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Ausbildung Wirtschafskorrespondent/in

Wirtschaftskorrespondent/in

Azubi Regine

Als Wirtschaftskorrespondentin macht Regine Will ihr Lieblingsfach zum Beruf.

Ihre Sprachbegabung hat Regine Will schon an der Realschule entdeckt. „Für mich war immer klar, dass es auch beruflich in diese Richtung gehen soll“, sagt die 18-Jährige. Inzwischen baut sie ihre Talente bei einer Ausbildung zur Wirtschaftskorrespondentin an der Vorbeck-Schule, einem staatlich anerkannten Berufskolleg in Gengenbach im Schwarzwald, aus. Französisch hat Regine schon seit der siebten Klasse.

Allerdings räumt sie ein: „An der Schule haben wir nur die Grundkenntnisse gelernt.“ Anders sieht es in ihrer Ausbildung aus. Im Französischen Jahr, das sie gerade absolviert, werden einige Fächer wie zum Beispiel Handelskorrespondenz und Landeskunde komplett in der Fremdsprache unterrichtet. Außerdem erfährt sie, wie in Frankreich Reisekostenabrechnungen erledigt werden und erwirbt unter anderem Kenntnisse in Stenographie und Textverarbeitung.

Kultur und Käsesorten

Wer viel lernen will, muss aber natürlich auch Zeit investieren. Etwa 35 bis 38 Stunden pro Woche verbringt Regine an der Schule. Hinzu kommen weitere zehn Stunden, in denen sie den Stoff zuhause wiederholt. Überfordert fühlt sie sich aber nicht: „Man gewöhnt sich daran.“ Zudem sei der Unterricht spannend: „Vor allem Landeskunde ist oft sehr lustig.“ In diesem Fach erfährt sie auch viel über die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen – etwa in Sachen Wein und Käse. „Unser Lehrer legt Wert darauf, dass wir alle Käsesorten kennen und wissen, wie die verschiedenen Weinflaschen aussehen“, sagt Regine und lacht.

Dennoch sei der Wille zu lernen wichtig, betont die Schulleiterin Christine Jonientz-Brauner: „Die Vokabeln müssen nachgearbeitet werden.“ Zudem müsse man Lust auf Sprachen und die Bereitschaft mitbringen, in einem internationalen Arbeitsumfeld zu arbeiten. Gute Noten erwarte sie in Deutsch, Französisch und Englisch. Chancen haben allerdings auch Schüler, die in diesen Fächern nur eine Drei haben: Weniger hoch sind die Ansprüche in Mathematik und Naturwissenschaften: „Wer sprachlich begabt ist, ist in diesen Fächern oft nicht so gut.“

Auch Regine gibt zu: „In Mathe war ich eher durchschnittlich.“ Ein gewisses Zahlenverständnis braucht sie bei ihrer Ausbildung allerdings doch, auf dem Stundenplan stehen nämlich auch Betriebswirtschaftslehre und Buchhaltung. Im Vordergrund steht dabei jedoch kaufmännisches Rechnen. „Das ist gut machbar“, versichert die Schülerin.

Training-on-the-Job

Anwenden konnte sie ihre Fähigkeiten bereits bei einem Training-on-the-Job in einem Verlagsunternehmen. Vier Wochen lang recherchierte sie dort Adressen, schrieb Angebote, Serienbriefe und E-Mails – natürlich auch auf Englisch und Französisch. Ihr Englisches Jahr hat sie übrigens schon hinter sich und die Prüfung zur Handelskorrespondentin bestanden. „Französisch ist mir aber wichtiger, weil Frankreich unser Nachbarland ist“, erklärt sie. Außerdem lernt sie in einem Grundkurs zusätzlich russisch.

Erst mal ins Ausland

Wenn sie die dreijährige Ausbildung beendet hat, kann sie bei internationalen Unternehmen gehobene Assistententätigkeiten übernehmen. Das Berufsfeld entspreche in etwa dem einer Europasekretärin, sagt Jonientz-Brauner. Regine allerdings hat zunächst andere Pläne: Nach ihrem Abschluss will sie erst einmal für längere Zeit ins Ausland – natürlich nach Frankreich.

Beruflich hat sie sich aber noch nicht festgelegt. Vorstellen könnte sie sich unter anderem, vielleicht einmal in der Tourismusbranche zu arbeiten – auch das ist mit ihrer Ausbildung möglich. Die Lust, ins Ausland zu gehen, wurde in einer 3-wöchigen Studienreise nach Paris geweckt, die sie im Rahmen ihrer Ausbildung unternommen hat.

Ein Gerücht ist übrigens, dass gute Sprachkenntnisse nur in typischen Frauenberufen gefragt sind. Gerade männliche Absolventen hätten hervorragende Karrierechancen, etwa bei Speditionen und Logistikunternehmen, berichtet Jonientz-Brauner. Deshalb freue sie sich über die Bewerbung von Jungen an ihrer Schule immer ganz besonders.