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Ausbildung Schifffahrtskaufleute

Schifffahrtskaufmann/frau

Azubi bei Reederei HAMBURG SÜD

Nico Peters durchläuft alle Abteilungen der Reederei – von Stauplanung bis Gefahrguttransport.

Azubi Nico im Büro

Kostenkontrolle ist im Schiffsmanagement angesagt!

Nico Peters ist 21 Jahre alt und macht bei der Reederei HAMBURG SÜD eine Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann Fachrichtung Linienschifffahrt. „Linienschifffahrt ist mit einem Busunternehmen vergleichbar, das immer auf bestehenden Linien fährt“, erklärt er. Mit Schifffahrt habe er zuvor gar nicht so viel zu tun gehabt, aber „mein Großvater hatte ein Motorboot, da bin ich immer sehr gerne mitgefahren“, erinnert sich Nico.

Internationale Ausrichtung

Allerdings war ihm schon in der Schule klar, dass er nach seinem Abi in Volkswirtschaftslehre und Englisch einen kaufmännischen Beruf ergreifen will. „Mein Interesse für VWL hat der globalen Schifffahrt einfach sehr entsprochen.“

Auch sein gutes Englisch komme ihm zugute, da er im Job viel international kommunizieren müsse. In seiner Firma gäbe es aber auch zusätzlich einmal pro Woche Englischunterricht für alle Auszubildenden, erzählt Nico. Gerade ist er im zweiten Lehrjahr und kann dank seines Abiturs die dreijährige Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen.

"Stauplanung ist wie Tetris!"

In der Ausbildung durchläuft Nico alle Abteilungen der Reederei. Ganz am Anfang lernte der 21-Jährige die Abteilung Gefahrgut kennen. „Das ist spannend und knifflig, denn man muss prüfen, welche Ware man transportieren darf und welche nicht. Gut aufpassen muss man zum Beispiel bei gefährlichen Transportgütern wie Säuren.“ Vorschriften regeln, wie man was verpacken müsse – zum Schutze der Seeleute und der Umwelt.

Eine weitere Abteilung ist die Stauplanung: „Das ist ein bisschen wie Tetris auf dem Schiff“, erklärt Nico und lacht, „mit einem Computerprogramm rechnet man aus, wo welcher Container stehen muss. Ein Container, der zuerst gelöscht wird, darf natürlich nicht ganz unten stehen, “ erläutert Nico. „Gelöscht“ sei übrigens Schifffahrtsjargon und bedeute, dass ein Container abgeladen wird.

In einem anderen Bereich, dem Schiffsmanagement, arbeite man dann schiffsnah und kontrolliere die anfallenden Kosten – sowohl die des Personals als auch die Betriebskosten für das Schiff selbst. Dreimal war Nico während seiner Ausbildung bereits auf einem der knapp 300 Meter langen Containerschiffe der Reederei HAMBURG SÜD und hat beim Be- und Entladen zugesehen. Dort geht es oft ganz schön laut zu: „Wenn man nicht aufpasst, erschrickt man ordentlich, wenn einer der großen schweren Lukendeckel plötzlich mit lautem Knall zufällt“, lacht er.

Vielseitiger Berufsschulunterricht

In der Berufsschule werde er in berufsbezogenen Fächern wie Schiffsmanagement unterrichtet. „Hier lernt man zum Beispiel, welche Abmessungen ein Schiff oder ein Container haben, weil man dem Kunden ja sagen muss, ob seine Ware in einen Standard-Container gepackt werden kann oder ob er eventuell einen Spezialcontainer buchen muss“, erzählt Nico. Außerdem erfahre er in der Schule, die im Blockunterricht stattfinde, alles über Ladungssicherheit, Containerlogistik und Schiffsdienstleistungen. Allgemeine Fächer, die Schifffahrtskaufleute lernen müssen, sind Wirtschaft und Recht, Englisch, EDV und Buchhaltung.

Den Beruf zum Hobby machen

Wenn Nico in eineinhalb Jahren mit der Ausbildung fertig ist, kann er sich gut vorstellen, eine Weiterbildung zum Bachelor of Shipping, Trade and Transport (BSc) zu machen, die von seiner Reederei berufsbegleitend angeboten werde: „Ich bin auf Weiterbildung fokussiert und die Perspektiven in der Schifffahrt sind sehr gut!“ Besonders mache ihm an seinem Beruf Spaß, dass man mit Menschen auf der ganzen Welt ins Gespräch komme. Demnächst wolle er sogar seinen Beruf zum Hobby machen und seinen Bootsführerschein beginnen.

Erfahrungsbericht >>

Welche Umgebung würde sich für eine Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann besser eignen als der Hamburger Hafen? Sarah Hilms und Christopher Richter machen ihre Ausbildung bei MOL. Welche Aufgaben sie dort meistern und welche Fähigkeiten dafür gefragt sind, verraten auch sie uns im Interview.