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Ausbildung Steuerfachangestellte/r

Erfahrungsbericht: Steuerfachangestellter Konstantin

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Man muss nur wissen wo es steht, dann macht die Ausbildung zum Steuerfachangestellten auch Spaß.

Steuerfachangestellte wissen, wie Unternehmen funktionieren

„Dass manche Leute meinen Beruf für trocken halten, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen“, sagt Konstantin. Aus eigener Erfahrung weiß er: Der Arbeitsalltag eines Fachangelstellten für Steuerberater ist alles andere als langweilig. „Das ist viel mehr als nur Buchhaltung“, erklärt er. Seine Tätigkeit verschafft ihm nämlich tiefe Einblicke in Unternehmen und das Marktgeschehen.

„Seit kurzem betreuen wir eine deutsche Firma, die eiweißarme Nahrung für Kinder aus aller Welt einkauft und in Europa verkauft“, erzählt Konstantin. Sein Mandant erleichtert damit den Betroffenen, die krankheitsbedingt keine normale Milch vertragen, den Erwerb von eiweißarmen Nahrungsmitteln. Bislang wusste Konstantin gar nicht, dass es diese Krankheit gibt: „In meinem Beruf lerne ich unglaublich viel, auch nebenbei.“

Doch auch Buchhaltung ist wesentlich spannender, als es auf den ersten Blick scheint. „Ich erfahre zum Beispiel genau, welche Waren eine Firma einkauft und welche Rechnungen an die Kunden gestellt werden“, berichtet der Steuerfachangestellte. Auch langfristige Entwicklungen kann er beobachten: „Wir arbeiten eng mit den Unternehmen zusammen und können mitverfolgen, was dort passiert.“ Aber das ist noch nicht alles – wenn Konstantin die Lohnbuchhaltung erledigt, kann er natürlich auch sehen, wer wie viel verdient. „Auch das ist sehr interessant“, findet er. Wichtig für den Beruf ist vor allem Genauigkeit: „Penibel muss man schon sein.“ Unkonzentriertheit kann sich Konstantin nicht erlauben.

Seine Ergebnisse muss er immer wieder überprüfen und Gegenkontrollen durchführen: „Man schaut sich zum Beispiel die Konten an und überprüft.sie auf Abweichungen.“ Allerdings ist die Arbeit kein reiner Schreibtischjob. Steuerfachangestellte haben auch viel direkten Kontakt mit den Mandanten: „Nach Abschluss der Ausbildung fährt man auch immer wieder zu den Unternehmen hin und bespricht Dinge persönlich.“ Deshalb müssen Steuerfachangestellte nicht nur Zahlenverständnis, sondern auch soziale Kompetenz mitbringen. Aber gerade diese Kombination macht den Beruf so abwechslungsreich.

Die wichtigsten Voraussetzungen, die ein Fachangestellter für Rechtsanwälte braucht, sind laut Friedrich-Wilhelm Reineke von der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer Zuverlässigkeit und Genauigkeit. „Das fängt schon bei der Mappe an“, erklärt er. Eselsohren, lose oder zusammen getackerte Blätter und Flüchtigkeitsfehler seien gerade in diesem Beruf tabu. Wichtig sei auch ein gepflegtes Äußeres. Allerdings muss man nicht unbedingt im Kostüm erscheinen: „Bei uns in Hamburg sind die Gepflogenheiten bei der Kleidung nicht mehr ganz so streng.“

Das muss man für den Beruf mitbringen

Auch Piercings oder Tattoos seien kein KO-Kriterium mehr. Von Vorteil seien außerdem gute Noten in Deutsch und Mathe. Doch nicht nur Einser-Schüler haben Chancen. „Wer pünktlich, zuverlässig und sozial kompetent ist, hat auch dann Aussichten, wenn das Abschlusszeugnis nicht so geworden ist, wie erhofft.“ Einen großen Vorsprung gegenüber seinen Mitbewerbern kann man sich außerdem verschaffen, wenn man schon einmal ein Praktikum in einer Kanzlei absolviert hat. Wo es freie Praktikumsplätze gibt, erfahren Schüler bei der Rechtsanwaltskammer.

Diese Aufstiegsmöglichkeiten haben Steuerfachangestellte

„Die Ausbildung ist eine der Anspruchsvollsten, die es gibt“, betont Michael Conrad von der Steuerberaterkammer Hamburg. Steuerfachangestellte müssen sich nämlich laufend in gesetzliche Neuerungen einarbeiten. Viele der Auszubildenden haben Abitur. Doch sich der Herausforderung zu stellen lohnt sich. Nach vier bis fünf Jahren Berufserfahrung kann man sich nämlich zum Steuerfachwirt weiterbilden. Aber damit sind die Aufstiegsmöglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft: Wer zwei weitere Jahre dranhängt, kann die Prüfung zum Steuerberater ablegen und eine eigene Kanzlei eröffnen – übrigens auch ohne Abitur.

„Viele Leute gehen diesen Weg“, so Conrad. Gegenüber Steuerberatern, die Volkswirtschaftslehre oder Jura studiert haben, haben sie einen entscheidenden Vorteil: Sie kommen ausder Praxis. „Diese Leute sind uns ebenso lieb wie die Akademiker“, sagt Conrad. Arbeiten können Steuerfachangestellte allerdings ebenso in den Buchhaltungsabteilungen anderer Unternehmen: „Auch die freie Wirtschaft saugt sie auf wie ein Schwamm.“

Selbstständiges Arbeiten eröffnet gute Verdienstmöglichkeiten

Wer gerne inhaltlich arbeitet, sollte sich den Beruf des Notarfachangestellten einmal genauer anschauen, rät Janine Wockenfuß von der Hamburgischen Notarkammer. Zwar arbeiten auch diese Fachangestellten dem Notar zu. „Mit Büroorganisation hat diese Tätigkeit aber kaum etwas zu tun“, erklärt Wockenfuß. Vielmehr vermittelt die Ausbildung vertieftes juristisches Wissen, das die Fachkräfte dann auch an die Mandanten weitergeben: „Der Notar kontrolliert und unterschreibt oft nur noch.“ Häufig bekommen die Auszubildenden bereits im dritten Lehrjahr einen eigenen Aktenstamm zugeteilt, den sie selbstständig bearbeiten. „Dadurch kann man schnell in eine bedeutende Position aufsteigen, was sich dann auch im Gehalt widerspiegelt“, sagt Wockenfuß.

Allerdings haben Schüler nur wenig Möglichkeiten, einmal in diesen Beruf hineinzuschnuppern. Im Gegensatz zu Rechtsanwalts- und Steuerkanzleien werden Praktika in Notariaten nämlich eher selten angeboten. Das liegt Wockenfuß zufolge vor allem an der Komplexität des Fachgebiets: „Diese Dinge sind zu schwierig, um sich in zwei Wochen einarbeiten zu können.“ Eignen könnte sich für den Beruf, wer den Anforderungen des Abiturs gewachsen ist und keine Schwierigkeiten im Fach Deutsch.