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Akademische Auslandskorrespondenten bloggen aus Kasachstan, USA & Spanien

Theresa in Kasachstan

Um ihr Russisch zu verbessern, ist Theresa für ein Jahr nach Kasachstan gegangen.

Theresa Fuchs und León Kreis wollten zum Beispiel ihre Sprachkenntnisse verbessern, für Caroline Leicht ist ihr Auslandssemester verpflichtender Bestandteil des Studiums.

Was allen dreien gemeinsam ist: Sie bloggen auf studieren-weltweit.de über ihren Aufenthalt in ihrer jeweiligen vorübergehenden Wahlheimat im kasachischen Almaty, der Trend-Metropole New York und Valladolid in Spanien.

Jobben an der kasachischen Uni

Etwas Mut gehört schon dazu, um ein ganzes Jahr in Kasachstan zu verbringen. Theresa hat es gewagt. Die 26-Jährige studiert an der Uni Marburg auf Lehramt Evangelische Religion, Englisch und Deutsch als Fremdsprache. „Der Hauptgrund für mich, nach Almaty zu gehen, war, dass ich mein Russisch verbessern wollte“, erklärt sie. Doch wieso gerade in Kasachstan? Die Antwort: Theresa ist Wiederholungstäterin. Einen Teil ihres Studiums hat sie in der litauischen Hauptstadt Wilna verbracht. „Meine Mitbewohnerin dort hat immer wieder von den kasachischen Bergen und der Kultur geschwärmt“, erzählt sie. Deshalb habe sie sich über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) als Sprachassistentin an der Universität von Almaty beworben, wo sie nun Deutschkurse gibt.

In ihrer Freizeit genießt Theresa in Kasachstan die beeindruckende Natur.
Natur in Kasachstan

Ein bisschen Chaos gehört dazu

Was Theresa vorher nicht so ganz bewusst war: In Kasachstan funktionieren Hochschulen völlig anders als in Deutschland. „Wenn ich hier morgens an die Uni komme, weiß ich erst einmal gar nicht, in welchem Raum ich meinen Kurs halten werde“, sagt sie und lacht. Üblich sei es, zunächst die Putzfrau zu fragen, die dann ein verfügbares Zimmer aufsperre. Überhaupt werde in Kasachstan überall und zu jeder Tageszeit sauber gemacht: „Mir tut es dann immer leid, wenn ich wieder über einen frisch gewischten Boden laufe.“ Weniger gut funktioniert es dagegen mit dem Aufräumen. „Die Fernbedienung für die Beamer ist oft nicht auffindbar“, sagt Theresa. Und es gibt nur eine einzige – für drei Geräte. Das Motto in Kasachstan lautet: Improvisieren. Darin ist Theresa inzwischen Meister.

Natur und Kultur erleben

Wenn Theresa nicht unterrichtet, genießt sie die außergewöhnliche Landschaft rund um Almaty. Berge mit bis zu 3.000 Meter Höhe und grandiosen Skipisten, großflächige Seen, Steppen und ein riesiger Canon bieten der Thüringerin spannende Ausflugsziele. „Vor kurzem war ich zum Beispiel mit Freunden in der Steppe und habe dort Kamele auf einer Kamelfarm und eine alte Filmkulisse entdeckt“, schwärmt sie. Auch ins Kino geht Theresa gerne: „Das ist gut für mein Russisch, und die Karten kosten gerade einmal 5 Euro.“ In den Restaurants lägen die Preise in der Regel zwischen 3 und 6 Euro. „Man kann für wenig Geld gut essen““, sagt Theresa.

Auf einem ihrer Ausflüge hat Theresa eine Kamelfarm entdeckt.
Kamelfarm in Kasachstan

Sushi, Mayo-Döner und Pferdefleisch

Sehr beliebt seien bei den Kasachen etwa Pizza und Sushi aus dem Straßenverkauf. Auch Döner werde häufig verzehrt. „Aber der schmeckt mir nicht, weil so viel Mayonnaise drauf ist“, verrät Theresa. Köstlich seien dagegen die kasachischen Teigtaschen, die es in vielen Variationen gebe.

Für den Europäer etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch das kasachische Nationalgericht. Es bestehe aus Nudeln, Zwiebeln und Fleisch, erklärt Theresa. Das Besondere daran: „Es wird von allen Leuten, die mitessen, gemeinsam aus einer Schüssel mit den Händen gegessen.“ Eine weitere kasachische Delikatesse ist Pferdefleisch. Geschmacklich ist Theresa davon jedoch nicht überzeugt: „Ich habe es gekostet, aber ich muss es nicht haben.“

Wer mehr über Theresas Auslandsaufenthalt erfahren möchte, kann unter studieren-weltweit.de/welt-erleben/ theresa-fuchs in ihrem Blog schmökern.

Pflichtsemester in New York

Wer an der Freien Universität Berlin (FU) North American Studys studiert, kommt um ein Auslandssemester nicht herum. Doch müssen und wollen schließt sich nicht unbedingt aus. „Ich war zwar vor zwei Jahren schon einmal für drei Monate in Los Angeles“, sagt Caroline Leicht, die sich für diesen Studiengang entschieden hat. Dennoch sei der verpflichtende Auslandsaufenthalt im Rahmen ihres Studiums ganz in ihrem Sinne gewesen. „Und das dann auch noch mit einem DAAD-Stipendium in New York machen zu können ist natürlich schon toll“, freut sich die 20-Jährige.

