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Erfahrungsbericht von Sofa-Azubis

Erfahrungsbericht: Sozialversicherungsfachangestellte

Azubi Timm

Timm Roder erfasst das gesamte Berufsleben der Versicherten.

Azubine Vivian

Recherchearbeit ist Vivian bereits gewöhnt, denn die gehört zu ihren täglichen Aufgaben.

Schon als Kind habe sie gern Büro gespielt, erzählt Vivian: „Ich hatte statt einem Kaufladen einen Schreibtisch im Kinderzimmer.“ Die Breite der Möglichkeiten, die ihr dieser Berufswunsch eröffnet, war ihr jedoch bis zur neunten Klasse gar nicht klar. Gekannt habe sie bis zu diesem Zeitpunkt nur die Ausbildung zur Bürokauffrau oder Verwaltungsfachangestellten.

Der Berufsberater gab den richtigen Schubs

Auf die Idee, Sozialversicherungsfachangestellte zu werden, habe sie der Berufsberater an ihrer Schule gebracht. Nach einem Praktikum im Kindergarten habe sie deshalb ein Praktikum bei einer Krankenkasse absolviert: „Dabei habe ich gemerkt, dass mich Gesetze interessieren. Man braucht sie fürs Leben.“

Auch Timm wusste lange nicht, dass die Beschäftigung mit dem Thema Rente ein eigenes Berufsfeld ist. „Das habe ich erst erfahren, als ich selbst Waisenrente beantragen musste“, erzählt er. Beworben habe er sich zunächst bei vielen Versicherungen, sein Großvater habe ihm aber geraten, zur Rentenversicherung zu gehen: „Das habe ich dann gemacht.“

Reibungslos sind nur die Übungsfälle

Zwar sei ihm von Anfang an bewusst gewesen, dass die Auseinandersetzung mit Gesetzestexten zu dem Beruf gehören. Wie tief man bereits während der Ausbildung in die Materie eindringe, habe ihn jedoch überrascht. „Inzwischen komme ich aber gut damit klar“, sagt er stolz. Sein Trick: Er liest das Gesetz zunächst im Ganzen einmal durch und unterteilt es dann in kleine Abschnitte. Diese Methode und sein Wissen ermöglichen es ihm zum Beispiel, Versicherte am Telefon ausführlich und richtig zu beraten: „Ich muss sie dann nur noch nach ihrem Geburts­datum fragen und in ihr Rentenkonto schauen.“

Um ein Rentenkonto vollständig zu erstellen, ist allerdings oft Geduld und Hartnäckigkeit nötig. „Viele Leute beschäftigen sich nämlich erst am Ende ihres Berufslebens mit der Rente“, berichtet Vivian. Nach Jahren und Jahrzehnten dann noch alle Unterlagen zusammenzubekommen, sei häufig sehr aufwändig: „Reibungslos sind nur die Übungsfälle.“  In der Praxis hingegen müsse man viel nachforschen und auch immer wieder Kontakt zu ehemaligen Arbeitgebern aufnehmen. Was das Berufsleben der Versicherten angehe, bleibe ihr „nichts verborgen“.

Dicke Akten geben Einblick

Sämtliche Unterlagen der Versicherten werden jeweils in Akten zusammengefasst. Die Dokumente können sehr umfangreich sein. „Manchmal sind es nur ein paar Zettel, manchmal aber auch vier Aktendeckel“, sagt Vivian. Um einen Fall bearbeiten zu können, müsse sie die Akten stets „von vorn bis hinten durchlesen.“ Aber genau das findet Vivian interessant. „Dabei kann ich das Gelernte anwenden“, freut sie sich.

Beherrschen müssen die Sozialversicherungsfachangestellten auch das Verfahren, mit dem die Höhe der jeweiligen Rente berechnet wird. „Das ist wirklich sehr kompliziert“, mahnt Vivian. Im Arbeitsalltag sei der Umgang mit schwierigen, mathematischen Formeln zwar nicht nötig, weil dies mittels Computer erledigt werden könne: „Aber für die Prüfung müssen wir wissen, wie es geht.“

Trotz oder gerade wegen ihrer anspruchsvollen Aufgaben sind Vivian und Timm jedoch mit der Wahl ihrer Ausbildung absolut zufrieden. Am Ende des Tages sei sie jedesmal stolz auf sich, was sie alles geschafft habe, schwärmt Vivian. Timm hat die schwierige Materie sogar dazu motiviert, sich noch einmal weiterzubilden. Nach dem Abschluss will er sein Fachabitur nachholen.