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Alleine reisen als Jugendliche

Stipendium für Auslandsaufenthalte

Am Ziel ihrer Reise hat Paulina ein Künstlerehepaar in Skagen besucht.

Doch ist es als junge Frau nicht ein Risiko, bei völlig Fremden zu übernachten? „Ich bin schon so aufgewachsen, dass ich das Gefühl hatte, man muss als Mädchen Angst haben“, räumt Paulina ein. Die Reise habe ihr aber dabei geholfen, ihre Vorbehalte zu überwinden: „Meine Ängste haben mich immer eingeschränkt und daran gehindert, offen auf Leute zuzugehen. Jetzt habe ich das gelernt.“

Zweimal sei sie auf ihrer Tour in Situationen gekommen, die ihr im ersten Moment gefährlich erschienen seien. Einmal sei sie auf dem Zeltplatz allein gewesen mit zwei jungen Männern in Uniform, ein andermal mit einer biertrinkenden Gruppe Männer: „Da dachte ich erst ‚Oh Gott‘, aber dann hat sich alles ganz anders entwickelt.“ Beide Male habe sie einen wunderbaren Abend mit interessanten Gesprächen erlebt. Zwar gebe es Gefahren und Vorsicht sei mitunter auch gerechtfertigt: „Aber durch die Reise bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass die allermeisten Menschen freundlich sind und einem nichts Böses wollen.“

Die vielen Kontakte, die sie unterwegs geknüpft habe, seien auch wichtig gewesen, um das Erlebte zu verarbeiten. Immer wieder sei sie selbst erstaunt darüber gewesen, wie leicht es ihr plötzlich gefallen sei, zu erzählen und sich anderen gegenüber zu öffnen. Einige, die sie auf ihrem Weg kennengelernt habe, habe sie auf dem Rückweg ein zweites Mal besucht. „Eigentlich war geplant, dass ich mit dem Zug nach Hause komme, aber das war alles so schön, dass ich den Heimweg auch mit dem Rad gefahren bin“, sagt Paulina. Die Tour habe deswegen zwei Wochen länger gedauert. Und sogar von dem knapp bemessenen Reisebudget sei noch etwas übriggeblieben: „Am Ende hatte ich noch 150 Euro.“

Auslandsaufenthalt in Filmen und Fotos

Festgehalten hat Paulina ihre Eindrücke in Filmen, Fotos und Texten. Auch die Dokumentation sei wichtig, um die Erlebnisse zu verarbeiten, erklärt sie: „Außerdem habe ich dadurch etwas, das bleibt und das ich mir später immer wieder anschauen kann.“ Doch auch alle anderen, die sich für Reisen jenseits des Mainstreams interessieren, können an Paulinas Radtour durch Dänemark teilhaben. Unter www.reisezumlicht.de hat sie ihr Material im Internet veröffentlicht.

Was Paulina durch das Projekt gelernt hat? „Ich habe viel mehr Selbstbewusstsein jetzt und keine Probleme mehr, einfach auf Leute zuzugehen, wenn mich irgendetwas interessiert“, erklärt sie. Verändert hat sich auch ihre Art, andere Länder zu entdecken. „Man muss gar nicht so weit weg, es gibt so viele verschiedene Kulturen ganz in der Nähe“, sagt sie. Aufs Fliegen verzichte sie nun weitgehend, nicht nur aus Umweltgründen, sondern um zu sehen, was zwischen dem Ziel- und dem Heimatort liege. Ihr Fazit: „Früher habe ich Urlaub gemacht. Heute reise ich.“

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