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Sozialpädagogik-Absolventin Larissa über ihre Ausbildung und den Berufsalltag als Erzieherin

Erzieherin Larissa hat ihre Ausbildung an der FDFP absolviert.

Erzieherin Larissa beim Vorlesen

Die Arbeit mit Kindern gehört zu den Berufen, die für die meisten nicht nur Broterwerb, sondern Berufung sind. Wie spannend die Aufgaben einer Erzieherin sind, hat Larissa Olhorn aus Neckartenzlingen bei Esslingen mit 15 Jahren bei einem Praktikum entdeckt. Überrascht habe sie auch die inhaltliche Vielfalt ihrer Ausbildung, die sie an der Freien Dualen Fachschule für Pädagogik (FDFP) absolviert hat. Inzwischen arbeitet die 21-Jährige als Erzieherin im element-i Kinderhaus „Die Tüftler“ in Reutlingen.

  • Vor dem Ausbildungsbeginn müssen angehende Erzieherinnen und Erzieher ein einjähriges Praktikum vorweisen.
  • Die Ausbildung erfordert einen relativ hohen Lernaufwand, ist aber inhaltlich sehr vielfältig und umfasst auch Themen wie Entwicklungspsychologie oder Kunst und Musik.
  • Der Beruf verlangt viel Eigeninitiative und bietet große Gestaltungsspielräume.
  • Die Fachschule FDFP zählt auf der Schülermesse Stuzubi 2019 zu den Ausstellern.

Berufungen zeigen sich meistens früh – aber nicht immer spiegeln sie den ursprünglichen Traumberuf wieder. „Eigentlich wollte ich früher einmal Konditorin werden“, verrät Larissa. Torten backt sie heute allerdings nur in ihrer Freizeit. Schon als sie ein kleines Mädchen war, zeichnete sich nämlich ein weiteres Talent ab: Sie konnte gut mit Kindern umgehen. „Als ich etwa zehn Jahre alt war, habe ich mich immer gerne um unsere jüngeren Nachbarskinder gekümmert“, erinnert sie sich. Auch auf ihren kleinen Cousin aufzupassen habe ihr damals viel Spaß gemacht.

Einmal in der Kinderbetreuung zu arbeiten habe sie zu dieser Zeit aber noch nicht in Erwägung gezogen. Erst als sie im Kindergarten ihres Dorfes ein Schulpraktikum absolviert habe, sei sie auf die Idee gekommen, den Beruf der Erzieherin zu ergreifen und sich an der FDFP zu bewerben.

Die Ausbildung dauert drei Jahre – das Anerkennungsjahr, in dem die angehenden Erzieherinnen bereits in einer Betreuungseinrichtung arbeiten, mit eingerechnet. Um nach ihrem Realschulabschluss an der Fachschule anfangen zu können, musste Larissa jedoch ein einjähriges Vorpraktikum nachweisen. „Das habe ich zwei Dörfer weiter gemacht“, erzählt sie.

Die inhaltliche Breite der Ausbildung habe sie von Anfang an begeistert, schwärmt sie. Der Unterricht beinhalte auch kreative Fächer wie Musik und Kunst: „Man lernt, was man mit den Kindern alles gestalten kann.“ Als besonders spannend empfunden habe sie auch den Bereich Entwicklungspsychologie. Einblicke erhalten die angehenden Erzieherinnen außerdem in die verschiedenen Formen der Pädagogik, etwa das Montessori-Konzept.

Eigenverantwortung gefragt

Erwartet werde von den Auszubildenden allerdings auch die Fähigkeit, sich Themengebiete selbstständig zu erarbeiten. „Für mich war das mega gut, so lernt man am meisten“, sagt Larissa. Die hohe Eigenverantwortung erfordere aber ein gutes Zeitmanagement. In ihrer Ausbildung habe sie gelernt, sich zu organisieren. Gerade im letzten Jahr, in dem auch die Facharbeit geschrieben werde, müsse man gut planen: „Sonst verzettelt man sich.“

Der theoretische Teil der Ausbildung sei durchaus anspruchsvoll, sagt Larissa. Der Unterricht findet von 9 bis 16.30 Uhr an der Schule statt. Etwa zwei bis dreimal in der Woche habe sie zusätzlich ein bis zwei Stunden investiert, um den Stoff daheim zu vertiefen: „Das ist schon relativ viel.“ Jedoch gebe es auch Lernprojekttage, an denen man die Möglichkeit habe, komplett zu Hause zu lernen.

Der theoretische und der praktische Teil wechseln jeweils in einem Turnus von drei Monaten. „In den Praxisphasen ist alles etwas entspannter“, sagt Larissa. Allerdings werde die Arbeit am Kind auch von den Lehrern beurteilt, die dazu an die jeweilige Einrichtung kämen. Schon in der Ausbildung habe sie wesentliche Aufgaben einer Erzieherin selbst übernommen, etwa die Beobachtung der Kinder im Alltag und beim Freispiel. „Das ist sehr wichtig, um herauszufinden, welche Interessen sie haben“, betont sie.

Freiheit und Grenzen

Erzieherinnen lernen, auf die Wünsche von Kindern einzugehen, stellen aber auch Regeln auf.
Die Ausbildung zur Erzieherin erfordert viel Engagement.

Zum Ausdruck bringen können die Jungen und Mädchen über drei Jahre ihre Wünsche aber auch ganz direkt in einer Kinderkonferenz. „Die gibt es bei uns für die Großen immer nach dem Frühstücksbuffet, das von 7 bis 9 Uhr ist.“ Der Tag im Kinderhaus laufe sehr strukturiert ab, biete aber auch viel Spielraum für Freispiel. „Da kann es auch schon mal ein bisschen lauter werden“, räumt Larissa ein. Werde das Toben zu wild, bändige sie ihre Schützlinge oft über das gemeinsame Singen: „Das funktioniert ganz gut.“

Die unverkrampfte Ehrlichkeit der Kinder, ihre grenzenlose Fantasie und ihr Drang, alles Neue auszuprobieren, fasziniere sie immer wieder: „Als Erwachsener verliert man das alles.“ Um den Alltag gemeinsam meistern zu können, sei es aber auch nötig, den Kindern Regeln beizubringen. Die Älteren seien meistens einsichtig, wenn sie ihnen die Gründe von Verboten erkläre. „Bei den unter Dreijährigen ist das aber manchmal etwas schwieriger“, sagt Larissa und lacht.

Dennoch empfinde sie diese Altersgruppe als besonders interessant: „Was entwicklungspsychologisch in den Kleinen vorgeht, ist sehr spannend.“ In den kommenden Jahren wolle sie ihr Wissen über die Thematik weiter vertiefen und entsprechende Fortbildungen besuchen. Vorstellen könne sie sich auch, vielleicht irgendwann die Leitung einer Betreuungseinrichtung zu übernehmen. Jedoch sei dies ein Fernziel: „Jetzt wäre das noch nichts für mich.“ Und eigene Kinder? „Ja, vielleicht, warum nicht“, sagt Larissa. Ganz sicher ist sie sich allerdings in einem: „Meine Berufswahl war genau das Richtige für mich.“

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