Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren

Immobilienkaufmann/frau

Immobilienkaufmann/frau

Ausbildung Immobilienkaufmann

In der Ausbildung lernst du Exposés über die Objekte zu erstellen.

Immobilienkaufleute bei der Arbeit

Das Telefon ist eines der wichtigsten Arbeitsmittel von Johann Mikhof.

Azubi Immobilienkauffrau

Eskil Eggers mit seiner Kollegin Katharina Beyer bei einem Außentermin.

Eskil Eggers (22) und Johann Mikhof (24) sind sich einig: Ein reiner Schreibtisch-Job wäre ihnen zu langweilig. Als angehende Immobilienkaufleute fahren sie mit ihren Kunden zu den Objekten, zeigen Geschäftsführern und Niederlassungsleitern freie Büros und Läden und informieren sie über den aktuellen Kauf- und Mietmarkt. Um von den meistens deutlich älteren Geschäftspartnern ernst genommen zu werden, ist vor allem eines wichtig: seriöses Auftreten.

Sofortiger Einstieg in die Praxis

Nach dem Schulabschluss ging es Eskil und Johann wie vielen Abiturienten: Wo sie beruflich hin wollten, wussten beide noch nicht so richtig. „Ich habe erst einmal eine Ausbildung zum Rettungssanitäterhelfer gemacht“, erzählt Eskil. Allerdings stellte er schnell fest: „Der medizinische Bereich hat mir nicht so zugesagt.“

Auch Johann war mit seiner ersten Entscheidung nicht zufrieden. Er schrieb sich zunächst an der Universität in Düsseldorf für Wirtschaftswissenschaften ein: „Aber das war mir zu trocken, zu viel Theorie.“ Nach drei Semestern sei ihm klar geworden, dass er eine praktische Tätigkeit brauche. Nur zu lernen sei ihm „einfach nicht abwechslungsreich genug gewesen“.

Bei ihren Recherchen im Internet entdeckten beide den Beruf des Immobilienkaufmanns. Eskil bewarb sich bei der Firma Savills in Hamburg, Johann bei BNP Paribas Real Estate in Düsseldorf – zwei Unternehmen, die sich auf die Vermietung und den Verkauf von Gewerbeimmobilien spezialisiert haben. „Ich kannte das schon ein bisschen, weil eine Cousine von mir im Wohnungsbereich arbeitet“, erzählt Johann. Für Eskil hingegen war die Branche völliges Neuland: „Ich wollte einfach einen Beruf, bei dem man viel mit Menschen zu tun hat und nicht ständig am Rechner sitzt.“ Jedoch habe er sich schnell in das Metier eingearbeitet.

Immobilienkaufleute beraten bereits in der Ausbildung Eigentümer und Mietinteressenten

An seinen ersten Arbeitstag kann sich Johann noch gut erinnern. Er sei sofort von einem Kollegen mit zu Besichtigungsterminen genommen worden: „Wir haben den Kunden abgeholt und sind von Objekt zu Objekt gefahren.“ Auch Eskil hat die Mitarbeiter seines Unternehmens von Anfang an begleitet.

Nach etwa sechs Monaten zeigte er einem Kunden zum ersten Mal eines der Büros mit einem Kollegen zur Unterstützung. „Inzwischen habe ich sogar schon bei Abschlüssen mitgemacht“, sagt er stolz. Provision bekommen die Auszubildenden jedoch noch nicht: „Als Dankeschön werde ich dann aber oft zum Essen eingeladen.“

Halbwissen ist tabu

Um ein Büro oder einen Laden erfolgreich zu vermitteln, sind allerdings genaue Kenntnisse des aktuellen Immobilienmarkts nötig. Alle drei Monate werden in Eskils Firma die Bestände überprüft: „Wir rufen die Eigentümer an und fragen sie, was schon vermietet ist und ob etwas Neues frei wurde.“ Überhaupt müssen Immobilienkaufleute viel telefonieren. Etwa 25 bis 30 Gespräche pro Tag seien normal, sagt Eskil.

