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Ausbildung Uhrmacher/in

Uhrmacher/in

Azubi Jana

Jana an ihrem Arbeitsplatz im Juweliergeschäft.

Uhrwerk

Im Innern einer Uhr greift ein Rädchen ins andere. Jana Otto kennt sich mit den filigranen Einzelteilen aus.

„Pfriemelige Sachen mochte ich schon als Kind“, erzählt Jana Otto. Heute hantiert sie mit Pinzetten und winzigen Schraubenziehern. Die 24-Jährige steht kurz vor dem Abschluss als Uhrmacherin. Ihre Ausbildung absolviert sie bei dem Juwelier und Uhrenspezialisten Wempe  in Glashütte bei Dresden. Dass sie ihr BWL-Studium abgebrochen hat, um diesen Beruf zu ergreifen, hat sie nie bereut.

Viel Geduld und eine ruhige Hand

Kerzen zu basteln und Puzzles zusammenzusetzen hat Jana schon immer Spaß gemacht. „Geduld und die Fähigkeit, mich zu konzentrieren, wurden mir in die Wiege gelegt“, sagt sie. Um die winzigen Bestandteile des Getriebes einer Uhr zusammenzusetzen, sind das genau die richtigen Voraussetzungen. Was man außerdem braucht: eine ruhige Hand. „Das kann man aber üben“, erklärt die Auszubildende.

Filigrane Einzelteile und Pendelberechnungen

Inzwischen hat sie die meisten Fähigkeiten, die später von ihr verlangt werden, schon erworben – und ist stolz auf ihren außergewöhnlichen Beruf. An den Beginn ihrer Ausbildung kann sie sich noch gut erinnern: „Man tastet sich ganz langsam heran.“ Bevor es an die filigranen Einzelteile einer Armbanduhr geht, lernen die Azubis erst einmal große Modelle wie Tisch- und Wanduhren kennen. Dabei wird auch Hand angelegt, Bauteile werden zurechtgesägt, an der Drehmaschine bearbeitet und zugefeilt.

An der Berufsschule erfährt Jana unter anderem genau, wie die verschiedenen Uhrenmodelle funktionieren. Wie lang ein Pendel sein sollte oder wie viele Zähne ein Zahnrad haben muss, kann sie berechnen. „Im Arbeitsalltag braucht man das zwar so gut wie nie“, räumt sie ein. Grundsätzlich sei sie aber dazu in der Lage, fehlende Bauteile bei Modellen, die nicht mehr erhältlich sind, zu konzipieren und eigenhändig herzustellen.

Im Laufe der Ausbildung werden die Geräte, die sie kennenlernt, immer komplexer: „Das sind schon mehr als fünf Teile, die da zusammenkommen.“ Wie lange sie braucht, um eine Uhr zu reparieren, ist unterschiedlich. Manchmal sitze sie viele Stunden über einem Modell, berichtet sie. Winzige Fehler wie etwa eine nicht ganz gerade Feder können große Folgen haben: „Dann muss man das Gehäuse wieder öffnen und noch einmal alles neu zusammenbauen.“ Doch genau darin sieht Jana eine Herausforderung. Spaß macht ihr an ihrem Beruf außerdem, dass er so abwechslungsreich ist: „Jede Uhr ist anders.“

Kundenkontakt und Service

Einblicke bekommt sie außerdem in die kaufmännischen Strukturen eines Uhrengeschäfts. Zwar räumt sie ein: „Das geht nicht so in die Tiefe wie damals bei meinem BWL-Studium.“ Jedoch werde ihr an der Berufsschule genug Wissen vermittelt, um später einmal einen eigenen Uhrmacherbetrieb  eröffnen zu können. Vor hat sie das aber nicht: „Dafür bin ich nicht der Typ.“ Wesentlich interessanter erscheint ihr die Aussicht, nach ihrem Abschluss in einer der Niederlassungen ihres Ausbildungsbetriebs arbeiten zu können.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sie übernommen wird, ist hoch. Das Unternehmen beschäftigt nämlich in seinen Geschäften und Uhrenwerkstätten eine große Anzahl an gelernten Uhrmachern oder Uhrmachermeister. Vorstellen kann sich Jana auch, im Uhrenservice einer der weltweiten Niederlassungen des Familienunternehmens zu arbeiten. Dann ist ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit der Kundenkontakt.

Überzeugte Eltern

„Festgelegt habe ich mich aber noch nicht“, sagt sie. Sicher ist sie sich dagegen, dass der Entschluss, ihr Studium abzubrechen und die Ausbildung zu beginnen, für sie eine gute Entscheidung war: „An der Uni war ich einfach nicht zufrieden.“ In ihrem jetzigen Beruf sei sie dagegen „richtig aufgegangen“. Inzwischen hätten das auch ihre Eltern eingesehen. Diese seien mit ihrem Studienabbruch zunächst nicht einverstanden gewesen: „Aber als sie gesehen haben, wie gut es mir damit geht, war es für sie dann auch in Ordnung.“

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