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Ergotherapeut/in

Ergotherapeut/in

Ausbildungsalltag an einer Ergotherapie-Schule der IB Medizinischen Akademie.

Dr. Hans-Dieter Hutzelmeyer ist Leiter der Ergotherapie-schulen.

Auch kreativtherapeutische Verfahren wie das Arbeiten mit Holz, Ton, Papier, Seide und Peddigrohr vermittelt die Ausbildung.

Ergotherapeuten stärken das Mensch-Sein

Während der Ausbildung werden Behandlungsverfahren vermittelt, um Patienten effektiv zu helfen und zu begleiten

Die Ergotherapie fördert die Handlungsfähigkeit des Menschen. Während der Ausbildung lernen die Ergotherapeuten, wie sie Patienten etwa nach Schlaganfällen, Amputationen oder Demenzerkrankungen helfen können, wieder im Alltag zurechtzukommen – den Azubis wird dabei ein hohes Maß an Empathie abverlangt.

„Tätig sein“ ist ein menschliches Grundbedürfnis. Gezielt eingesetzte Betätigung fördert die Gesundheit und hat therapeutische Wirkung. Ergotherapeuten werden mit diesem Ziel ausgebildet, den (erkrankten) Menschen in seiner körperlichen, geistigen und sozialen Fähigkeit zu fördern und ihm wieder alle Bereiche seines alltäglichen Lebens zu ermöglichen. Wer diesen Gesundheitsfachberuf erlernt, verfügt über eine hohe Sozial- und Methodenkompetenz und ist damit eine gesuchte Fachkraft auf dem Arbeitsmarkt.

Ausbildung an der „IB Medizinischen Akademie“

Dr. Hans-Dieter Hutzelmeyer ist Schulleiter der Ergotherapie-Schulen an der „IB Medizinischen Akademie“. Bundesweit bietet diese private Akademie an 25 Standorten neben der Ergotherapie-Schule weitere 100 Schulen an, die innovative Aus-, Fort- und Weiterbildungen in diversen Berufen des Sozial- und Gesundheitswesens ermöglichen. Im Gespräch mit abiQ erläutert Dr. Hutzelmeyer, was die Schüler erwartet, die sich an seiner Schule anmelden.

Stuzubi: Welche Zugangsvoraussetzungen gibt es für Schüler, die sich bei Ihnen zu Ergotherapeuten ausbilden lassen wollen?


Dr. Hutzelmeyer: Wir nehmen Schüler auf, die eine Mittlere Reife vorweisen können oder einen gleichwertigen Schulabschluss. Außerdem können sich auch Hauptschüler mit einer abgeschlossenen zweijährigen Berufsausbildung bis spätestens Anfang September anmelden. Wer sich für dieses Berufsbild entscheidet, sollte über ein offenes Wesen verfügen, gut auf Leute zugehen können und auch gerne mit Menschen arbeiten wollen. Die angehenden Ergotherapeuten dürfen keine Scheu besitzen, mit Patienten auch mal auf Körperkontakt zu gehen, was beispielsweise notwendig wird, wenn es um motorisch-funktionelles Arbeiten bei Einschränkungen des Bewegungsapparates geht. Als Kooperationspartner der IB Medizinischen Akademie bietet die IB Hochschule das Studium Ergotherapie für (Fach-)Abiturienten an. Es umfasst 9 Semester und verzahnt Theorie und Praxis.

Stuzubi: Die „Ergos“ werden auch gerne mal als „Basteltanten“ verspottet. Dabei wird das den umfangreichen Aufgaben natürlich überhaupt nicht gerecht. Womit beschäftigt man sich während der Ausbildung zum Ergotherapeuten denn konkret?

Dr. Hutzelmeyer: Da wären zunächst die medizinischen Grundlagen zu erlernen: angefangen von allgemeinen Krankheitsbildern, über die beschreibende und funktionelle Anatomie, die Gesundheitslehre, Physiologie und Pathologie bis hin zu speziellen Krankheitslehren, etwa der Neurologie, Psychiatrie, Chirurgie, Psychosomatik und Pädiatrie. Auch kreativtherapeutische Verfahren wie das Arbeiten mit Holz, Ton, Papier, Seide und Peddigrohr vermitteln wir. Ebenso stehen sozialwissenschaftliche Fächer inklusive der (Behinderten-)Pädagogik und Gerontologie auf dem Programm. Begleitende Fächer sind während der dreijährigen Ausbildung darüber hinaus Technische Medien, das Wissenschaftliches Arbeiten, Gesprächsführung, Fachenglisch und die Grundlagen der Ergotherapie. Die fachpraktische Ausbildung findet in vier dreimonatigen Praktika in Seniorenheimen, Ergotherapie-Praxen, Frühförderzentren und Reha-Einrichtungen statt.

Stuzubi: Welche Karrierewege sind als Ergotherapeut möglich?

Dr. Hutzelmeyer: Nach dem Examen erhält man eine Urkunde zum staatlich anerkannten Ergotherapeuten. Von dem Moment an ist der Weg in die Selbstständigkeit mit einer eigenen Praxis möglich. Über zahlreiche Wege der Weiterbildung können Zusatzqualifikationen erlangt werden. Die späteren Tätigkeitsfelder reichen unter anderem von der Neurologie und Orthopädie über die Innere Medizin und Prävention bis hin zur Psychiatrie oder Rehabilitation. Ausbildungsbegleitend können besonders engagierte Azubis am Wochenende „Health Care Education“ oder „Angewandte Therapiewissenschaft“ an der IB-Hochschule in Stuttgart studieren und nach drei Jahren zusätzlich einen Bachelor vorweisen. Grundsätzlich haben Ergotherapeuten aktuell sehr gute Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. 

Stuzubi: Die IB Medizinische Akademie bietet in München und Stuttgart eine tiergestützte Therapie an. Was hat es damit auf sich?

Dr. Hutzelmeyer: Bei uns können sich unsere Schüler auf freiwilliger Basis seit Kurzem zum Therapie-Hundetrainer ausbilden lassen. Diese Hundetrainer werden vermehrt in Schulen, Ergopraxen, Kindergärten und Seniorenheimen eingesetzt.