dem vorletzten Kalenderjahr vor dem Zeitpunkt der Antragstellung wissen.

  • Einkommenserklärung der Eltern/ des Ehegatten/ des Lebenspartners (NICHT vom Antragssteller auszufüllen)

Nachweise:

  • Steuerbescheid
  • Sonstige Einnahmen, falls nicht im Steuerbescheid erfasst
  • Tätigkeitsnachweis der Geschwister

Der BAföG-Folgeantrag (i.d.R. jährlich): zusätzlich zu Formblatt 1 + 3, reichst du spätestens ab Beginn des fünften Fachsemester das Formblatt 5 (Leistungsnachweise der abgelegten Prüfungen) ein. Der Wiederholungsantrag muss zwei Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraumes des vorherigen Antrags gestellt werden!

Wann ändert sich der BAföG-Satz: Achte beim Einreichen der Einkommensnachweise deiner Eltern immer darauf, ob im laufenden Kalenderjahr der Verdienst gleich bleibt oder sich etwas ändert, etwa beim Eintritt in die Rente oder einer Reduzierung auf Teilzeit. Geschwister sind ein weiterer Parameter, der die Höhe deines BAföG positiv beeinflussen kann. Faktoren, wie das Alter und in welchem Ausbildungsverhältnis sie stehen, spielen eine große Rolle. Veränderungen dieser Verhältnisse musst du dem BAföG-Amt immer mitteilen.

Und jährlich grüßt das Murmeltier: Denke daran, BAföG-Anträge gelten nur für ein Jahr!

Unser Tipp: Unbedingt Kopien des Antrages anfertigen, Immatrikulationsbescheinigung umgehend einreichen und fehlende Nachweise schleunigst nachreichen, Nicht zutreffendes auf dem Formblatt durchstreichen und keine Felder frei lassen (ggf. 0,00 eintragen)

Viel Erfolg bei deinem Studium!
Bafög-Ratgeber

Du erhältst kein BAföG? – kein Grund zum Verzweifeln, hier gibt’s Alternativen für dich

Studentenjobs: Mal ganz abgesehen vom Zuverdienst, ist ein Studentenjob wegen der zusätzlichen Arbeitserfahrung inklusive Selbstständigkeitserziehung immer zu empfehlen, auch wenn das Studium dadurch etwas länger dauert. Wenn du unter dem Grundfreibetrag von 9000 Euro pro Jahr bleibst, zahlst du keine Steuern.

Studienkredite, z.B. der KfW-Studienkredit: Vorsicht, Studienkredite belasten dich nachhaltig mit Zinsen und müssen samt Zinsen zurückgezahlt werden. Mehr Informationen findest du unter: https://studienkredit.de/

Bildungsfonds, z.B. Career Concept oder Brain Capital: Ein Bildungsfond unterscheidet sich vom Studienkredit hinsichtlich des Zinssatzes. Dieser errechnet sich prozentual anhand deines späteren Einkommens. Verdienst du weniger, zahlst du auch weniger. Mehr Informationen findest du unter: https://bildungsfonds.de/

So, einmal tief durchatmen, nimm dir ein paar Tage Zeit für den Antrag und dann wünschen wir dir ein sorgenfreies und vor allem erfolgreiches Studium!

Lena Förtschbeck