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Erfahrungsbericht: Immobilienkaufleute im Ausland

Erfahrungsbericht: Immobilienkaufleute im Ausland

Ausbildung in London

In London hatte die Auszubildende Gelegenheit, den dortigen Immobilienmarkt genau kennenzulernen.

Azubi Alena in London

Bei ihrem dreiwöchigen Auslandsaufenthalt hat Alena Wilke auch einen zusätzlichen Abschluss erworben.

Immobilienkaufleute im Ausland

Alena Wilke (21) ist angehende Immobilienkauffrau und war während ihrer Ausbildung für drei Monate in London - mit guten Noten und Beurteilungen steht diese Möglichkeit den Azubis von BNP Paribas offen. Alina erzählt uns von ihren Eindrücken und Erlebnissen in der Weltstadt London.

Einblicke in den englischen Immobilienmarkt

Bei Studenten sind Auslandsaufenthalte fast schon ein Muss. Weitgehend unbekannt ist aber noch, dass auch immer mehr Azubis einen Blick in die große, weite Welt werfen können. Alena Wilke etwa, die eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau bei BNP Paribas Real Estate in Hamburg absolviert, hat drei Wochen lang den Wohnungsmarkt in London kennengelernt. „Jetzt, wo ich wieder daheim bin, komme ich mir vor wie in der Provinz“, sagt die 21-Jährige und lacht.

Nur die Besten sind dabei

Zugegeben – ganz so gängig wie an der Uni sind Auslandsprogramme im Rahmen betrieblicher Ausbildungen noch nicht. „Bei uns kriegt das nicht jeder“, erklärt Alena. Zwei Plätze stelle ihr Unternehmen für das London Projekt zur Verfügung – und wer dabei sein wolle, müsse sich anstrengen: „Das wird bezuschusst, deshalb verlangt meine Firma eine Gegenleistung.“ Gefragt seien gute Noten und positive Beurteilungen aus den Abteilungen.

Doch Alena hat es geschafft und war dabei: „Das war eine große Motivation für mich.“ Drei Wochen lang besuchte sie das European College of Business and Management in London. Dort bekam sie tiefe Einblicke in den englischen Immobilienmarkt. „Das funktioniert ganz anders als bei uns, der Markt ist viel weniger reguliert“, erklärt sie. Wenn ein Preis erzielt werden könne, dürfe er auch verlangt werden. Die Folge: In beliebten Gegenden sind die Mieten extrem hoch.

Angeschaut hat sich Alena den Wohnungsmarkt auch in der Praxis. Ausflüge in die Stadt waren Teil des Unterrichts. Besucht haben sie und ihre Mitschüler zum Beispiel die Docklands, ein ehemaliges Armenviertel der Stadt. „Jetzt wohnen da aber die Superreichen“, sagt Alena.

Teurere und kleinere Wohnungen

Unterschiede habe sie allerdings bei den Wohnstandards bemerkt. Die Häuser ihrer Gastfamilien und der ihrer Klassenkameraden seien im Durchschnitt nicht so gut ausgestattet wie in Deutschland: „Die Mittelschicht in London und im Umland kann sich Wohnungen, wie sie bei uns üblich sind, nicht leisten.“ Etwa seien die Häuser nicht so gut isoliert. Auch müssten die Familien mit weniger Wohnraum auskommen: „Sie leben ein bisschen beengter als bei uns.“ Dennoch werde ein größerer Anteil des Gehalts für Miete ausgegeben als in Deutschland.

Die Andersartigkeit des britischen Immobilienmarktes aus nächster Nähe mitzubekommen sei sehr spannend gewesen, schwärmt Alena. Viel gebracht habe ihr der Aufenthalt auch für ihre Sprachkenntnisse. Denn auch der Unterricht fand ausschließlich auf Englisch statt: „Vor allem mein Fachvokabular konnte ich erheblich verbessern.“

Größer und schneller

Getroffen hat sie sich in London auch mit einem ehemaligen Auszubildenden ihrer Firma, der nun in der britischen Niederlassung von BNP Paribas Real Estate arbeitet. Das Büro dort sei viel größer als in Hamburg, berichtet Alena. Jedoch sei in der Metropole alles größer, und vor allem schnelllebiger als hierzulande. Ein Beispiel dafür seien etwa die Rolltreppen: „Sie sind so schnell, dass man fast draufspringen muss.“ Auch das Gedränge in der U-Bahn sei mit Hamburg nicht zu vergleichen: „London ist eben eine richtige Weltstadt.“

Obwohl sie die Reise sehr beeindruckt habe, könne sie sich aber nicht vorstellen, dauerhaft dort zu leben, räumt Alena ein: „Ich glaube, das wäre mir zu anstrengend.“ Gebracht hat ihr der Auslandsaufenthalt allerdings auch etwas für ihre Karriere in Deutschland. Am College konnte sie nämlich einen zusätzlichen Abschluss erwerben. Dies sei vor allem von Vorteil, wenn man in Unternehmen mit englischsprachigen Geschäftspartnern arbeite: „Für mich hat sich das Auslandsprogramm sehr gelohnt.“