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Bachelorstudium im Bereich Ingenieurwesen: Brauwesen und Getränketechnologie

Brauwesen und Getränketechnologie (B.Eng.) (B.Sc.)

Alexander Holm liebt den Geruch in der Brauerei. Foto: Volker Drews

Malz, Wasser, Hopfen und Hefe sind die vier Grundbestandteile von Bier.

Uralte Braukunst trifft Ingenieurswissenschaft

Alexander studiert Brauwesen und Getränketechnologie an der Technischen Universität München im achten Semester. In der Schule hat er sich zwar mehr für Geschichte interessiert: „Aber nicht so, dass ich jetzt deswegen Lehramt Geschichte hätte studieren müssen.“ Vielmehr seien für ihn althergebrachte, traditionsbewusste Berufe wie Brauer und Mälzer in die engere Wahl gekommen. Letztendlich habe er sich aber mit Brauwesen und Getränketechnologie für ein Studium entschieden, das Tradition und Moderne verbinde.

Die große thematische Spannweite des Studiengangs findet er besonders interessant, denn hier trifft jahrhundertelang überliefertes Brauerwissen auf modernste Technologien der Anlagen. Als gebürtiger Bayer findet er: „Brauer ist ein typisch bayerischer Beruf, weil Bayern die ältesten Brauereien hat und Bier einfach zum bayerischen Lebensgefühl gehört.“

Bio, Chemie und viel Physik

Im ersten Semester hat Alexander viel über wissenschaftliche Grundlagen aus der Biologie und Chemie gelernt. Weil er als Leistungskurse Englisch, Geschichte und Sozialkunde belegte, hatte er „das Gefühl, weit hinter den anderen Studenten zu sein.“ Aber wenn man genug Interesse habe, komme man „schnell hinterher“, beruhigt er. Allerdings drehe sich im Studium viel um Physik, zum Beispiel bei Verfahrenstechnik und Strömungsmechanik, die beim Brauprozess eine große Rolle spielen: „Man muss ja in der Brauerei später wissen, wie sich verschiedene Flüssigkeiten wie Bier oder Maische durch die Rohrleitungen bewegen.“

„Bier brauen ist wie Kochen!“

In der Versuchsbrauerei der Uni braute Alexander sogar selbst Bier, um zu erfahren, wie der Brauprozess in der Praxis funktioniert. „Das ist ein bisschen wie Kochen: Man schaut einfach, was man im Kühlschrank hat“, lacht er. „Ich überlege, was habe ich für eine Malzsorte und was muss ich an Wasser, Hopfen und Hefe zugeben, um ein bestimmtes Bier zu brauen.“ Bei dunklem Bier nehme man dunkles Malz, und für herbes Pils benutze man mehr Bitterhopfen und gebe dann noch Aromahopfen hinzu, um eine fruchtige Note zu bekommen: „Das Pils soll ja nicht nur kratzig und bitter schmecken.“

Der Anlagenbau ist hochkomplex

Wer sich allerdings entschließe, Brauwesen und Getränketechnologie zu studieren, müsse sich von der Vorstellung verabschieden, später einmal selbst in der Brauerei zu stehen, sagt der 24-Jährige. „Selbst sehr große Brauereien können es sich einfach nicht leisten, mehr als eine Hand voll Brauingenieure zu beschäftigen. Die meisten Absolventen kommen deshalb in der Zulieferindustrie, wie dem Anlagenbau unter.“ Die Bierzubereitung in den Anlagen ist jedoch ein computergesteuerter Prozess, den die Ingenieure immer weiter zu verbessern versuchen.

Doch auch das findet Alexander spannend. Zum Beispiel beschäftigt er sich damit, wie man eine Anlage so konzipiert, dass sie ideal zu reinigen ist. Hier gelte es vor allem, darauf zu achten, dass die Gefäße und Leitungen keine Ablagerungen zulassen, erklärt er. Denn in geschlossenen Systemen sind nur Maschinen für die Sauberkeit im Braukessel verantwortlich.

Was er nach seinem Studium machen will, weiß er aber noch nicht genau. Wie in der Schule sind auch seine Interessen im Studium vielfältig angelegt. An Möglichkeiten mangelt es ihm daher nicht.