Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren

Ausbildung Lacklaborant

Lacklaborant/in

Natascha forscht

In ihrer Ausbildung untersucht Natascha Brosthaus, welcher Lack auf welchem Material am besten hält.

Pilzkulturen im Labor

Im Labor werden Test mit verschiedenen Lacken durchgeführt.

„Was ich mache, hat viel mit Forschung  zu tun“, erklärt Natascha Brosthaus. Allerdings hat sich die 21-Jährige nach dem Abitur ganz bewusst gegen ein Studium entschieden. Stattdessen untersucht sie nun bei BYK-Chemie in Wesel, welche Zusatzstoffe nötig sind, um Lacken verschiedene Eigenschaften zu verleihen. Bei ihrer Ausbildung zur Lacklaborantin kann sie nicht nur ihrer Leidenschaft für Chemie nachgehen, sondern ihr Wissen auch gleich im Betrieb anwenden. Für Chemie hat sich Natascha schon als Schülerin interessiert. „Das war immer mein Lieblingsfach“, erzählt sie.

Vom Lieblingsfach zur Ausbildung

Oft habe sie den Unterrichtsstoff in ihrer Freizeit sogar noch einmal im Internet und verschiedenen Büchern nachgelesen: „In der Schule war mir vieles zu oberflächlich.“ Graue Theorie war Natascha aber zu wenig. Ihr Wissen mit einem Chemiestudium an der Universität zu vertiefen, kam für sie deshalb nicht in Frage: „Mir war relativ früh klar, dass ich etwas Praktisches machen muss.“ Beschäftigt hat sie sich zunächst einmal mit den Berufsbildern des Chemielaboranten und des Chemikanten.

Den entscheidenden Tipp bekam sie schließlich von einer Bekannten ihrer Eltern: „Sie arbeitet in meinem Betrieb und hat mir damals empfohlen, hier ein Praktikum zu machen.“ Der Vorschlag habe sie sofort gereizt: „Lacke sind einfach etwas besonderes.“ Nach dem Praktikum in der 11. Klasse stand für sie fest: Lacklaborantin soll ihr Beruf werden.

In ihrer Ausbildung lernt sie nun, wie Lacke beschaffen sein müssen, damit sie auf einem bestimmten Untergrund – etwa Holz oder Papier – am besten haften. „Es gibt Druck-, Wand- und Holzfarben“, erklärt Natascha. Ihre Aufgabe ist es, die beste Konsistenz und Haltbarkeit herauszufinden. Dazu gibt sie verschiedene Zusatzstoffe in den Lack, die anschließend in einer Maschine vermischt werden.

Welcher Lack für welchen Untergrund

Um das Ergebnis zu prüfen, bestreicht sie kleine Karten aus dem Stoff, für den der jeweilige Lack bestimmt ist. Bilden sich Schaumbläschen, Krater oder Löcher, probieren die Lacklaboranten eine andere Mischung aus. „Manchmal brauchen wir Wochen, bis wir die richtige Zusammensetzung gefunden haben“, berichtet Natascha. Aber gerade das ist für sie das Spannende an ihrem Beruf: „Jeder Lack ist anders.“ Deshalb sei ihr Arbeitsalltag immer abwechslungsreich.

Kundenwünsche auf Englisch

Wie die Lacke beschaffen sein sollen, teilen ihr die Kunden oft direkt mit, entweder per Mail oder telefonisch: „Sie sagen uns, was sie wollen, und wir versuchen dann, ihre Probleme zu lösen.“ Weil das Unternehmen international arbeitet und seine Produkte an Firmen aus aller Welt verkauft, finden der Schriftwechsel und die Gespräche meistens auf Englisch statt. Wer sich für die Ausbildung interessiert, sollte deshalb nicht nur gut in Chemie sein, sondern auch eine Begabung für Fremdsprachen haben. Wichtig ist außerdem Mathematik, um die Mengen der Zusatzstoffe zu berechnen. „Vor allem Dreisatz brauchen wir oft“, sagt Natascha.

Die theoretischen Grundlagen für ihre Tätigkeit lernt sie an der Berufsschule. Auf Lacktechnik ist der Unterricht aber erst ab dem zweiten Ausbildungsjahr spezialisiert. Mit den Anforderungen an der Schule kommt Natascha gut zurecht. Nach ihrem Abschluss doch noch ein Chemiestudium anzuschließen, plant sie allerdings nicht: „Ich will in der Firma bleiben.“ Ihr Ziel sei es, übernommen zu werden und einen festen Arbeitsplatz zu bekommen.