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Bachelorstudium im Bereich IT: Biomedizinische Informatik

Biomedizinische Informatik (B.Sc.)

Biomediziner forschen unter anderen zur Früherkennung von Krebs.

Der 27-Jährige trägt mit seinen Forschungen unter anderem zur Früherkennung von Krebs bei.

Computerspezialisten in der Medizin: Biomedizinische Informatiker

Ein Algorithmus für Lebererkrankungen

Gute medizinische Versorgung erfordert nicht nur ärztliches Wissen – auch hoch komplexe medizinische Geräte kommen zum Einsatz. Eine wichtige Rolle spielt dabei natürlich auch der Computer – und genau darauf hat sich Michael spezialisiert. „Dieser Bereich bietet hervorragende Berufschancen“, sagt er. Doch nicht nur das sei der Grund für seine Studienwahl gewesen. „Ich konnte mich einfach nicht zwischen Medizin und Informatik entscheiden“, erklärt er.

Bei seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit Lebererkrankungen – allerdings nicht aus medizinischer Sicht. Vielmehr entwickelte er einen Algorithmus, mit dem Leiden wie etwa eine Fettleber oder eine Leberzirrhose frühzeitig und einfach erkannt werden können, um eine rechtzeitige Behandlung zu ermöglichen. Wie das geht? Die Patienten pusten zunächst in ein Reagenzglas.

Dann werden die Moleküle der Atemluft gemessen und die verschiedenen, darin enthaltenen Stoffe ausgewertet. „Das sind unglaubliche Datenmengen“, erklärt Michael. Seine Aufgabe ist es, eine Software zu schaffen, die diese Unmengen an Informationen in einen sinnvollen Zusammenhang bringt. Daran arbeitet er gemeinsam mit Ärzten und Technikern: „Meine Tätigkeit ist interdisziplinär.“

Pfleger entlasten und Ärzte informieren

Die Ansprüche an Datenverarbeitung in den Krankenhäuern würden „immer höher.“ Diese Tendenz zeichne sich schon seit Jahren ab und nehme stetig zu. Gebraucht werde der Computer aber nicht nur bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten.

Auch die Pfleger, die viele ihrer Tätigkeiten genau dokumentieren müssten, könnten mit einer entsprechenden Software von diesen Verwaltungsaufgaben entlastet werden, so dass sie wieder mehr Zeit für die Patienten hätten. Auch der Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Medizinern, etwa dem Arzt im Krankenhaus und dem Hausarzt, könne mittels EDV erleichtert werden: „Derzeit gibt es Forschungen zur elektronischen Gesundheitsakte.“

Schwerpunkt bei der Technik

Informatik ist ein Schwerpunkt im Studium.Für ein erfolgreiches Studium sei ein Interesse an Mathematik und Informatik hilfreich, rät Michael: „Wer damit gar nichts am Hut hat, für den ist dieses Fach nicht das Richtige.“ Wichtig sei außerdem Interesse an Naturwissenschaften. Neben der Informatik, welche den Schwerpunkt des Studiums darstellt, wird zusätzlich ein Grundwissen im Bereich Medizin und Biologie vermittelt.

Nicht nötig sei es jedoch, dass man bereits programmieren könne. Dies werde an der Hochschule „von Grund auf gelehrt“. Allerdings gebe es auch viel Bezug zur Praxis. Er selbst habe bereits bei seiner Bachelorarbeit an einem konkreten Forschungsprojekt zur Computertomographie mitgewirkt.

Absolventen der Biomedizinischen Informatik haben vielfältige Berufschancen – bei Pharmafirmen, Softwareunternehmen, an wissenschaftlichen Instituten, in der IT-Beratung und natürlich im Krankenhaus selbst. „Dort kann man dann das gesamte IT-System  betreuen und weiterentwickeln, das ist sehr interessant“, sagt Michael. Er selbst wird jedoch erst einmal an seinem Institut weiterforschen.