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Hörgeräteakustiker/in

Hörgeräteakustiker/in

Ausbildung Hörgeräteaktustiker/in

Bei der Anpassung spielt sowohl psychologisches wie auch handwerkliches Geschick eine Rolle.

Azubi für Hörgeräteaktustik

Beim Fräsen des Acryl-Rohlings ist handwerkliches Geschick gefragt.

Kundenkontakt

Kundenkontakt gibt es in dem Job beinahe täglich.

Hendrik Schlichting (31) ist ein Spätberufener. Nach einer Banklehre, die ihm nicht lag, schloss er ein Studium zum Tontechniker ab. In der Musikproduktion ist er damit zwar nicht gelandet, aber sein Wissen über Töne und Akustik hat ihm in der Ausbildung zum Hörgeräteakustiker bei Geers sehr geholfen. Neben seinem technischen Knowhow muss Hendrik bei jedem Kunden auch sein psychologisches Können unter Beweis stellen. Dafür aber wird er reich belohnt, wenn er Menschen durch ein Hörgerät wieder ins Leben zurück helfen kann.

Eine bunte Mischung

Über seinen Beruf gerät Hendrik ins Schwärmen: „Das ist eine bunte Mischung von allem: ein bisschen Verkauf, viel Technik und jede Menge Kundenkommunikation.“ An einem ganz normalen Arbeitstag öffnet der 31-Jährige erst einmal die Kasse und bedient die Laufkundschaft: „Viele wollen ihr Hörgerät neu einstellen oder reinigen lassen und Batterien dafür kaufen.“ Für einen Neukunden aber, der sein erstes Hörgerät bekommt, muss sich Hendrik viel Zeit nehmen. Bis zu drei Monaten vergingen da, ehe der Kunde es tragen kann. Zuerst werden Hörtests gemacht, um die Hörschwelle zu ermitteln, erzählt Hendrik: „Dann fertige ich einen Silikonabdruck des Ohres an und schicke ihn in unser hauseigenes Labor.“ Auf Hausbesuche geht er dann, wenn die Kunden nicht mehr zu ihm kommen können, zum Beispiel ins nahegelegene Altersheim.

Nichts für Matheschwächlinge

Weil in der Berufsschule, die im Blockunterricht in Lübeck stattfindet, Akustik gelehrt wird, muss man in Physik und Mathe so einiges auf dem Kasten haben, weiß Hendrik: „Es gibt viele Formeln, die man berechnen muss – in Mathe sollte man deswegen in der Schule gut sein.“ Später müsse man zwar die technischen Daten für Hörgeräte nicht „zu Fuß“ ausrechnen können, aber auch die Bedienung der Software erfordert technisch-mathematisches Verständnis, so Hendrik. „Nachdem man den Hörtest gemacht hat, gibt man die verschiedenen Frequenzen und Tonhöhen in den Computer ein. Je nachdem, was man für ein Gerät hat, kann man Störschallreduzierung und Lärmunterdrückung daran einstellen.“ Ein bisschen Medizin muss Hendrik auch pauken, allerdings nur die des Ohres, erzählt er: “Wir lernen, wie das Ohr aufgebaut ist, wie man Hörtests interpretiert und was die Ursachen für Hörminderungen sind.“

Im Fach „Otoplastik, Hörgerätetechnik und Anpassung“ lernt Hendrik, was man beachten muss, wenn man Hörhilfen herstellt: „Bei uns wird das Hörgerät im Labor gefräst, aber in der Ausbildung haben wir mit der Handfräse selbst den Rohling geschnitten.“ Hier müsse man aufpassen, dass man sich nicht in die Hand schneide, meint er, denn die Fräse sei sehr scharf.

Halbe Psychologen

Ganz wichtig sei der Umgang mit dem Kunden, betont Hendrik: „Die meisten wollen gar kein Hörgerät und denken, sie hören ganz gut. Dann versuche ich, dem Kunden zu zeigen, dass eine Hörminderung vorliegt. Häufig wird nur die Hälfte aller Worte verstanden oder bei normaler Lautstärke im Hörtest nichts gehört.“

Besonders schön sei es, so der angehende Hörgeräteakustiker, wenn man die Leute durch eine Hörhilfe wieder „ins Leben zurückbringt“. Hendrik sagt: „Manche Menschen kapseln sich von der Gesellschaft ab. Wir sind für sie da und versorgen sie optimal.“ Für den Beruf solle man auf jeden Fall eine gute Portion Technikbegeisterung mitbringen und gerne mit Menschen umgehen, meint Hendrik: „Man spricht sehr viel und hört noch mehr zu.“

Erfahrungsbericht >>

Heiko Arzif - HörgeräteakustikerDas Berufsbild des Hörgeräteakustikers ist kaum bekannt. Schade eigentlich! Denn der Beruf bietet viel Abwechslung in einem wachsenden Zukunftsmarkt. „Aufstiegs-chancen sind reichlich vorhanden“, betont Ausbilder Heiko Arzif und schildert euch hier einmal ganz genau, was Auszubildende bei ihm erwartet.