Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren

Ausbildung zum Laborelektroniker

Laborelektroniker

Karriere und Sport kombinieren

Die Deutsche Sporthilfe unterstützt Sportler dabei, Leistungssport und Ausbildung zu vereinbaren.

Daniel Brodmeier

Glücklich mit der Doppelkarriere: Daniel Brodmeier verbindet die Karriere als Sportschütze mit der Ausbildung zum Laborelektroniker. Foto: privat

Plan B - Spitzensport und Ausbildung verbinden

Nicht für jeden Top-Sportler in Deutschland sieht es finanziell so rosig aus wie für die Stars der Fußball-Bundesliga. Gerade für die Sportler, die bei den Olympischen Spielen um Medaillen kämpfen, ist es notwendig, sich neben dem Leistungssport mit teilweise bis zu 40 Stunden Training in der Woche, um Ausbildung, Studium und Berufseinstieg zu kümmern. Das erfordert viel Einsatzwillen, Disziplin und ein gutes Zeitmanagement.

Ohne Hilfe und spezielle Angebote wäre das kaum möglich. In Deutschland bieten viele Institutionen Unterstützung an. Auf den „Eliteschulen des Sports“, größtenteils mit angeschlossenem Sportinternat, bekommen schon die jungen Talente mehr Freiräume für Training und Wettkampfreisen. Einige Unternehmen bieten über Teilzeitmodelle die Möglichkeit, trotz Ausbildung weiter Spitzensport zu betreiben. Viele Universitäten bieten Spitzensportlern erleichterte Zulassungsvoraussetzungen an und machen es sogar möglich, dass zum Beispiel Klausuren nachgeschrieben werden können, wenn wichtige Wettkämpfe auf den Prüfungsterminen liegen. Die Deutsche Sporthilfe bietet mit dem „Deutsche Bank Sport-Stipendium“ eine Unterstützung von 400 Euro im Monat für ihre studierenden Athleten und später über „Kurzzeit-Praktika“ mit einem erleichterten Bewerbungsverfahren bei über 150 Unternehmen eine Möglichkeit, trotz Nachteilen im Lebenslauf gegenüber gleichaltrigen Kommilitonen, im Beruf anzukommen.      

Praktikantenbörse für Sportler

Ein weiterer wichtiger Baustein für den Start in die Karriere nach der Karriere ist die Praktikantenbörse für Unternehmen und Spitzensportler – ein Angebot der Deutschen Sporthilfe, Deutschen Bank und Deutschen Unternehmerbörse DUB.de. Hier laden Athleten ihre Profile auf der Online-Plattform hoch, Unternehmen können sich passende Kandidaten für ein Praktikum aussuchen und anschreiben. Allen Athleten mit Bundeskaderstatus (A-, B-, C-Kader, bzw. D/CKader) steht dieses Angebot offen.

Erstgespräch mit Laufbahnberater

Die Laufbahnberater an den regionalen Olympiastützpunkten in Deutschland begleiten Spitzensportler auf dem gesamten Weg vom Nachwuchssportler bis zum Berufseinstieg nach dem Karriereende. Mit Beginn der Sporthilfe-Förderung müssen Athleten ein verpflichtendes Erstgespräch mit ihrem Laufbahnberater führen. Dieser hilft bei Planung und Koordination der schulischen und beruflichen Karriere mit dem Leistungssport. „Viele kommen mit 15 Jahren zu uns. Wir motivieren sie, Weltmeister zu werden, machen ihnen aber auch klar, dass sie Plan B in der Tasche haben sollten“, sagt Axel Kuhlen, Sprecher der Laufbahnberater der Olympiastützpunkte Deutschlands. Am Standort München betreut er mit seinem Team etwa 900 Kaderathleten.

Daniel Brodmeier ist einer von ihnen. Er macht neben dem Sport eine Ausbildung zum Laborelektroniker.

Daniel Brodmeier gelingt es gut, der Doppelbelastung von Sport und Ausbildung Stand zu halten: Der 27-jährige Sportschütze ist amtierender Vize-Welt- und Vize-Europameister, seine sportliche Laufbahn begann er mit acht Jahren. Seit 2003 sitzt er fest im beruflichen Sattel. Begonnen hat er seine zweite Karriere parallel zur ersten als Auszubildender. Heute ist er Laborelektroniker in der Messtechnik bei Osram OS. Sein nächstes großes sportliches Ziel: Olympia 2016 in Rio de Janeiro.

Die Kombination aus Spitzensport und Job sei nur möglich, weil sein Team ihn unterstützt: Familie, Kollegen, Arbeitgeber, Trainer, Mentaltrainer, Psychologen. Zusammen tragen sie zu Brodmeiers Erfolgen bei. 100 Tage bezahlte Freistellung von der Arbeit im Jahr seien das eine. Würden jedoch seine Kollegen nicht hinter ihm stehen und seine Arbeit übernehmen, wenn er im Trainingslager oder Wettkampf ist, würde es nicht funktionieren.

„Auszeichnungen gewinne ich nicht allein, sondern zusammen mit meinen Kollegen und meinem Arbeitgeber. Sie alle sind ein wichtiger Teil meines Teams. Daher nehme ich Pokale und Medaillen immer mit in meine Abteilung“, sagt Brodmeier. So richtig habe das aber erst funktioniert, seit er bei den Olympischen Spielen war. 2012 wurde er in London Fünfter. „Uns Sportlern gelingt es, heute bei einer WM und morgen wieder im Job Höchstleistung abzuliefern“, sagt Brodmeier aus eigener Erfahrung.

Mehr Infos unter: Deutsche Sporthilfe, Olympiastützpunkte Deutschlands