Wichtig sei außerdem, die jeweiligen Quadratmeterpreise in den verschiedenen Vierteln der Stadt zu kennen und genau über die Ausstattung der Objekte wie etwa Stellplätze oder Kabelanschlüsse Bescheid zu wissen. „Wenn man Halb- oder Falschinformationen weiter gibt, nehmen einen die Leute nicht mehr ernst“, sagt auch Johann.

Anzug und Rückgrat

Die nötigen Kenntnisse eignen sich die Auszubildenden teilweise sogar außerhalb der Arbeitszeit an. Der Beruf erfordere viel Eigeninitiative. Aber gerade das sei eine Herausforderung.

Auch Eskil studiert in seiner Freizeit Marktberichte. Neben fundiertem Wissen sei außerdem Souveränität wichtig, erklärt er: „Die Leute, mit denen ich zu tun habe, sind nämlich meistens Geschäftsführer zwischen 35 und 55 Jahren.“ Zwar habe er Glück, da er etwas älter aussehe, als er tatsächlich sei: „Ich werde meistens auf 30 geschätzt.“

Wichtig sei aber vor allem, den Kunden „mit Rückgrat und Respekt“ gegenüberzutreten: „Dann bekommt man auch selbst Respekt entgegen gebracht.“ Auch angemessene Kleidung spielt eine Rolle. Anzug und Krawatte sind in der Branche Pflicht. „Anfangs war das für mich eine ganz schöne Umstellung“, gibt Johann zu. Inzwischen habe er sich aber daran gewöhnt.

Ein Anzug sei allerdings nicht gleichzusetzen mit steifem Auftreten: „Ganz im Gegenteil, man muss auch eine gewisse Lässigkeit an den Tag legen, um akzeptiert zu werden.“ Inzwischen habe er „ein gutes Gefühl dafür bekommen, wie die Kunden ticken“. Mit so vielen verschiedenen Menschen zu tun zu haben, finde er immer wieder spannend.

Unterwegs mit der Kamera

Wenn Eskil und Johann nicht auf Tour sind, schreiben sie Angebote oder informieren ihre Kunden per Serienmail oder telefonisch über freie Immobilien. Außerdem gehört das Erstellen sogenannter Exposés zu den Aufgaben der Azubis. Das bedeutet: Sie dokumentieren die Beschaffenheit der Büros und Läden in Wort und Bild. „Mit der Zeit bin ich dadurch ein ziemlich guter Fotograf geworden“, berichtet Johann.

Auch Eskil hat inzwischen Routine im Umgang mit der Kamera. Anfangs habe er „meistens 30 Bilder geschossen“. Inzwischen habe er einen guten Blick für die Lichtverhältnisse bekommen: „Jetzt sitzt es ziemlich schnell.“ Für den Text zu den jeweiligen Objekten stimmen sich die beiden mit den Eigentümern ab. Das Exposé wird dann im Internet veröffentlicht oder ausgedruckt und verschickt.

Hohe Provisionen und faires Arbeiten

Nach ihrer Ausbildung werden Eskil und Johann als Makler arbeiten und die Kunden und Geschäftspartner ihrer Unternehmen umfassend beraten. Wenn sie erfolgreich sind, können sie hohe Provisionen verdienen. Allerdings betont Eskil: „Das bedeutet nicht, dass man versucht, jeden Kunden in jede Fläche zu bringen.“ Vielmehr sei sein Ziel, fair zu arbeiten. Deshalb begrüße er es, dass in seiner Firma das Grundgehalt etwas höher sei. Die Zufriedenheit von Eigentümer und Mieter ist auch für Johann oberstes Gebot: „Nur wenn beide etwas davon haben und keiner benachteiligt wird, ist es ein gutes Geschäft.“

Mit einem Abschluss als Immobilienkaufmann stehen einem übrigens zahlreiche Tätigkeitsfelder offen. Möglich ist es unter anderem, in der Buchhaltung oder den Immobilienabteilungen von Banken, Versicherungen oder öffentlichen Einrichtungen zu arbeiten.

Erfahrungsbericht >>

Alena Wilke (21) ist angehende Immobilienkauffrau und war während ihrer Ausbildung für drei Monate in London - mit guten Noten und Beurteilungen steht diese Möglichkeit den Azubis von BNP Paribas offen. Alina erzählt uns von ihren Eindrücken und Erlebnissen in der Weltstadt London.