Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren

Ausbildung im Bereich Medizin und Gesundheitswesen - Medizinisch-technische/r Assistent/in - Funktionsdiagnostik

Medizinisch-technische/r Assistent/in - Funktionsdiagnostik

Patientendaten und Untersuchungsergebnisse

Ein Teil der Ausbildung beschäftigt sich mit psychoakustischer Audiometrie und objektiver Audiometrie.

Die Ausbildung im Überblick

Medizinisch-technische/r Assistent/in für Funktionsdiagnostik ist eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen. Sie dauert 3 Jahre und führt zu einer staatlichen Abschlussprüfung.

Typische Branchen

Medizinisch-technische Assistenten und Assistentinnen für Funktionsdiagnostik finden Beschäftigung in Krankenhäusern, in Facharztpraxen, in medizinischen Laboratorien und in Zentren für Diagnostik.

Zugang zur Ausbildung

Vorausgesetzt wird in der Regel entweder ein mittlerer Bildungsabschluss und ggf. eine anschließende mindestens zweijährige Berufsausbildung oder ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung. Darüber hinaus wird für den Zugang zur Ausbildung z.B. gefordert: ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung, ggf. praktische Tätigkeit vor Beginn der Ausbildung, ggf. Führungszeugnis, ggf. Mindestalter von 16 Jahren, ggf. Nachweis über einen Hepatitis-A/B-Impfschutz.

Auswahlverfahren: Die Berufsfachschulen wählen Bewerber/innen nach eigenen Kriterien aus. Beispielsweise wird häufig Wert auf gute Leistungen in naturwissenschaftlichen Fächern gelegt.

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:

  • Physik: Kenntnisse insbesondere in den Bereichen Elektrodynamik, Akustik und Optik erleichtern den angehenden Medizinisch-technischen Assistenten und Assistentinnen das Verständnis für Funktionsweisen und Handhabung von medizintechnischen Geräten.
  • Biologie: Krankheit und Heilung sind biologische Vorgänge. Wer sich mit biologischen Sachverhalten auskennt, ist bei der Ausbildung im Vorteil.
  • Mathematik: Die angehenden Assistenten und Assistentinnen stellen Untersuchungsergebnisse sowohl in Tabellen- als auch in Diagrammform dar. Dabei müssen Ergebnisse nach verschiedenen Gleichungen in Relation zu bestimmten Werten gesetzt werden. Gute mathematische Kenntnisse sind deshalb unabdingbar.
  • Englisch: Sowohl die medizintechnische Fachliteratur als auch Fachbegriffe sind häufig in Englisch. Gute Englischkenntnisse sind für die Ausbildung daher ein Plus.
  • Deutsch: Die angehenden Assistenten und Assistentinnen führen bereits in der Ausbildung Untersuchungsprotokolle und erklären den Patienten die Handhabung bestimmter Geräte, z.B. Hörgeräte. Dazu sind gute Deutschkenntnisse erforderlich.
  • Latein: Wer auf Kenntnisse in Latein zurückgreifen kann, hat es beim Erlernen der medizinischen Fachterminologie leichter.

Kenntnisse und Fertigkeiten

  • Rechenfertigkeiten (z.B. Analysieren von physikalischen Größen und Einheiten; Darstellen von Untersuchungsergebnissen sowohl in Tabellen- als auch in Diagrammform)
  • Verständnis für mündliche Äußerungen (z.B. Verstehen von ärztlichen Anweisungen)
  • Mündliches Ausdrucksvermögen (z.B. Befragen von Patienten vor der Untersuchung)
  • Schriftliches Ausdrucksvermögen und Rechtschreibsicherheit (z.B. Zusammenstellen und Dokumentieren von Untersuchungsergebnissen)

Ausbildungsinhalte

Während des theoretischen und praktischen Unterrichts lernt man beispielsweise:

  • welche medizintechnischen Geräte zum Einsatz kommen, um den Funktionszustand des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems, der Sinnesorgane, der Muskulatur, des Herzens, der Blutgefäßdurchströmung und der Lunge zu untersuchen
  • wie ein EEG aussieht, wie Elektromyografie, Neurografie und die Funktionsdiagnostik autonomer und vegetativer Systeme funktionieren (Neurophysiologische Funktionsdiagnostik)
  • wie psychoakustische Audiometrie und objektive Audiometrie funktionieren, wie man Ventilationsprüfungen durchführt und was bei der technischen Assistenz bei myografischen Messungen zu beachten ist (audiologische und Hals-Nasen-Ohren-Funktionsdiagnostik)
  • wie die Elektrokardiografie (EKG ) funktioniert, wie man Druck-, Strömungs- und Volumenmessung an Herz und Gefäßen, Herzschrittmacherfunktionskontrollen und Ultraschalluntersuchungen des Herzens und der Gefäße durchführt (kardiovaskuläre Funktionsdiagnostik)
  • wie statische und dynamische Lungengrößen gemessen werden, wie man die Atemgase physikalisch analysiert, wie Ventilationsprüfungen und Blutgasanalysen durchgeführt werden (pneumologische Funktionsdiagnostik)
  • wie Zellen, Nervensystem, Sinnesorgane, Atmungssystem, Herz-Kreislauf-System und Verdauungssystem aufgebaut sind, wie biologische Funktionen geregelt werden und wie der           (Zell-)Stoffwechsel abläuft
  • wie genetische Merkmale vererbt werden und zu welchen Besonderheiten oder Störungen es bei der Vererbung kommen kann
  • woraus Arzneimittel gewonnen werden, wie man sie anwendet und dosiert
  • wie man mithilfe der elektronischen Datenverarbeitung beispielsweise Patientendaten und Untersuchungsergebnisse aufbereitet und dokumentiert
  • welche rechtlichen Regelungen für die Berufsausübung von Bedeutung sind (z.B. Röntgenverordnung, Strahlenschutzverordnung, Krankenhaus- und Arzneimittelrecht)

Während der Ausbildung werden auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde unterrichtet.

Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit