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Student und Gründer – Matthias Reichl ist mit 20 Jahren Unternehmer

Student gewinnt German Design Award

Matthias (links) und sein Freund und Geschäftspartner Richard bei der Verleihung des German Design Awards.

Mit gerade einmal 20 Jahren ist Matthias Reichl Inhaber einer eigenen Firma. Seine Produktentwicklung Smatterling, eine neue App für Treffen und Events, hat 2019 den German Design Award bekommen. Wie man kreative Ideen umsetzt und vermarktet, lernt der gebürtige Linzer bei dem Studiengang „Management by Design“ an der New Design University (NDU) in St. Pölten bei Wien. In Kürze wird er das Studium als einer der ersten Absolventen abschließen.

  • Mit 17 Jahren begann Matthias mit der Entwicklung seiner App.
  • Sein Plan nach dem Abi: Wirtschaftswissenschaften mit Design verknüpfen.
  • Beim Studium "Management by Design" an der NDU lernt er, kreative Ideen richtig zu präsentieren und umzusetzen.
  • Sein Ziel für die Zukunft: die eigene Firma weiter auszubauen.

„Mein früherer Nachbar Richard und ich saßen damals in einer Bar und haben gescherzt, wie es wäre, Freunde auf Knopfdruck zu finden“, erinnert sich Matthias mit einem Schmunzeln. Damals, das war vor rund drei Jahren. Was zu dieser Zeit keiner wusste: Der heitere Abend in der Kneipe war die Geburtsstunde der App Smatterling.

Heute beschreibt die Jury des German Design Awards die App von Matthias und Richard Zierhut so: „Die Smatterling App erleichtert das Kennenlernen neuer Leute im Alltag und gibt damit dem berühmten ‚Zufall‘ wieder eine Chance. Eine schöne App-Idee, die ‚back tot he roots‘ geht.“ Die Lobeshymne ist die Laudatio zur Preisverleihung – für die beiden jungen Unternehmensgründer ein voller Erfolg.

Doch was muss passieren, dass aus einer Idee eine nutzbare App auf dem Smartphone wird? „Ich habe mich schon immer für Design interessiert, aber in Verbindung mit der realen Umsetzung und der wirtschaftlichen Nutzung“, berichtet Matthias. Nach der Matura, dem österreichischen Abitur, habe er deshalb nach Studiengängen gesucht, die BWL und Design miteinander verknüpfen. An öffentlichen Hochschulen sei er nur im Ausland fündig geworden, etwa in London: „Und ich wollte hier in Österreich bleiben.“

Bei einer Internetrecherche sei er auf den Studiengang „Management by Design“ gestoßen, der seit 2017 an der NDU angeboten wird, einer kleinen Privathochschule, die 2004 von der Wirtschaftskammer Niederösterreich gegründet wurde. Er bewarb sich und bestand den Aufnahmetest – ganz ohne Vorbereitung. „Es war nicht vorgesehen, dass man auf die Prüfung lernt“, erklärt Matthias. Ziel sei vielmehr gewesen, die Problemlösungskompetenz der Bewerber einzuschätzen. Abgefragt worden seien mathematische Fähigkeiten auf Abiturniveau wie das Berechnen von Funktionen, die Bewertung von Statistiken und die Interpretation von Grafiken. Außerdem habe er einen wissenschaftlichen Fachtext zum Konkurs des Quelle-Konzerns lesen, zusammenfassen und Fragen zum Inhalt beantworten müssen. „In Mathe war ich schlecht“, verrät Matthias. Beim Ergebnis zähle jedoch die Gesamtleistung.

Design verstehen und vermarkten

Die App Smatterling startete 2019 mit einer Beta-Version.
Die App Smatterling

Das Studium besteht zu etwa 70 Prozent aus betriebswirtschaftlichen Fächern wie Mikroökonomie, Makroökonomie, Rechnungswesen und internationales Management. Rund 30 Prozent des Stoffs befassen sich mit Inhalten aus dem Bereich Design.

Immer wieder trainieren die Studierenden außerdem, ihre Ideen zu visualisieren. „Wir lernen, wie man Dinge schnell so darstellt, dass man sie herzeigen und zum Beispiel einem Investor präsentieren kann“, erklärt Matthias. Wichtig sei jedoch auch die Bereitschaft, sich intensiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Eine Vorlesung dauere manchmal bis zu acht Stunden. Bei der komplexen Thematik sei das auch nötig: „Wenn man sich nur eine Stunde lang mit etwas beschäftigt, lernt man nichts.“

In der Praxis wenden die Studierenden ihr Wissen in realen Projekten für Unternehmen an. Im Moment arbeite er an einem Konzept für einen virtuellen Generator für Schubladen, berichtet Matthias. Die Aufgabe sei, den bestehenden Generator zu überarbeiten und eine Marketingstrategie zu entwickeln. Eingesetzt werden könne das Produkt zum Beispiel von Tischlern.

Auch Smatterling, die Idee, auf Knopfdruck mögliche Freunde zu finden, konnte Matthias mit den an der NDU gewonnenen Kenntnissen weiter verbessern. Mit der Entwicklung seiner App habe er schon vor seinem Studium begonnen: „Da haben wir oft improvisiert, und jetzt wissen wir, was wir tun.“

Das Konzept seiner App: Sie ermöglicht spontane Treffen mit neuen Leuten an jedem beliebigen Ort. Der User veröffentlicht ein Event auf der Plattform, und andere können dazukommen. Das Besondere: Die Profile beschränken sich auf den Namen und ein Foto. „Bei uns ist das nicht so mit Informationen überflutet wie bei Facebook“, erklärt Matthias. Statt Personen über Kriterien wie gemeinsamen Interessen zu suchen und so bestimmte Profile von vornherein auszuschließen, könne man sich einfach vorurteilsfrei begegnen. Finanziert werden könne die App zum Beispiel über bezahlte Werbe-Events von Unternehmen, Lokalen oder Konzertveranstaltern.

Im Juni 2017 haben er und sein Kompagnon eine GmbH gegründet. Nach dem Studium will sich Matthias ganz auf den Aufbau seiner Firma konzentrieren. „Ich finde jeder sollte mal etwas wagen und einfach machen. Es ist unglaublich wie viel man dabei lernt! Wenn das aber nicht klappen sollte, habe ich aber auch viele andere Möglichkeiten“, räumt er ein. Grundsätzlich könne er im Management von Unternehmen aller Branchen arbeiten, oder auch in einer Designagentur als Führungskraft Fuß fassen.

Die App Smatterling ist bereits als Beta Version am Markt erhältlich. Wer Smatterling ausprobieren möchte, kann sich die App auf Die App Smatterling ist bereits als Beta Version am Markt erhältlich. Wer Smatterling ausprobieren möchte, kann sich die App auf www.smatterling.com für IOS und Android kostenlos herunterladen.

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