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Ausbildung zum/zur Chirurgiemechaniker/in

Chirurgiemechaniker/in

Voraussetzungen, die du mitbringen solltest

  • Mindestens einen Hauptschulabschluss
  • Gute Noten in Mathe, Werken und Physik
  • Handwerkliches Geschick und Spaß an Technik
  • Sorgfältiges, konzentriertes und selbstständiges Arbeiten
  • Eine ruhige Hand

Deine Aufgaben in der Ausbildung

Auch wenn in dem Namen der Ausbildung das Wort "Chirurgie" steckt, musst du dir keine Sorgen machen, irgendwann selbst im OP zu stehen. Du bist dafür zuständig, in präziser Feinarbeit die Instrumente und Geräte herzustellen, die die Ärzte im OP-Saal benötigen. Egal ob Skalpelle, Scheren oder Zangen - du formst aus Metall-Rohlingen die Werkzeuge, die Leben retten. Aber auch Implantate oder Schrauben, die im Körper verbleiben, baust du in exakter Handarbeit und mithilfe von Werkzeugmaschinen, die du programmierst.

Bevor du jedoch mit der Anfertigung einer chirurgischen Schere beginnst, gehört es zu deinen Aufgaben, die Konstruktionszeichnungen zu studieren und die jeweiligen Arbeitsschritte zu planen. Welche Materialien oder Werkzeuge werden benötigt? Soll sie aus Edelstahl oder Titan bestehen? Ist alles bereit, kannst du los legen: Du sägst, fräst und feilst den passenden Metallrohling maßgenau in die richtige Form. Mit kleinen Hämmern kannst du das Metall schlagen und in die richtige Form biegen. Mit einem Präzisionsbohrer können Löcher gebohrt werden und mithilfe einer Schleifscheibe entfernst du scharfe Ecken und Kanten. Nachdem du die Schneiden der Schere gleichmäßig geschärft hast, montierst du diese mit einem Schräubchen zusammen und verleist der Schere den letzten Schliff, indem du sie durch die Politur zum Glänzen bringst.

Natürlich bekommst du im Laufe der Zeit immer komplexere Aufgaben. Beispiele dafür können individuell angefertigte Einzelstücke für Ärzte oder das Verbinden von Endoskopen oder Prothesen mit elektrischen Bauteilen sein. Zudem lernst du das Montieren durch Kleben, Löten oder Laserschweißen. Zu guter Letzt, gehört zu deinen Aufgaben das Prüfen der Form, Härte und Oberfläche durch dein kritisches Auge oder ein Mikroskop, sowie das Testen der Schneidfähigkeit der Schere.

Theorie & Praxis: Der Ablauf deiner Ausbildung

Die Ausbildung zum/zur Chirurgiemechaniker/in ist ein moderner Handwerksberuf, den du innerhalb von dreieinhalb Jahren im Zuge einer dualen Ausbildung erlernst. In dieser Zeit erlebst du nicht nur den Berufsalltag in einem Ausbildungsbetrieb, sondern besuchst auch in regelmäßigen Abständen den Unterricht in einer passenden Berufsschule.

Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr lernst du alle Grundlagen, wie zum Beispiel:

  • Welche medizinischen Instrumente gibt es überhaupt?
  • Wie sind Metalle und Rohstoffe beschaffen?
  • Wie funktionieren die verschiedenen Maschinen?

Im Betrieb packst du direkt mit an und lernst das Handwerk. dazu gehören das 1x1 der Metallbearbeitung. Das beinhaltet alles vom Drehen und  Fräsen über Spanen und Umformen bis zum Härten und Polieren. Du montierst schon die ersten Instrumente und bedienst computergesteuerte Machinen.

Im dritten Lehrjahr kommt das Löten und Schweißen dazu. Du fertigst neben Scheren oder Skalpellen auch schon erste Endoprothesen, wie ein künstliches Kniegelenk oder einen Herzklappenersatz, an.

Dein Ausbildungsgehalt

Im Durchschnitt kannst du verdienen:

  • 1. Lehrjahr: 507€
  • 2. Lehrjahr: 550€
  • 3. Lehrjahr 621€

Dein Arbeitsumfeld

Nachdem du deinen Abschluss in der Tasche hast, wirst du in verschiedenen Betrieben der Medizin- und Orthopädietechnik oder in der Feinmechanik gebraucht. Dein Einsatzort ist die Werkstatt, wo du deine Instrumente von Anfang bis Ende selbstständig herstellst. Hier ist Konzentration bei der Arbeit gefragt, damit dich laute Maschinen oder Metallstaub nicht aus dem Konzept bringen. Außerdem wird bei manchen Arbeiten eine Schutzkleidung, wie zum Beispiel ein Kittel oder eine Schutzbrille, getragen.

Da in diesem Beruf vieles in Handarbeit ausgeführt wird, solltest du in jedem Fall Fingerfertigkeit und Geschick mitbringen, vor allem da die Bauteile oft sehr klein und sehr scharf sein können und beim Herstellen von Implantaten ist Millimeterarbeit gefragt, damit das Gelenk hinterher auch exakt passt. Auch eine stumpfe Schere kann im OP fatale Folgen haben!

Die besten Voraussetzungen für den Beruf bringst du mit, wenn du handwerklich begabt und verantwortungsbewusst bist und gleichzeitig auf Perfektion stehst.

Quelle:  www.azubi.de/beruf/ausbildung-chirurgiemechaniker