Freizeit ist bei Caroline oft knapp. Doch sie nutzt jede freie Minute, um die Trendmetropole New York besser kennenzulernen.
Caroline studiert in New York

Ein teures Pflaster

Doch die Metropole an der amerikanischen Ostküste ist nicht nur trendig, sondern auch teuer. Bemerkbar macht sich das vor allem auch bei der Wohnungssuche. Wer nicht im Studentenwohnheim unterkommt, hat es erst einmal schwer. „Die Leute teilen sich hier manchmal notgedrungen ein WG-Zimmer und zahlen trotzdem 1.200 Dollar Miete“, erzählt Caroline. Sie selbst hat Glück gehabt und lebt mit ihrer Mitbewohnerin in einer Zweizimmerwohnung etwa zehn Minuten vom Campus ihrer Hochschule, der New York University (NYU), entfernt – für „nur“ 1.000 Dollar im Monat.

Amerikanisches Büffeln

„Ich genieße meine Zeit hier sehr und nutze jede freie Minute, um die Stadt zu erleben“, schwärmt Caroline. Allerdings ist Freizeit bei den amerikanischen Studenten, zu denen sie nun zählt, eher rar. Das Lernpensum in den USA sei deutlich höher als in Deutschland, erklärt sie. Zum Teil müsse sie zwei achtseitige Hausarbeiten und vier Essays mit je vier Seiten pro Woche abgeben: „Da ist dann auch das Wochenende ausgefüllt.“

Clubverbot und schräge Food-Trends

Nicht kennengelernt hat Caroline bislang das New Yorker Nachtleben. Das allerdings liegt nicht am hohen Arbeitsaufwand des Studiums, sondern an ihrem Alter. „Ich werde erst zwei Tage vor Ende des Semesters 21, und das ist das Mindestalter, um hier in die Clubs und Bars zu dürfen“, berichtet die Studentin. Keine Altersbeschränkung gibt es dagegen für die trendigen und manchmal etwas schrägen Restaurants der Stadt. „Hier hat kürzlich ein Laden aufgemacht, der rohen Keksteig in Kugelform wie Eis anbietet. Und die Leute stehen fünf Blocks an, um das zu bekommen“, sagt Caroline und lacht. Sie hat fest vor, das ungewöhnliche Dessert demnächst selbst zu probieren.

Was sie in New York sonst noch so erlebt, beschreibt sie in ihrem Blog unter studieren-weltweit.de/welt-erleben/ caroline-leicht

Seinen Aufenthalt in der spanischen Stadt Valladolid empfindet Léon als eine Art Mischung zwischen Studium und Urlaub.
Leon ist mit Erasmus nach Spanien

Mit Erasmus nach Spanien

Wer ins Ausland will, muss nicht unbedingt den Ozean überqueren. „Mit 19 Jahren bin ich noch relativ jung, und es ist das erste Mal, dass ich länger von Zuhause weg bin“, sagt Léon, der an der Uni Augsburg Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Deshalb hat er sich für ein Auslandssemester in Europa im Rahmen eines Erasmusprogramms entschieden – und zwar in der spanischen Stadt Valladolid. „Das ist nicht so weit weg, und mit Erasmus habe ich ein gesichertes Umfeld. Das ist für den Anfang ganz gut“, sagt er. Für Spanien habe außerdem gesprochen, dass seine Mutter aus Chile stamme: „Ich bin aber nicht zweisprachig aufgewachsen. Deshalb möchte ich jetzt etwas für mein Spanisch tun.“

Lernen und locker bleiben

Der Unterricht an der Hochschule findet für Léon aber auf Englisch statt. „Ich wollte auch ein paar Scheine machen. Deshalb war es mir wichtig, dass ich an der Uni etwas verstehe“, erklärt er. In den Kursen werde aber vorwiegend Basiswissen vermittelt. Neben dem Studium hat Léon genug Zeit, um Land und Leute kennenzulernen. Er selbst bezeichnet seinen Auslandsaufenthalt als „Mischung zwischen studieren und Urlaub“. Angenehm findet er auch, dass es die Spanier in der Regel ein bisschen langsamer angehen lassen: „Hier hetzt sich niemand ab.“ Das führe natürlich zu kleinen Verspätungen – über die jedoch entspannt hinweggesehen werde. Die traditionelle Siesta, bei der Läden nachmittags schließen und erst am frühen Abend wieder öffnen, habe ihn anfangs zwar ein bisschen erstaunt, räumt er ein: „Aber inzwischen lege ich mich vor dem Abendessen selbst ein bisschen hin.“

Fernweh nach Übersee

Seinem Ziel, besser Spanisch zu lernen, ist Léon nun ein gutes Stück nähergekommen. Ganz bewusst hat er sich für eine WG mit spanischsprachigen Mitbewohnern entschieden und lebt nun mit einer Chilenin und einer Mexikanerin zusammen: „Das Mädchen aus Chile spricht kein Englisch, dadurch wird mein Spanisch unfreiwillig besser.“ Inzwischen fühlt sich Léon übrigens auch für einen Auslandsaufenthalt außerhalb von Europa gewappnet. „Jetzt würde ich auch weiter weggehen“, sagt er.

Mehr über sein Semester in Spanien steht in seinem Blog unter studieren-weltweit.de/welt-erleben/ leon-kreis.