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Vom Musikstudenten zum Hörakustiker bei Hörsysteme Ansgar Wessling

Hörakustiker beim Hörtest

Hörakustiker führen mit dem Kunden unter anderem auch Hörtests durch.

Ganz neue Töne:  Vom Musikstudenten zum Hörakustiker – warum Nils Reinders vom Studium in eine Ausbildung wechselte

Nils Reinders ist leidenschaftlicher Klarinettenspieler. Doch sein Traum, Musik zu studieren, entpuppte sich als Fehlentscheidung. Nun sorgt er dafür, dass Menschen mit Gehörproblemen Töne besser wahrnehmen können. Der 24-Jährige macht eine Ausbildung zum Hörakustiker bei Hörsysteme Ansgar Wessling in Essen und verbindet dabei sein Gespür für Klang mit Interesse an Technik. Den Absprung von der Uni bereut er kein bisschen. „Mein Job hat Zukunft, und mein Studium hat mich nicht erfüllt“, sagt Nils.

Seine Begeisterung für genussvolle Klangerlebnisse war Nils praktisch in die Wiege gelegt. „Ich habe von frühester Kindheit an musiziert“, erzählt er. Schon lange vor dem Abitur habe er beschlossen, aus dieser besonderen Begabung des Hörens einen Beruf zu machen. Allerdings sieht dieser heute ganz anders aus, als Nils ursprünglich geplant hatte. In der 11. Klasse habe sein beruflicher Weg für ihn festgestanden, erinnert er sich: „Ich wollte Musik studieren, mit einer klassischen Ausbildung im Bereich Klarinette.“ Er bewarb sich an der Robert-Schumann- Hochschule in Düsseldorf, und wurde genommen. Anfangs habe ihm das Studium großen Spaß bereitet, berichtet Nils: „Ich habe das wirklich gerne gemacht.“ Mit der Zeit habe er jedoch mehr und mehr den Kontakt zu Menschen vermisst. Gefehlt habe ihm außerdem der handwerkliche Aspekt: „Ich habe einfach gemerkt, das ist nicht der richtige berufliche Weg für mich.“

Nils orientiert sich neu

Deshalb habe er die Entscheidung getroffen, sich neu zu orientieren. Er nahm an Informationsveranstaltungen der Arbeitsagentur teil und absolvierte einen Interessenstest. Das Ergebnis: Nils wurde eine Ausbildung als Hörakustiker vorgeschlagen – ein Beruf, den er bis dato noch gar nicht richtig kannte.

Der ehemalige Musikstudent Nils plant schon jetzt, eine Meisterprüfung als Hörakustiker zu absolvieren.
Auszubildender zum Hörakustiker Nils Reinders

Um herauszu€nden, ob die Tätigkeit für ihn in Frage komme, habe er ein zweiwöchiges Berufspraktikum bei seinem späteren Ausbildungsbetrieb begonnen: „Das Erstaunliche war, dass viele der Kollegen dort vorher etwas ganz anderes gemacht haben.“ Der Ausstieg aus dem Studium sei ihm deshalb nicht schwer gefallen: „Ich habe mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt.“ Auch von seiner Familie sei der Wechsel unterstützt worden. Da sein Vater als Augenoptiker in einem ähnlichen Beruf arbeite, habe er den Entschluss voll und ganz mitgetragen.

Ausbildung für Anspruchsvolle

Kurz nach Ende des Praktikums hatte Nils seinen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Seitdem befasst er sich mit dem Thema Klang auf eine völlig neue Art. An der Berufsschule lernen künftige Hörakustiker im Fach Audiologie, wie das menschliche Gehör funktioniert und aufgebaut ist. Im Akustikunterricht erfahren die Auszubildenden alles über die Grundlagen des Schalls. Ein gewisses Interesse an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen sei daher hilfreich, räumt Nils ein: „Man betreibt zwar kein Physikstudium, aber wenn man sich für die Sache begeistern kann, fällt es einem wesentlich leichter.“ Im Fach Hörgeräteanpassung wird den Schülern außerdem das nötige Wissen vermittelt, um Hörgeräte richtig einzustellen.

„Fast alles, was ich an der Berufsschule lerne, kann ich im Betrieb auch anwenden“, sagt Nils. Um sich in Menschen mit Gehörproblemen besser einfühlen zu können, tragen die Auszubildenden zu Beginn ihrer Lehre sogar einmal einen ganzen Tag lang einen Hörschutz. Auf die persönliche Situation der Kunden einzugehen sei in seinem Beruf essenziell wichtig, erklärt Nils. Dies beinhalte auch Fragen zum jeweiligen Alltagsleben: „So erfahren wir am besten, was für ein Hörgerät jemand braucht.“

In speziellen Kabinen führt Nils mit den Kunden Hörtests durch und wertet sie aus. Gemeinsam mit Kollegen passt er Hörgeräte an oder wählt geeignete neue Modelle aus. Die Technik schreitet dabei immer weiter fort. „Inzwischen gibt es sogar Geräte, die per App angesteuert werden“, sagt Nils. Für den Hörakustiker bedeutet das: Er lernt nie aus. In seinem Beruf gebe es regelmäßig Fortbildungen und Schulungen, um die Mitarbeiter auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, erklärt Nils.

Auch Hörgeräte richtig einzustellen und zu
reparieren gehört zu den Aufgaben eines
Hörakustikers.
Hörakustiker bei der Arbeit mit dem Hörgerät

Auf dem Weg zum Meister

Ein Gerücht ist übrigens, dass Hörakustiker nur mit Senioren zu tun haben. Zwar sei ein Großteil der Kunden schon etwas älter, bestätigt Nils: „Das liegt in der Natur der Sache, die Menschen leben immer länger, darauf ist das Gehör nicht ausgerichtet.“ Oft würden Hörstörungen aber auch an der Schule oder im Studium festgestellt.

Wenn Nils seine Gesellenprüfung bestanden hat, möchte er sich zum Meister weiterbilden. Sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig zu machen, kommt für ihn vorerst aber nicht in Frage: „Als Meister wäre das zwar möglich, in unserem Beruf kann man mit dieser Quali€kation aber auch als Angestellter in einer Firma arbeiten.“ Gut vorstellen könne er sich, später einmal als Ausbilder tätig zu werden und sein Wissen an jüngere Mitarbeiter weiterzugeben.

Ob er es jemals bedauert hat, sein Studium für die Ausbildung aufgegeben zu haben? „Nein“, betont Nils aus voller Überzeugung.
Und das Klarinettespielen? „Wenn einen das einmal gepackt hat, lässt es einen nicht mehr los. Ich mache es immer noch jeden Tag“, sagt der angehende Hörakustiker und lacht.

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