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Ausbildung Verwaltungsfachangestellte/r

Verwaltungsfachangestellte/r

Azubi Saskia

Saskia Faßbender

Saskia im Büro der Stadt Esslingen

Die Tätigkeit im Büro macht bei Verwaltungsfachangestellten nur einen Teil ihres Arbeitsalltags aus.

Ob Friedhofsverwaltung oder IT-Service, Personalamt oder Stadtkämmerei - Saskia Faßbender hat schon überall hinter die Kulissen geschaut. „Ich komme ganz schön rum“, sagt die 22-Jährige. Sie arbeitet als angehende Verwaltungsfachangestellte bei der Stadt Esslingen. Bei ihrer Tätigkeit durchläuft sie jedoch nicht nur die verschiedenen Ämter – auch Ortstermine außerhalb des Büros gehören zur Ausbildung. Nach dem Abitur ging es Saskia wie vielen Absolventen: Sie wusste, in welche Richtung sie wollte – einen genauen Plan hatte sie aber noch nicht. Klar war ihr nur eines: „Draußen arbeiten ist nichts für mich, ich wollte ins Büro.“

Inzwischen hat sie ihren Arbeitsplatz am Schreibtisch gefunden – und zwar einen der sichersten, die es gibt. Gekündigt werden Mitarbeiter bei der Stadt nämlich nur sehr selten. „Das war mir wichtig, in der freien Wirtschaft habe ich mich gar nicht beworben“, so die Auszubildende. Nun erfährt sie, was in den verschiedenen Behörden alles zu tun ist. Zum Beispiel prüft sie beim Einwohnermeldeamt, ob bei neu gefertigten Reisepässen alles stimmt. Dazu legt sie die Dokumente in ein Gerät, das kontrolliert, ob die einzelnen Bestandteile wie etwa der Fingerabdruck ordnungsgemäß vorhanden sind.

Dann schickt sie dem Bürger ein Schreiben, dass sein Pass zur Abholung bereit liegt. In der Friedhofsverwaltung informiert sie zum Beispiel die Angehörigen von Verstorbenen schriftlich, wenn ein Grab nicht gepflegt ist.  „Überhaupt schreibe ich oft Briefe“, erzählt sie. Deshalb ist es in diesem Beruf wichtig, dass man gut in deutscher Rechtschreibung ist. Die anderen Schulfächer seien aber weniger von Bedetung, räumt sie ein: „Vieles davon braucht man nicht.“

"Wir helfen, wo wir können"

Doch auch telefonieren gehört zu ihren Aufgaben. In der Verkehrsabteilung des Ordnungs- und Standesamtes etwa ruft sie Bauunternehmen an, um zu fragen, ob die Absicherung einer Baustelle verlängert werden muss, oder die Arbeiten rechtzeitig fertig geworden sind. Persönlichen Kontakt mit den Bürgern hat sie, wenn sie an der Infothek arbeitet.

Dort gibt sie den Esslingern unter anderem Auskunft darüber, wo die Bußgeldstelle ist, beantwortet Fragen zum Personalausweis oder sagt ihnen, wo sie den nächsten Blumenladen finden: „Wir helfen, wo wir können.“ Doch auch Saskia selbst bekommt Unterstützung: „Die Kollegen zeigen einem genau, was sie machen und nehmen einen sogar mit auf Termine.“ Dabei war sie zum Beispiel schon bei Kanalarbeiten, für die das Tiefbauamt zuständig ist.

Vielleicht Beamter werden?

Was sie für ihre Arbeit braucht, erfährt sie außerdem an der Berufsschule. Dort wird sie unter anderem in Betriebswirtschafts- und Verwaltungslehre, Finanzen und Rechtskunde unterrichtet. Nicht alle Fächer sind einfach. Schwierigkeiten hatten einige Schüler etwa mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB): „Am Anfang dachten wir uns, was ist denn das jetzt.“ Nach einiger Übung hat Saskia aber gelernt, mit den Gesetzestexten umzugehen. Vorstellen kann sie sich auch, ihr theoretisches Wissen noch weiter zu vertiefen und vielleicht die Beamtenlaufbahn einzuschlagen. Dazu müsste sie allerdings studieren: „Ob ich das will, weiß ich aber noch nicht.“

Jedoch könne sie diesen Karriereweg durchaus empfehlen: „Den Praktikanten für den gehobenen Dienst macht es hier sehr viel Spaß.“ Wie es für sie nach der Ausbildung weitergehen soll, hat Saskia noch nicht entschieden. Festlegen will sie sich erst, wenn sie sämtliche Abteilungen durchlaufen hat: „Dann sehe ich, wo es mir am besten gefällt.“ Abhängig machen will sie ihren Entschluss auch davon, wie gut sie sich mit den jeweiligen Kollegen versteht. Sicher ist sie sich bis jetzt nur in einem: „Ich werde auf jeden Fall bei der Stadt bleiben.“