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Fluchthauben und komplexe Mathematik

Im praktischen Teil ihres Studiums lernt Irene die Funktionsweise der Anlage kennen.
Im praktischen Teil ihres Studiums lernt Irene die Funktionsweise der Anlage kennen.

Irene Thomas absolviert ein duales Studium zur Elektroingenieurin im Energiebereich
Familie und Freunde haben nicht schlecht gestaunt, als Irene Thomas ihren Berufswunsch verkündet hat: „Erstmal haben sie nur gefragt ‚Was willst du da machen?‘, da war schon Verwunderung da“, erinnert sie sich. Die 21-Jährige studiert dual bei dem Energieunternehmen BP, und zwar Ingenieurswesen im Bereich Elektrotechnik in Kombination mit einer IHK Ausbildung zur  Elektronikerin für Automatisierungstechnik. In dieser Fachrichtung ist sie als Frau eine Ausnahme.

„Von unseren auszubildenden Elektronikern ist etwa eine von zehn weiblich, da geht es einigermaßen. Aber an der Hochschule kommen auf 100 Studenten gerade einmal drei Studentinnen“, hat sie beobachtet. Abschrecken ließ sie sich davon aber nicht.

Beratungsgespräch an der Universität
Nach einem Beratungstag für Schüler an der Uni Münster war sie sich sicher – und hat ihre Bewerbung bereits in der zwölften Klasse abgeschickt. „Wer dual studieren will, muss sich schon ein Jahr vorher um einen Arbeitgeber kümmern“, mahnt sie.

Für Elektrotechnik hat sie sich entschieden, weil sie schon in der Schule Spaß an Mathe und Physik hatte – was sich auch in guten Noten zeigte. Strom findet sie allerdings interessanter als Mechanik: „Maschinenbau wäre für mich deshalb nicht in Frage gekommen.“ Überlegt hat sie jedoch, Physik zu studieren: „Aber das wäre nicht dual gegangen, und die Nähe zum Betrieb war mir wichtig.“ Sicher war sie sich auch, was die Branche angeht: Von Anfang an wollte Irene in den Energiebereich. Ursprünglich hatte sie zwar vor, sich auf regenerative Energien zu spezialisieren, „aber da wird so wenig angeboten, dass es jetzt doch die klassischen Energien geworden sind.“

Spezielle Schutzkleidung
Dort hat sie nun ein spannendes Aufgabenfeld gefunden – der praktische Teil ihres Studiums findet nämlich hauptsächlich in der Raffinerie statt. Zu ihrer Arbeitskleidung gehören ein feuerabweisender Anzug, Helm, Schutzbrille und Handschuhe: „Wenn wir mit Schwefelwasserstoff zu tun haben, brauchen wir sogar Gaswarngeräte und Fluchthauben. Das sind Masken, in die Luftfilter eingebaut sind und die uns im Notfall davor schützen können, gesundheitsschädliche Gase einzuatmen.“ Bei ihrer Tätigkeit muss sie besondere Vorsicht walten lassen: „Wenn wir zum Beispiel in der Nähe von geöffneten Leitungssystemen arbeiten, dürfen auf keinen Fall elektrische Funken entstehen.  Durch die Endzündbarkeit unserer Produkte könnte dies  böse Folgen haben.“

Unter der Aufsicht von erfahrenen Facharbeitern wechselt sie Ventile und Motoren oder tauscht Lampen aus. Manchmal ist das körperlich ganz schön anstrengend. „Aber wenn etwas zum Beispiel schwer aufgeht, gibt es immer jemanden, der einem hilft“, sagt die Studentin. Der große Vorteil der praktischen Tätigkeit: „Man sieht, wie die einzelnen Anlagenteile funktionieren.“ Wie die Raffinerie im Gesamten arbeitet, lernt sie in Seminaren.

"Sport und Freunde muss man nicht aufgeben"

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