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Eine Expertin der Deutschen Rentenversicherung gibt Tipps zum Thema Rente

Tipps der Deutschen Rentenversicherung zur Altersvorsorge

Derzeit sind drei Prozent der Renter von Altersarmut betroffen.

Wer gerade an seiner Karriere bastelt, denkt meistens noch nicht an den Ruhestand. Doch wenn die Rente naht, ist es häufig zu spät, um für eine finanzielle Absicherung im Alter zu sorgen. Sabine Kraatz von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) rät deshalb, sich rechtzeitig um das Thema zu kümmern.

  • Altersarmut ist aktuell noch kein Massenphänomen. Besonders hoch ist das Risiko für Freiberufler und Beschäftigte im Niedriglohnsektor.
  • Die gesetzliche Rente bleibt voraussichtlich das Haupteinkommen im Alter, wer nicht privat vorsorgt, muss sich aber auf Abstriche beim Lebensstandard einstellen.
  • Die gängigsten Arten der zusätzlichen Altersvorsorge sind die Riester-Rente, die Rührup-Rente und der Kauf einer Immobilie.
  • Verbraucherzentralen und die Rentenversicherung beraten neutral und kostenfrei zum Thema Absicherung im Alter.

jobs and master: Das Thema Rente liegt für junge Arbeitnehmer noch in weiter Zukunft. Gibt es einen bestimmten Zeitpunkt, bis zu dem man die finanzielle Absicherung im Alter geregelt haben sollte?

Sabine Kraatz: Grundsätzlich gilt, je früher man sich mit seiner Altersvorsorge beschäftigt, umso größer sind die Möglichkeiten, auch mit geringem finanziellen Aufwand effektiv vorsorgen zu können. Für die meisten Menschen wird die gesetzliche Rentenversicherung auch in Zukunft die wichtigste Säule der Alterssicherung sein. Allerdings wird auch bei langjährig Versicherten die gesetzliche Rente allein zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards oft nicht reichen. Wer im Alter den gleichen Lebensstandard möchte wie im Erwerbsleben, sollte zusätzlich privat oder im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung vorsorgen. Dies gilt nicht nur für junge Menschen, sondern auch für Versicherte, die bereits in einigen Jahren in Rente gehen.

jobs and master: Kann sich die Generation der heutigen Berufseinsteiger noch darauf verlassen, dass sie die gesetzliche Rente vor Altersarmut schützt?

Sabine Kraatz: Die Zahl derjenigen, die zusätzlich zu ihrem Einkommen im Alter Grundsicherung beziehen, liegt aktuell bei rund drei Prozent. Altersarmut ist zurzeit also kein Massenphänomen. Es ist die Aufgabe der Sozialpolitik, sicherzustellen, dass für alle Versicherten nach einem erfüllten Berufsleben ein akzeptabler Abstand zwischen bedarfsorientierter Grundsicherung im Alter und beitragsfinanzierter Rente eingehalten wird. Das muss auch für die Generation der heutigen Berufseinsteiger sichergestellt sein.

jobs and master: Prekäre Arbeitsverhältnisse auf freiberuflicher Basis nehmen zu, gerade auch bei Akademikern, die zum Beispiel im kreativen Bereich arbeiten. Was raten Sie dieser Gruppe in puncto Rente?

Sabine Kraatz: Von Altersarmut können Solo-Selbständige und diejenigen betroffen sein, die lange im Niedriglohnsektor gearbeitet haben. Generell ist es für jeden Freiberuflichen ratsam, sich über die Möglichkeiten der gesetzlichen und privaten Altersvorsoge ausführlich zu informieren und individuell beraten zu lassen.

Die gesetzliche Rente sollte durch private Vorsorge ergänzt werden.
Gesetzliche Rente und private Vorsorge

jobs and master: Das Rentenalter ist in den vergangenen Jahren sukzessive gestiegen. Müssen wir künftig alle arbeiten, bis wir 80 sind?

Sabine Kraatz: Momentan befinden wir uns in einer schrittweisen Anhebung des regulären Rentenbeginns von 65 auf 67 Jahre. Die Umsetzung begann 2012 und wird 2031 vollendet sein. Ob es danach eine weitere Anhebung geben muss, kann erst entschieden werden, wenn eine einigermaßen verlässliche Einschätzung vorliegt, wie der Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer im Jahr 2030 aussehen wird. Das ist heute noch nicht der Fall.

jobs and master: Wie hoch ist der Anteil der Menschen, der vorzeitig in Rente geht? Und welche finanziellen Einbußen muss man in Kauf nehmen, wenn man vor der regulären Verrentung mit dem Arbeiten aufhört?

Sabine Kraatz: Zurzeit liegt das tatsächliche Rentenzugangsalter im Durchschnitt bei rund 64 Jahren. Im Jahr 2017 lag der prozentuale Anteil der vorgezogenen Altersrenten bei 57,9 Prozent. Jeder Monat des vorgezogenen Rentenbeginns kostet 0,3 Prozent Abschlag. Pro Jahr des vorzeitigen Rentenbezugs ergibt sich somit eine Minderung der Rente um 3,6 Prozent. Sie gilt für die gesamte Laufzeit der Rente, also auch über die Regelaltersgrenze hinaus. Die Kürzung kann durch die zusätzliche Zahlung von Beiträgen ganz oder teilweise ausgeglichen werden.

jobs and master: Was für Möglichkeiten gibt es, privat für das Alter vorzusorgen, und wie kann man sichere und risikoreiche Angebote voneinander unterscheiden?

Sabine Kraatz: Die Deutsche Rentenversicherung versendet jährliche Renteninformationen an ihre Versicherten, die den Stand der bislang erworbenen Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung sowie die bei Rentenbeginn zu erwartende Rentenhöhe aufzeigen. Auf dieser Basis können die Versicherten ihren Bedarf an zusätzlicher Altersvorsorge individuell planen und eine Zusatzvorsorge aufbauen.

Wer privat für das Alter vorsorgen will, kann zwischen staatlich geförderten und privaten Sparformen wählen. Zu den geförderten Möglichkeiten gehören neben der betrieblichen Altersvorsorge die staatlich bezuschusste Riester-Rente, von der insbesondere Geringverdiener und Familien mit Kindern profitieren, und für Selbständige die Rürup-Rente. Darüber hinaus existieren eine Vielzahl staatlich nicht geförderter Altersvorsorgeprodukte wie etwa Lebensversicherungen, private Rentenversicherungen und Fondssparpläne. Auch der Kauf einer Immobilie kann eine Form der Altersvorsorge sein.

Um bei der Vielzahl an Angeboten sichere von riskanten Produkten unterscheiden zu können, ist eine professionale Beratung zu empfehlen. Hierfür kann man sich zum Beispiel an eine der Verbraucherzentralen wenden. Auch die Deutsche Rentenversicherung unterstützt ihre Versicherten in den Auskunfts- und Beratungsstellen mitkostenlosen, anbieter- und produktunabhängigen Altersvorsorgeberatungen.

 

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