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Ausbildung im Großhandel

Erfahrungsbericht: Großhandel Laura und Kai

Azubi im Großhandel

Laura Stiebitz koordiniert die Verkaufsabwicklungen.

Azubis im Groß- und Außenhandel

Kai und Laura haben sich trotz Abitur für eine Ausbildung entschieden – studieren kann man später immer noch.

Laura Stiebitz (24) und Kai Winheller (20) werfen ganz locker mit 20 Tonnen Edelstahlschrott um sich – und kommen dabei nicht ins Schwitzen! Die beiden sind aber nicht etwa Zirkuskünstler oder Gewichtheber, sondern Groß- und Außenhandelskaufleute bei der Eisenlegierungen Handelsgesellschaft mbH in Duisburg, einem Unternehmen der ELG Haniel Gruppe, die weltweit mit Rohstoffen für die Edelstahl­industrie handelt. Laura ist seit zwei Jahren ausgelernt und sorgt dafür, dass bei der Verkaufsabwicklung alles seine Ordnung hat.

Praxis nach der Schule

Laura war nach der Schule davon überzeugt, dass ein Studium gar nichts für sie ist: „ Ich wollte einen kaufmännischen Beruf lernen, weil ich sehr kommunikativ bin. Ein Freund von mir hat auch bei ELG eine Ausbildung gemacht und mir viel darüber erzählt“, sagt Laura. Da sei sie neugierig geworden und habe sich im Internet informiert. Heute studiert sie allerdings doch noch – und zwar berufsbegleitend International Management (B.A.). Das Besondere an Lauras Studium ist, dass es komplett in Englisch abgehalten wird.

„Dabei war in der Schule Englisch gar nicht mein Lieblingsfach, eher Deutsch und Pädagogik“, erinnert sich die 24-Jährige. Weil ELG aber ein internationaler Betrieb mit Kunden aus der ganzen Welt sei, sei Englisch sehr wichtig. „Die Korrespondenz wird zum Großteil auf Englisch geführt, da muss man schon gut sein“, weiß die Groß- und Außenhandelskauffrau.

Die Arbeit in der  Verkaufsabteilung macht ihr viel Spaß, hier stimmt sie Liefertermine ab, kommuniziert mit Lager, Spedition und Kunden: „Wir erstellen die Verkaufsverträge und schauen: Stimmen die Mengen und die fixierten Preise? Dann senden wir den Vertrag an die Stahlwerke.“ Die meiste Zeit verbringe sie mit der Korrespondenz per E-Mail oder am Telefon, sagt Laura: „Das liegt mir!“

Ausbildung im Blaumann

Aber Laura hat ihre Ausbildung nicht nur im Büro verbracht, sondern stand sechs Monate im Blaumann auch an den Lkws, die im Hof der Firma den Edelstahlschrott abluden. „Das war sehr abwechslungsreich, denn ich habe alle Abläufe begleitet“, schwärmt sie. „Man muss bei der Anlieferung das Material prüfen, es dürfen zum Beispiel keine Kupferteile dabei sein, denn die haben in einer Edelstahllieferung nichts zu suchen."

Von den Kunden gebe es genaue Vorgaben, wie viel  Nickel, Chrom- oder Kupfergehalt das Material enthalten dürfe, damit beim Einschmelzen im Stahlwerk auch der gewünschte Werkstoff herauskomme, erklärt Laura: „Daher ist es wichtig die Schrottanlieferungen genau zu prüfen, damit wir an die Stahlwerke auch den exakten Mix liefern können.“

Einstieg ins Berufsleben

Kai Winheller ist 20 Jahre alt und hat sein erstes Lehrjahr bereits gemeistert. Nach seinem Abitur hat er eine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann begonnen. „Ich wollte nach der langen Schulzeit so richtig ins Berufsleben einsteigen und Geld verdienen“, begründet er seine Entscheidung gegen die Uni. Bei einer Online-Jobbörse sei er auf den Ausbildungsplatz bei ELG zum Groß- und Außenhandelskaufmann gestoßen. „In der Ausbildung kann ich meine mathematischen und sprachlichen Fähigkeiten gut anwenden.“

Rechnungen checken und Angebote schreiben

Wie auch Laura, durchläuft Kai in seiner Ausbildung alle Abteilungen des Unternehmens wie beispielsweise die Speditionsabteilung, Ein- und Verkauf, Buchhaltung und Rechnungsprüfung. „Hier buchen wir Rechnungen, leisten Teilzahlungen und machen den Monatsabschluss,“ erzählt Kai. Auch Verkaufsrechnungen werden geprüft. „Wir checken, ob die Rechnungen sachlich und preislich korrekt sind“, sagt Kai.

Blechabteilung

Auch in der Blechabteilung der Firma war Kai bereits im Einsatz. Im Gegensatz zum Edelstahlrecycling auf dem Schrottplatz werden hier neue Edelstahlbleche bearbeitet und gehandelt.  „Wenn ein Kunde anruft und ein Großformat Blech kaufen möchte, dann muss man den Preis kennen und wissen, wo diese Bleche gelagert sind und wie die angeliefert werden, “ erklärt der 20-Jährige. Als besonders abwechslungsreich empfand Kai, dass er in der Blechabteilung auch selbst an der Schleifmaschine stehen durfte: „Das war eine interessante Erfahrung, wie die Bleche bearbeitet und verkauft werden!“ 

Die Berufsschule sei für Abiturienten leichter, versichert Kai. Besonders gefällt ihm das Fach Kaufmännische Steuerung und Kontrolle, denn Kai ist ein begeisterter Mathematiker und hier werden die Grundlagen des kaufmännischen Rechnens gelehrt. „Wir lernen auch viel über Großhandelsprozesse wie: Welche Rechte hat ein Unternehmen?“, berichtet Kai. Zum Beispiel wisse er jetzt, dass man fehlerhafte Ware sofort melden müsse. „Das nennt man dann Mängelrüge, wenn beim zweiseitigen Handelskauf zwischen Unternehmen und Unternehmen unverzüglich gerügt werden muss“, erklärt er.

Englisch für die Korrespondenz mit ausländischen Kunden

Wie auch Laura hat Kai solide Englischkenntnisse. Diese hat er auch schon in der Speditionsabteilung der Firma unter Beweis gestellt: „Am Anfang ist es ungewohnt und man verspricht sich ab und zu, aber mit ein bisschen Übung klappt es gut.“ Einmal allerdings habe er einen Amerikaner mit breitem Slang an der Strippe gehabt. „Den habe ich am Anfang gar nicht verstanden, aber mit der Zeit ging‘s“, sagt er und lacht.