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Ein Knochenjob, der süchtig macht: Arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff

Da Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Auf Kreuzfahrtschiffen geht es hart zur Sache.
Nach einem Tourismus-Studium bieten Kreuzfahrtschiffe attraktive Arbeitsplätze.

Arbeiten, wo andere Urlaub machen – laut einer aktuellen Studie der Landeshauptstadt München wünscht sich ein Großteil der Schüler, die sich für die Hotelbranche entscheiden, einmal auf einem Kreuzfahrtsschiff anheuern zu können. Für Constanze Schlossberger wurde dieser Traum vieler Berufseinsteiger im Tourismuswesen wahr.

Die 22-Jährige, die bei Césars Ritz Colleges in der Schweiz International Business in Hotel and Tourism Management studiert, gehört zwar nicht zu denjenigen, die immer schon einmal auf See arbeiten wollten. In die Tourismusbranche zog es sie jedoch früh: „Schon als Kind hatte ich vor, später einmal Hoteldirektor zu werden.“ Die Möglichkeit, als Kellnerin auf der Seabourn einmal für fünf Monate von Südeuropa in die Karibik zu reisen und eine viermonatige Jungfernfahrt durchs Nordmeer mitzumachen, kam für sie hingegen völlig überraschend: „Das wurde mir auf der Hausmesse in meinem College angeboten und ich dachte erst einmal nur super, Schwimmen und Ozean.“ Doch was auf den ersten Blick wie bezahlte Ferien aussieht, ist in Wahrheit hart verdientes Geld.

Die Anforderungen sind hoch – sowohl körperlich als auch psychisch. „Nachts schläft man selten mehr als fünf Stunden“, berichtet die Studentin. Die tägliche Arbeitszeit: etwa zehn bis zwölf Stunden. Am Anfang war Constanze zwar lediglich für das Servieren kalter Speisen zuständig: „Ich habe den Gästen Salate und Desserts gebracht und dafür gesorgt, dass Brot auf dem Tisch ist.“ Das hört sich zunächst einfach an. Jedoch erklärt die Studentin: „es gibt sehr viel, was man dabei falsch machen kann.“

Für die Kellner gelten klare Regeln – so sind etwa Gespräche mit dem Gast für die Mitarbeiter der unteren Hierarchieebene tabu. Wichtig ist zudem, die Passagiere, die ihr Dreigängemenü in vollen Zügen genießen wollen, nicht zu behindern. „Wir müssen zum Beispiel immer hinter dem Gast stehen und den Teller von rechts reichen“, sagt Constanze. Stets findet die Arbeit unter Argusaugen der Vorgesetzten statt: „Die Liste der möglichen Fehler ist riesig, und man bekommt richtig Ärger, wenn man etwas falsch macht.“ Doch auch körperliche Kraft ist für den Job vonnöten – die Tabletts, die die Mitarbeiter tragen, wiegen bis zu 15 Kilo.

Wer die schwere Arbeit gut bewältigt, hat allerdings die Chance, rasant schnell aufzusteigen. Davon hat auch Constanze profitiert: Bei ihrer zweiten Fahrt durfte sie bereits selbst ein kleines Team mit zwei Kellnern koordinieren. Das bedeutet jedoch nicht nur Verantwortung, sondern auch Konzentration. ein elektronisches Bestellsystem gibt es auf dem Schiff nämlich nicht: „Bei einem Dreigängemenü kommen zwölf verschiedene Formulare zum Einsatz.“ Im Kopf haben musste sie außerdem eine achtseitige Liste mit Abkürzungen.

Eine Art Hassliebe

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