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Wie bewerbe ich mich auf eine Ausbildung oder ein Duales Studium? Teil 3

Bewerbungratgeber gibt Tipps zum Anschreiben

Bei der Bewerbung Vorlagen fürs Anschreiben zu nutzen ist erlaubt.

Buchautorin und Personalexpertin Sandra Gehde hält das Anschreiben für ein Auslaufmodell. In ihrem Ratgeber Bewerbung to go rät sie Bewerbern explizit zur Nutzung von Vorlagen. Empfohlen wird der Bewerbungsratgeber unter anderem von der Bundesagentur für Arbeit. „Der Titel hat nicht nur meine Vermutung bestätigt, sondern meine Erwartungen deutlich übertroffen“, sagt Eva Fries von der Informationsbeschaffung der Arbeitsagentur. Stuzubi.de hat mit der Buchautorin gesprochen.

Hat das klassische Anschreiben ausgedient?

Noch nicht, aber ich denke, es geht in die Richtung. Einige große Betriebe verlangen von Schülern, die sich auf einen Ausbildungsplatz bewerben, gar kein Anschreiben mehr. Das ist auch gut so. Vieles, was in den Anschreiben steht, ist völlig over the top. Das zu schreiben ist furchtbar, und der Personaler, der es liest, weiß in der Regel auch, dass es eigentlich gar nicht stimmt. Also kann man es sich auch sparen.

Aber was tun, wenn der Ausbildungsbetrieb ein Anschreiben verlangt?

Dann ist es völlig legitim, eine Vorlage zu benutzen und die eigenen Daten einfach einzusetzen. Das geht schnell, macht keinen Stress und ist auf jeden Fall besser, als sich zu verkünsteln und zu verbiegen.

Aber ist es nicht gerade für Schüler vielleicht sogar von Vorteil, sich über das Anschreiben von den Mitbewerbern abheben zu können? Mit einem ausführlichen Lebenslauf können sie ja meistens noch nicht punkten.

Jedem Personaler ist klar, dass ein Jugendlicher, der sich auf eine Ausbildung oder ein Duales Studium bewirbt, noch keinen spektakulären Lebenslauf haben kann, das wird auch nicht erwartet. Wer gerne Zeit und Aufwand in ein individuelles Anschreiben investieren möchte, kann das aber natürlich machen. Nur sollten diejenigen, die sich für das Anschreiben entscheiden, dann schon ein paar formelle Vorgaben einhalten. Freier ist dagegen das Motivationsschreiben, hier kann man auf seine ganz eigene Art darstellen, warum man den Job möchte und weshalb man sich für den geeigneten Kandidaten hält.

Sie arbeiten seit mehr als zehn Jahren im Personalwesen. Was halten Sie persönlich davon, wie sich das Bewerbungsverfahren mit der Digitalisierung entwickelt?

Die meisten Veränderungen sind finde ich wirklich Verbesserungen, sowohl für die Bewerber als auch für die Unternehmen. In manchen Bereichen müssen wir glaube ich aber noch umdenken und offener werden. Es ist zum Beispiel nicht nötig, dass jemand, der sich auf eine Ausbildung als Mechatroniker bewirbt, perfekt in Rechtschreibung ist. Aber da wird sich denke ich auch noch einiges ändern, spätestens dann, wenn die Firmen ihre Ausbildungsplätze gar nicht mehr besetzen können.

Vielen Dank für das Gespräch.

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