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Erfahrungsbericht: Gesundheits- und Krankenpflegerin Natalie

Erfahrungsbericht: Gesundheits- und Krankenpflegerin Natalie

Ausbildung zur Krankenschwester

Medizinische Aufgaben wie etwa das Verabreichen von Spritzen bekommt Natalie Stelmach vom Arzt übertragen.

Azubi Gesundheits- und Krankenpflege

Natalie in ihrer Ausbildung zur Krankenschwester.

Einfühlungsvermögen und Distanz

Ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Bolivien hat Natalie Stelmach nicht nur Lebenserfahrung gebracht – nach ihrem Auslandsaufenthalt wusste die inzwischen 23-Jährige auch, welchen Beruf sie ergreifen will. Nun ist sie im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an den HSK-Kliniken in Wiesbaden. Bei ihrer Tätigkeit erwirbt sie medizinisches Wissen, aber auch ihr Einfühlungsvermögen ist beim Umgang mit den Patienten gefragt, denn es zählen vor allem soziale Kompetenzen.

Nach ihrem Abschluss plant sie, ein Studium in Pflegepädagogik aufzunehmen. An ihren ersten Notfall kann sich Natalie noch gut erinnern. „Ein fünfjähriger Junge ist auf dem Spielplatz hingefallen und hatte eine Platzwunde am Kopf“, erzählt sie. Ein ganzes Jahr lang hat sie bei ihrem FSJ in Bolivien eine Krankenschwester im Krankenhaus bei ihrer Arbeit begleitet. Danach wusste sie: „Das ist das richtige für mich.“ Offiziell heißt der Beruf, der landläufig immer noch oft als Krankenschwester bezeichnet wird, seit einigen Jahren Gesundheits- und Krankenpfleger.

Die Ausbildung besteht aus mehrwöchigen Theorie- und Praxisblöcken, die sich abwechseln. An der Gesundheits- und Krankenpflegeschule lernt Natalie zum Beispiel, wie die menschliche Niere funktioniert und von welchen Krankheiten dieses Organ betroffen sein kann. In der Praxis wenden die Gesundheits- und Krankenpfleger ihr Wissen dann im Krankenhaus an: „Wir nehmen dem Patienten zum Beispiel Blut ab, schicken es ins Labor und kümmern uns darum, dass der Arzt die Ergebnisse bekommt“, berichtet Natalie.

Sie wechselt Verbände, befestigt Infusionen und hilft den Patienten beim Waschen. Probleme mit Körperkontakt sollte man bei diesen Tätigkeiten nicht haben. Gerade hier ist jedoch auch viel Einfühlungsvermögen nötig. „Das ist für die meisten Menschen etwas sehr Intimes“, sagt die angehende Pflegerin. Daher sei es wichtig, Distanz zu wahren und dem Patienten genau zu erklären, was man gerade mache.

Am meisten Spaß bereiten Natalie die Gespräche mit den Kranken. „Ich bin kommunikativ und erzähle gern“, sagt sie. Worüber sie mit den Patienten spricht, darf sie aber nicht verraten: „Ich habe Schweigepflicht.“ Allerdings hat sie auch immer wieder mit schweren Schicksalen zu tun: „Man erlebt Dinge, die einen stark berühren.“

Vorkommen kann sogar, dass einer der Patienten während seines Krankenhausaufenthalts stirbt. Der Umgang mit dem Tod wird jedoch in der Schule behandelt. Außerdem bekommen die Auszubildenden in solchen Fällen Gelegenheit, das Geschehene in Teambesprechungen zu verarbeiten. „Das ist bei mir aber noch nicht passiert“, räumt sie ein.

Dennoch tauscht sie sich mit ihren Kollegen und Mitschülern aus, um sich die Probleme der Patienten nicht zu sehr zu eigen zu machen: „Man braucht ein Ventil dafür.“ Auch Sport könne hilfreich sein, „jeder hat seine eigenen Methoden.“ Sie selbst habe inzwischen einen Weg gefunden: „Was im Dienst passiert, nehme ich nicht mit nach Hause.“

Patienten aus aller Welt

Wer sich für den Pflegebereich interessiert, sollte einige persönliche Voraussetzungen mitbringen, erklärt Natalies stellvertretender Schulleiter und Klassenleiter Achim Rekow: „Man muss einfühlsam sein, auf Menschen zugehen können und die Tätigkeiten reflektieren können.“ Ob einem der Beruf liege, könne man am besten durch Praktika feststellen, die an Krankenhäusern immer wieder angeboten würden. Um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, sei außerdem ein sehr guter Quali nötig, bessere Chancen hätten aber Schüler mit Mittlerer Reife oder Abitur.

Wichtig seien vor allem gute Noten in Deutsch und Mathe, da die Pfleger ihre Arbeit schriftlich dokumentieren müssen und zu ihren Aufgaben auch medizinisches Rechnen gehört. Fit sein sollte man auch in Englisch – denn immer wieder werden in deutschen Krankenhäusern Patienten aus dem Ausland, etwa der arabischen Welt oder Russland, behandelt. Hat man die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, gibt es übrigens jede Menge Aufstiegschancen. Natalie plant, ein Studium zu beginnen: „Ich will Pflegepädagogin werden.“ Ihr Ziel ist es, später einmal selbst Pflegekräfte auszubilden.

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