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Ausbildung zum Pferdewirt

Pferdewirt/in

Azubi im Pferdestall

Foto: BBR - Sauels

Pferdewirt

Foto: BBR - Sauels

Das Leben ist (k)ein Ponyhof: Pferdewirte müssen hart im Nehmen sein

Es ist der Traum vieler Pferdeliebhaber: Arbeiten auf einem Reiterhof, in einer Reitschule oder bei einem Reitverein – Hauptsache mit Pferden. Eine Ausbildung zum Pferdewirt kann diesen Traum erfüllen. Aber Vorsicht: Allein die Vorliebe für Pferde genügt nicht. Denn du bist für das Wohl der Tiere verantwortlich und musst bestimmte charakterliche und körperliche Voraussetzungen erfüllen.

Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Pferdewirt nicht festgelegt. Natürlich schauen Arbeitgeber auf dein Abschlusszeugnis, aber ein besonderes Augenmerk richten sie auf deine Erfahrungen im Reitsport. Du solltest in der Lage sein, mindestens Spring- und Dressurprüfungen der Klasse A zu absolvieren. Am besten ist, du kannst ein Reitabzeichen vorweisen. Daneben ist auch dein Umgang mit den Tieren entscheidend. Als Pferdewirt solltest du ein Gespür für die Tiere haben, aber gleichzeitig einen emotionalen Abstand zu wahren. Schließlich wirst du dich auch mal von einem Pferd trennen müssen.

Neben Reit- und Fachkenntnissen sind in diesem Job noch andere Fähigkeiten und Eigenschaften gefragt. Fitness ist sehr wichtig, denn die Pflege der Tiere und ihres Stalls sowie das Trainieren und Reiten sind körperlich anstrengend. Da es keine geregelten Arbeitszeiten gibt, sind eine hohe Einsatz- und Leistungsbereitschaft sowie Flexibilität essentiell - schließlich wollen Pferde rund um die Uhr versorgt werden. Außerdem finden an Wochenenden Zuchtschauen und Turniere statt.

Neben dem Umgang mit Pferden, ihrer Pflege und Ausbildung gehören auch administrative und organisatorische Aufgaben wie das Führen von Rechnungs- und Zuchtbüchern oder der artgerechte Transport der Tiere zu deinen Aufgaben. Außerdem berätst du Kunden und unterrichtest sie im Umgang mit Pferden. Du solltest also sowohl gerne mit Tieren als auch mit Menschen zusammenarbeiten.

Ausbildung in fünf Fachbereichen

Wenn du die Ausbildung zum Pferdewirt absolvieren möchtest, musst du dich zuerst auf eine von fünf Fachrichtungen festlegen:

  • Klassische Reitausbildung: Diese Pferdewirte beurteilen, für welche spezifischen Verwendungszwecke und Disziplinen sich ein Pferd eignet. Außerdem sind sie für die Ausbildung und das Training zuständig, zum Beispiel in der Dressur und im Springen.
  • Pferdehaltung und Service: Hier steht die Haltung von Pensionspferden im Mittelpunkt. Zu deinen Aufgaben zählen unter anderem individuelle Pferdefütterung, Stall- und Weidemanagement und Beratung von Kunden.
  • Pferderennen: Rennreiten und Trabrennfahren sind deine Arbeitsgebiete. Du beurteilst und förderst die Leistung der Pferde. Dabei sitzt du nicht nur im Training, sondern auch im Wettbewerb im Sattel.
  • Pferdezucht: Du wählst Zuchtpferde aus und bereitest sie auf die Paarung vor; du betreust trächtige Tiere und assistierst bei der Geburt.
  • Spezialreitweisen: Schwerpunkte sind hier die Ausbildung und das Training von Pferden und ihren Reitern in speziellen Reitformen wie Western- und Gangreiten.

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und findet im dualen System statt. Das bedeutet, dass du in der Reitanlage arbeitest und zur Berufsschule gehst. In den ersten zwei Jahren steht grundlegendes Wissen aus allen Fachbereichen auf dem Stundenplan. Erst im dritten Lehrjahr wählst du dein vertiefendes Fachgebiet.

Karrieremöglichkeiten: Meister oder Studium

Wenn du deine Ausbildung zum Pferdewirt erfolgreich abgeschlossen hast, kannst du dich in vielfältigen Bereichen fortbilden. Die gängigste Weiterbildung ist die zum Pferdewirtschaftsmeister. Damit kannst du deinen eigenen Reitstall führen und selbst Azubis ausbilden.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung stehen dir verschiedene Studienrichtungen offen, zum Beispiel Pferdewirtschaft, Biologie oder Veterinärmedizin. Wer eine Ausbildung zum Pferdewirt abgeschlossen hat, kann das Studium als Weiterbildung nutzen – auch ohne Hochschulzugangsberechtigung.

Weitere Berufe rund um den Pferdesport

Pferdesport

Ausbildungen: Pferdewirt, Veterinärmedizinische Assistentin, Tierarzthelfer, Tierheilpraktiker, Hufschmied, Polizeireiter, Reitsportsattler, Sport- und Fitnesskaufmann

Studium: Veterinärmedizin, Landwirtschaft/Tierzucht/Futtermittel

„Quereinsteiger“-Berufe

Ausbildung: Krankengymnast/Physiothera-
peut, Kaufmann, Textilfachverkäufer im Reitsport

Studium: Betriebswirtschaft, Marketing, Tourismus, Journalismus, Pädagogik, Psychologie, Sportwissenschaften, Jura

Amateurausbildungswege/Weiterbildung:

Reiten Trainer A/B/C, Voltigieren, Therapeutisches Reiten/Heilpädagogisches Reiten, Physiotherapie/Osteopathie für Pferde