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Unternehmensprofile in Stellenangeboten – wenn Arbeitgeber sich bewerben

Der BAP hat mehr als eine Million Jobangebote ausgewertet. Bild: Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP)

In Zeiten des Fachkräftemangels ist die Bewerbung keine Einbahnstraße mehr – nicht nur Jobsuchende versuchen, den künftigen Arbeitgeber von ihren Qualitäten zu überzeugen. Auch Unternehmen bemühen sich darum, gut ausgebildete Mitarbeiter mit attraktiven Selbstdarstellungen für sich zu gewinnen. Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) hat Unternehmensprofile aus mehr als einer Million Jobangebote untersucht – mit teilweise überraschenden Ergebnissen.

  • Die Unternehmenskultur ist vielen Bewerbern wichtiger als materielle Leistungen.
  • Allgemeine Aussagen zur Arbeitsatmosphäre gibt es in 30 Prozent der Stellenanzeigen, konkrete Aspekte der Unternehmenskultur werden aber nur selten genannt.
  • Viele Firmen werben mit Internationalität und Innovation.
  • Die Unternehmensprofile in Jobangeboten arbeiten weiterhin vorwiegend mit harten Fakten wie finanziellen Anreizen.

Sich krumm machen für eine Bonus-Zahlung oder einen Firmenwagen? Gerade bei der jungen Generation greifen so einige der altgedienten Methoden der Mitarbeitermotivation nicht mehr. Vor allem Absolventen und Berufseinsteiger legen Wert auf ein gutes Betriebsklima. Unternehmen reagieren darauf bereits in ihren Stellenausschreibungen. Rund ein Drittel der in der Studie ausgewerteten Jobanzeigen enthielt Begriffe zu menschlichen Aspekten wie einer kollegialen Arbeitsatmosphäre im Unternehmensprofil.

Wie die Unternehmenskultur konkret aussieht, verraten dagegen nur wenige Betriebe in ihren Jobangeboten. Flache Hierarchien versprachen 14 Prozent der Firmen, Wertschätzung spielte bei knapp 10 Prozent eine Rolle, rund 8 Prozent bieten künftigen Mitarbeitern Gestaltungsspielraum. Agiles Arbeiten ermöglichen gerade einmal 4,2 Prozent, und offene Kommunikation – der Schlüssel zur vertrauensvollen Zusammenarbeit – wurde von nur 2,3 Prozent der Unternehmen genannt.

Häufig hervorgehoben werden in Stellenanzeigen stattdessen modern eingerichtete Arbeitsplätze und der Einsatz von neuen Technologien. Immerhin 27 Prozent der Unternehmen versuchten, mit diesen Argumenten bei den Bewerbern zu punkten. Wichtig ist den Firmen auch der Faktor Internationalität, der in jeder vierten Selbstdarstellung zu finden war. Ein Fünftel bezeichnete sich als innovativ und etwa 19 Prozent der Unternehmen gaben an, auf ihrem Gebiet Marktführer zu sein. Rund 40 Prozent der Firmenbeschreibungen versuchen der Untersuchung außerdem zufolge nach wie vor, die Bewerber mit messbaren Tatsachen wie zum Beispiel einer tariflichen oder übertariflichen Vergütung zu locken.

Das Ergebnis der Studie zeige, dass die Vorstellungen der Unternehmen und die Wünsche der Bewerber oft unterschiedlich seien, lautet das Fazit der BAP-Pressemeldung. Statt auf authentische menschliche Werte zu setzen würden weiterhin die klassischen Argumente vorgebracht. „Unternehmen sollten hier mutig sein“, rät der BAP-Hauptgeschäftsführer Thomas Hetz. Gelebte Unternehmenskultur nach außen zu tragen sorge nicht nur dafür, passgenaue Bewerber zu finden, sondern schütze auch vor Mitarbeiterfrustration und unerwarteten Kündigungen.